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       # taz.de -- Entdeckungen und Innovationen: Veganer Schinken, vegane Geigen
       
       > Vegane Produkte sind längst nicht mehr nur auf Lebensmittel beschränkt.
       > Der Markt scheint unbegrenzt. Er muss nur entdeckt werden.
       
   IMG Bild: Bei „traditionellen“ Geigen werden für den Korpus, Seiten und Bögen Tierprodukte verwendet
       
       Veni, vegan, vici! An dieser Stelle schreibe ich heute [1][mal wieder] über
       Innovationen und gute Neuigkeiten zum Thema veganer Lifestyle und dessen
       Sieges(ein)zug im Mainstream.
       
       Lecker snacken in US-amerikanischen Kinos war für mich bisher nicht
       einfach. Popcorn trieft vor lauter Butter – oder ist knochentrocken und
       ungenießbar, Pizza bedeutet Käse und in Gumminaschwerk steckt Gelatine.
       Heißt, ich musste vorsorgen und eigene Snacks mitbringen.
       
       Zum Glück aber gab die US-amerikanische Kinokette AMC Theaters vor kurzem
       [2][bekannt], ab sofort vegane Chicken Nuggets von Impossible Foods
       anzubieten. Damit hat sich AMC ein goldenes Ei gelegt, denn der Verkauf von
       veganen Fleischersatzprodukten ist allein zwischen 2018 und 2020 in den USA
       um 72 Prozent gestiegen – und diese Käufergruppen gehen sicherlich auch
       gern ins Kino.
       
       Auch aus Frankreich kommen bonnes nouvelles: Das Unternehmen La Vie hat
       eine 25-Millionen-Euro-Investitionsrunde abgeschlossen; zu den
       Unterstützerinnen [3][gehört unter anderem Natalie Portman]. Wofür? Für das
       ultimative pièce de resistance: veganen Bacon. Die pflanzlichen Speckwürfel
       sollen laut La Vie so gut schmecken, dass Testpersonen in Blindstudien
       keinen Unterschied zum Tierprodukt erkennen konnten. Außerdem sind die
       lardons vegetaux nitratfrei, enthalten 33 Prozent weniger Kalorien, 60
       Prozent weniger Fett, verbrauchen 88 Prozent weniger CO2 und 82 Prozent
       weniger Wasser als die Fleischalternative. Ich finde, da hat das Schwein
       sehr viel Schwein gehabt!
       
       Bergauf geht es auch für die von dem amerikanischen Ehepaar Shannon und
       Florian Radke gegründete Franchisekette Cinnaholic. Die verkaufte letztes
       Jahr vegane Zimtschnecken im Wert von 20 Millionen US-Dollar, und anders
       als bei vielen anderen Foodunternehmen musste keine einzige Filiale
       schließen. Im Gegenteil: dieses Jahr [4][sollen 25 neue Locations
       hinzukommen], und mit ihnen die entsprechenden Arbeitsplätze.
       
       Mein Herz hat folgende Nachricht aus Irland indes besonders erwärmt: Zum
       ersten Mal wurde [5][eine Geige offiziell komplett ohne Tierprodukte
       hergestellt]. Und zwar von Padraig O’Dubhlaoidh, der seit 40 Jahren
       Instrumente baut. Traditionell werden nämlich für Geigenkorpus, -saiten und
       -bögen Pferdeschwanzhaare, Hufe, Hörner sowie weitere Tierprodukte für den
       Leim verwendet.
       
       O’Dubhlaoidh setzte unter anderem Birnen, wilde Beeren und Quellwasser für
       seine Geige ein. Inspiriert dazu hatte ihn die Anregung eines Kunden. „Die
       Welt verändert sich sehr im Moment. Vor allem die jüngere Generation trägt
       zu großen Veränderungen bei und ich bin sehr stolz auf sie“, so
       O’Dubhlaoidh. Das ist Musik in meinen Ohren und dem schließe ich mich an:
       Danke, jüngere Generationen!
       
       7 Feb 2022
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] /Oatly-Eiscreme-Miss-Universe/!5771106
   DIR [2] https://www.amctheatres.com/food-and-drink/impossible-nuggets
   DIR [3] https://www.mashed.com/740547/natalie-portman-is-behind-this-new-vegan-bacon-company/
   DIR [4] https://www.qsrweb.com/news/cinnaholic-caps-2021-with-13-new-locations-62-franchise-deals/
   DIR [5] https://www.classicfm.com/discover-music/instruments/violin/worlds-first-vegan-violin/
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Ariane Sommer
       
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