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       # taz.de -- Baskischer Wein in Dosen: Neuer Behälter entzweit Winzer
       
       > Im Baskenland wollen Erzeuger den edlen Tropfen Txakoli auch in
       > 25-Zentiliter-Behältern absetzen. Das finden nicht alle gut.
       
   IMG Bild: Wein in Dosen: innovativ oder kulturlos?
       
       Madrid taz | Wein in Dosen? In Australien, den USA, Kanada und auch in
       Russland ist das nichts Neues. Aber [1][im Baskenland]? Der iberischen
       Wiege des gepflegten Tröpfchens schlechthin? In der Provinz Araba rund um
       die baskische Hauptstadt Vitoria/Gasteiz haben Winzer damit begonnen, den
       Txakoli, den über die baskischen Grenzen hinaus bekannten jungen, leicht
       spritzigen Weißwein, in 25-Zentiliter-Dosen abzufüllen.
       
       „Ein weiterer Schritt bei unseren Bemühungen, innovativ zu sein“, sagt
       Mariano Álava, Sprecher des Provinzverbands und Regulierungsrats Arabako
       Txakolina über die Initiative. Die [2][Dose] wäre neben der traditionellen
       schlanken Flasche eine weitere Chance und würde helfen, neue Märkte zu
       eröffnen. „Die Kunden wollen ein anderes Format, um Alkohol dort zu
       konsumieren, wo sie kein Glas mitnehmen wollen oder können. Am Strand, in
       den Bergen, bei sportlichen Großveranstaltungen und Konzerten“, sagt Álava.
       Allein seine eigene Winzerei Artomaña Txakolina liefert 70.000 Dosen ihrer
       Marke Xarmant nach Übersee. „Crack a Txakoli“ wird es bald schon in den USA
       heißen.
       
       Doch was für den Regulierungsrat in Araba eine Chance darstellt, dreht den
       Kollegen in den beiden anderen baskischen Provinzen mit Txakoli-Anbau –
       Gipuzkoa rund um San Sebastián und Bizkaia mit der Hauptstadt Bilbao – den
       Magen um. Obwohl der Verkauf der traditionellen Glasflaschen in den letzten
       Jahren zurückging, wollen sie von der Dose nichts wissen. „Wir sind nicht
       damit einverstanden, aber wir respektieren die Entscheidung“, erklärt Ruth
       Mozo vom Regulierungsrat Getariako Txakolina in Gipuzkoa diplomatisch.
       Für sie ist die schlanke Flasche „ein Zeichen für Qualität“.
       
       Viele Winzer fürchten, dass die Einführung der Dose schwer absehbare Folgen
       haben könnte: „In den USA wissen sie nichts über die Unterschiede des
       Txakoli aus den verschiedenen Provinzen, deshalb wird diese Entscheidung
       auch auf unseren Ruf Auswirkungen haben“, sagt Mozo.
       
       ## Dose bald in ganz Spanien?
       
       Und auch zu Hause könnte der Ruf leiden. „Wer bestellt sich in einem guten
       Restaurant einen Wein, der versucht, den Low-Cost-Sektor zu erobern?“,
       fragt ein Winzer im öffentlichen spanischen Radio besorgt.
       
       Verbandssprecher und Winzer Álava sagt dagegen: „Ich sehe nur Vorteile.“
       Die Dose sei nicht nur ein Weg in neue Märkte, sondern auch
       umweltverträglicher als die Flasche, behauptet er. Dann lässt er im
       baskischen Fernsehen EiTB die Bombe platzen. Die Txakoli-Produzenten aus
       Araba überlegen sich, die Dosen auch im Baskenland und im restlichen
       [3][Spanien] auf den Markt zu bringen.
       
       18 Jan 2022
       
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