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       # taz.de -- Nach Großbrand in Südafrikas Parlament: Vorwurf: Terrorismus
       
       > Nach dem Feuer in Südafrikas Parlamentsgebäude hat die Staatsanwaltschaft
       > die Anklage gegen den Verdächtigen erweitert. Zudem gab es Nachahmer.
       
   IMG Bild: Kapstadt am 3. Januar: Löscharbeiten am südafrikanischen Parlament
       
       Kapstadt taz | Eine Woche nach dem [1][Großbrand] im südafrikanischen
       Parlament in Kapstadt am 2. Januar hat die Staatsanwaltschaft ihre
       Anklagepunkte gegen den Verdächtigen [2][Zandile Mafe] (49) erweitert und
       wirft ihm nun auch Terrorismus vor. Das gab die Staatsanwaltschaft am
       Dienstag nach einem Termin vor dem Untersuchungsrichter bekannt, zu dem
       Mafe in Begleitung des prominenten Anwalts Dali Mpofu erschien, der
       gleichzeitig nationaler Vorsitzender der links-oppositionellen EFF-Partei
       (Economic Freedom Fighters) ist.
       
       Die Verteidigung legte ein Gutachten vor, wonach der Tatverdächtige an
       „paranoider Schizophrenie“ leidet, und plädierte dafür, ihn unverzüglich
       auf Kaution aus der Haft zu entlassen und in ein psychiatrisches
       Krankenhaus zur weiteren Beobachtung zu bringen.
       
       Dort soll Mafe zunächst auf seinen mentalen Gesundheitszustand untersucht
       werden und dann erneut vor dem Untersuchungsrichter erscheinen. Der Mann
       bestreitet nach Angaben seines Anwalts alle Vorwürfe und droht mit
       Hungerstreik. Auch psychisch krank sei er nicht.
       
       Vor allem zwei historische Gebäude des Parlaments waren bei dem Feuer akut
       beschädigt worden. Die bisherigen Untersuchungen der Feuerwehr sowie
       weiterer Expert*innen geben weiter Raum für kontroverse Spekulationen
       über die Hauptbrandursache. Ohne Zweifel ist, dass mehrere Maßnahmen gegen
       Brandschutz und Einbruch nicht funktionierten – so war die Sprinkleranlage
       abgeschaltet, eine vorgeschriebene jährliche Kontrolle der Anlage seit 2017
       nicht erfolgt und die Kamera-Überwachung zwar an, aber niemand schaute
       danach. Auch konnten bisher keine Beweise für weitere mögliche Täter
       gefunden werden.
       
       ## Attacke auf Verfassungsgericht
       
       Hat sich der „Staat“ also möglicherweise mitschuldig gemacht durch
       deutliche Versäumnisse? Wer trägt hier konkrete Verantwortung? Ist Zandile
       Mafe wirklich zuerst ein Sündenbock für andere?
       
       Der Vertreter der Staatsanwaltschaft kündigte an, dass die Untersuchungen
       fortgeführt werden. Er schloss in dem Zusammenhang weitere Anklagepunkte
       gegen den Verdächtigen nicht aus.
       
       Vor dem Gericht in Kapstadt protestierten einige Vertreter*innen
       verschiedener Organisationen obdachloser Menschen sowie eine Delegation des
       BPNCC (Black People National Crisis Committee) und riefen „Free Zandile
       Mafe!“ oder „Der Staat ist selbst schuld!“ Der Brand wird mehr und mehr zum
       Politikum.
       
       Und bei aller öffentlichen Aufmerksamkeit fühlten sich bereits andere zu
       Nachfolgetaten inspiriert. Nur Tage nach dem Feuer im Parlament gab es am
       5. Januar eine Attacke auf das Oberste Verfassungsgericht in Johannesburg,
       wo ein Mann mehrere Scheiben einschlug, aber umgehend festgenommen werden
       konnte sowie einen weiteren Brandanschlag am 7. Januar auf das
       Justizministerium in Kapstadt, wobei der Täter entkam, aber das Feuer
       umgehend gelöscht wurde.
       
       Fest steht inzwischen, dass ein Wiederaufbau der verschiedenen historischen
       Parlamentsgebäude wohl mindestens fünf Jahre dauern und mehr als
       umgerechnet 56 Millionen Euro kosten wird. Die Eröffnung der Parlaments am
       10. Februar wird behelfsmäßig im Stadtverordneten-Saal in Kapstadt
       stattfinden. Alles andere bleibt vorläufig offen.
       
       11 Jan 2022
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] /Brand-in-Suedafrikas-Parlamentsgebaeude/!5825539
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       ## AUTOREN
       
   DIR Lutz van Dijk
       
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