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       # taz.de -- Senat vor neuen Bestimmungen: Warten nach Zahlen
       
       > Berlin geht mit mehr als verdoppelter Corona-Inzidenz in die neue Woche
       > und erwartet bis Monatsende fünf Millionen Lolli-Tests für Kita-Kinder.
       
   IMG Bild: 5 Millionen Lolli-Tests für Kita-Kinder sollen bis Ende Januar in Berlin bereitstehen
       
       Berlin taz | Kürzere Quarantäne, Millionen sogenannter Lolli-Tests, eine
       Zuversicht verbreitende Regierungschefin und ein hoher Anstieg bei den
       Corona-Fallzahlen, aber ein deutlich kleinerer bei der
       Krankenhausauslastung: Das ist die Coronalage in Berlin zu Beginn der neuen
       Woche.
       
       Am Dienstag will der Senat beschließen, worauf sich Ministerpräsidenten und
       Bundeskanzleramt am Freitag geeinigt haben: eine 2G-plus-Regel in der
       Gastronomie sowie 10 statt bislang 14 Tagen Quarantäne mit möglichem
       Freitesten nach einer Woche.
       
       Das Plus bei 2G steht anders als bislang nicht für Test oder Maske, sondern
       verpflichtet auch doppelt Geimpfte zu einem Test vor dem Restaurantbesuch.
       Ausgenommen sind Geboosterte, wovon sich die Ministerpräsidenten eine
       verstärkte Nachfrage nach der Drittimpfung versprechen.
       
       Die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer
       Woche, die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz, verdoppelte sich zwar bis
       Sonntag im Vergleich zum Vorsonntag. Die auf gleicher Basis berechnete
       Quote der Coronafälle im Krankenhaus stieg jedoch nur um 41 Prozent. Die
       Auslastung der Intensivstationen mit Covidkranken blieb fast unverändert.
       
       ## Giffey: Lockdown nur allerletzter Schritt
       
       Regierungschefin Franziska Giffey (SPD) hatte bereits nach der vergangenen
       Sitzung des Senats angekündigt, dass die Landesregierung die Ergebnisse der
       Bund-Länder-Konferenz vom Freitag übernehmen würde – „Berlin wir da nicht
       ausscheren“, sagte sie vor Journalisten. In einem Interview mit dem
       Tagesspiegel verteidigte sie die Maßnahmen: Sie sind aus ihrer Sicht weder
       zu drastisch, wie vom Hotel- und Gaststättenverband vorgetragen, noch zu
       zurückhaltend. „Wir können präventiv wirken, ohne alles dichtzumachen“,
       sagte Giffey. Ein Lockdown dürfe nur der allerletzte Schritt sein. Erneut
       wandte sie sich persönlich gegen Schulschließungen, „was ich bis zum
       Letzten verhindern werde“.
       
       Für die Coronatests in Kitas mit den für kleinere Kinder leichter zu
       handhabenden Lolli-Tests sollen bis Monatsende fünf Millionen Tests zur
       Verfügung stehen. Start soll voraussichtlich Montag übernächster Woche
       sein. Die berlinweit rund 170.000 Kita-Kinder sollen dann wie die über
       350.000 Schülerinnen und Schüler Berlins dreimal pro Woche getestet werden,
       allerdings anders als bei den Schulen zu Hause auf Vertrauensbasis.
       
       9 Jan 2022
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Stefan Alberti
       
       ## TAGS
       
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   DIR Franziska Giffey
       
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