# taz.de -- Querdenker:innen drohen Polizei: Drohbriefe in privaten Briefkästen
> Querdenker:innen sollen in Hamburg Polizist:innen in deren
> Privatsphäre bedroht haben. Der Verfassungsschutz warnt vor
> Radikalisierung.
IMG Bild: Umstrittenes Gefahrenpotential: Querdenker*innen auf einer Hamburger Demo im Dezember 2021
Hamburg taz | Querdenker:innen sollen Polizist:innen in Hamburg
verfolgt und Drohschreiben in deren private Briefkästen gelegt haben. Das
gab die Polizeigewerkschaft DPolG am Montag bekannt und verurteilte die
Taten als „Einschüchterungs- und Bedrohungsversuche“.
Die Drohungen befeuern in Hamburg die [1][Debatte] über die [2][Gefahr, die
von den Querdenken-Protesten ausgehen]. Während Bürgermeister Peter
Tschentscher jüngst Verständnis für die Proteste zeigte und keine Gefahr
von ihnen ausgehen sieht, schätzen der Verfassungsschutz und
Polizeigewerkschaften das anders ein.
Wie die DPolG mitteilt, sei den Polizist:innen in den Schreiben die
Begehung von Straftaten beim Durchsetzen von Coronaregularien unterstellt
worden. Polizeiliche Maßnahmen seien mit Nazi-Methoden verglichen worden,
für die die Beamt:innen zur Verantwortung gezogen würden. Bisher seien
der DPolG zwei solcher Fälle bekannt, in denen „offensichtlich militante
Impfgegner und Coronaleugner“ Beamt:innen nachgestellt hätten.
Während die DPolG einerseits eine schnelle Aufklärung über die Taten
fordert, rechnet sie andererseits damit, dass es bei diesen beiden Fällen
nicht bleiben wird. „Ich befürchte, dass hinsichtlich der Diskussion um die
allgemeine Impfpflicht mit einer weiter zunehmenden Radikalisierung der
Querdenker-Szene gerechnet werden muss“, sagte Hamburgs DPolG-Vorsitzender
Thomas Jungfer.
## Bürgermeister Tschentscher sieht keinen Einfluss von Rechts
Ähnlich äußerte sich jüngst auch Hamburgs Verfassungsschutzpräsident
Thorsten Voß. Er kündigte an, die Querdenken-Szene stärker beobachten zu
wollen: „Für die Zukunft bin ich mir sicher: Die Aufklärung der
extremistischen Querdenker-Szene, der Szene der verfassungsfeindlichen
Delegitimierer, wird ein wichtiger Schwerpunkt unserer Arbeit sein“, sagte
er der Welt am Sonntag. Bislang seien die Demos gegen die Coronamaßnahmen
in Hamburg überwiegend friedlich geblieben. Das aber könne sich bald
ändern.
Zu einer anderen Ansicht kommt jedoch Hamburgs Bürgermeister Peter
Tschentscher (SPD). Einen Einfluss von Rechtsextremist:innen auf die
Proteste sehe er nicht. Der Deutschen Presse-Agentur sagte er am Sonntag:
„Ich denke nicht, dass es sich bei den Demonstranten um von Extremisten
instrumentalisierte Personen handelt.“
An den vergangenen Wochenenden wuchs in Hamburg kontinuierlich die Zahl der
Protestierenden gegen die Coronamaßnahmen von Bundesregierung und Senat.
Am Samstag vor Weihnachten sollen es deutlich über 10.000
Teilnehmer:innen gewesen sein. Als überwiegend friedlich beschrieb die
Polizei die Demonstrationen, in die sich auch AfD-Funktionsträger:innen und
NPD-Anhänger:innen eingereiht hatten. [3][Beobachter:innen
berichteten allerdings auch von Drohungen gegen Politiker:innen und
Journalist:innen.]
28 Dec 2021
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## AUTOREN
DIR André Zuschlag
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