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       # taz.de -- Hilfe für afghanische Ortskräfte: Gute Nachrichten zu Weihnachten
       
       > Außenministerin Baerbock kündigt Hilfe für ehemalige afghanische
       > Ortskräfte an. Manches bleibt dabei vage – und nicht alle Betroffenen
       > profitieren.
       
   IMG Bild: Geschafft: Diese Frau kam im August mit weiteren afghanischen Ortskräften in Brandenburg an
       
       Berlin taz | Zwei Wochen nach dem Regierungswechsel in Deutschland gibt es
       für einige Menschen in Afghanistan zumindest halbwegs gute Nachrichten. Am
       Donnerstagmittag, einen Tag vor Heiligabend, stellte [1][Außenministerin
       Annalena Baerbock] in Berlin einen „Aktionsplan Afghanistan“ vor. „Seit dem
       Sommer ist Afghanistan fast aus den Schlagzeilen der deutschen Medien
       verschwunden. Aber es wäre ein Fehler, zu glauben, die Krise liege hinter
       uns“, sagte sie.
       
       Die Maßnahmen und Absichtserklärungen der Grünen-Politikerin betreffen
       [2][größtenteils ehemalige Ortskräfte und andere Afghan*innen], denen
       die Bundesrepublik in den vergangenen Monaten die Aufnahme zugesagt hatte.
       Um rund 25.000 Menschen geht es dabei, von denen laut Baerbock rund 10.000
       das Land schon verlassen konnten, während die restlichen 15.000 noch in
       Afghanistan festsitzen. Evakuierungsflüge mit Charterflugzeugen, die die
       Taliban im Herbst noch geduldet hatten, musste die Bundesregierung im
       Dezember einstellen. Die Ausreise auf dem Landweg scheitert oft an
       fehlenden Reisepässen, fehlenden Visa für Pakistan oder geschlossenen
       Grenzen zu den übrigen Nachbarstaaten.
       
       Mit diesen Ländern – Usbekistan, Tadschikistan und dem Iran – werde das
       Auswärtige Amt neue Gespräche starten, um „zusätzliche Ausreiserouten zu
       eröffnen“, sagte Baerbock. In Deutschland werde man gleichzeitig einen
       „regelmäßigen Austausch“ mit Initiativen aus der Zivilgesellschaft
       einrichten, um „nicht gegeneinander, sondern miteinander zu arbeiten“.
       Gemeint sind wohl Gruppen wie die private „Kabul Luftbrücke“, die eigene,
       spendenfinanzierte Charterflüge organisiert und in der Vergangenheit immer
       wieder über Blockaden durch die Bundesregierung klagte.
       
       ## Härtefälle sollen berücksichtigt werden
       
       Gemeinsam mit der neuen Innenministerin Nancy Faeser (SPD) hat sich
       Baerbock zudem auf den Abbau bürokratischer Hürden geeinigt. Für „bestimmte
       Fälle“ – konkreter wurde Baerbock hier nicht – müsse künftig nicht schon
       vor dem Abflug aus Kabul oder aus Nachbarländern ein Visum vorliegen.
       Stattdessen sei es künftig möglich, dass das Visum bei der Ankunft in
       Deutschland ausgestellt wird. In „Härtefällen“ wolle man zudem die Regeln
       für Familienangehörige aufweichen. Während bisher zum Beispiel nur
       minderjährige Kinder von Ortskräften mit nach Deutschland reisen dürfen,
       könne künftig auch mal eine gerade volljährig gewordene Tochter mitreisen.
       
       Keine guten Nachrichten hat Baerbock dagegen für ehemalige Ortskräfte, über
       deren Aufnahmeanträge die Bundesregierung noch nicht entschieden hat oder
       deren Anträge abgelehnt wurden, weil ihre Beschäftigung für deutsche
       Stellen beispielsweise schon mehrere Jahre zurückliegt. Der [3][taz sind
       etliche solcher Fälle bekannt], Zahlen dazu nennt allerdings auch die neue
       Regierung nicht. „Wir sind in der Situation, dass wir 15.000 Menschen, die
       eigentlich schon eine Zusage haben, noch nicht evakuiert haben“, sagte
       Baerbock. „Deswegen liegt der Fokus auf der Evakuierung dieser Menschen.“
       
       23 Dec 2021
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] /Annalena-Baerbock-auf-Antrittstour/!5818721
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   DIR [3] /Rettung-aus-Afghanistan/!5794135
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Tobias Schulze
       
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