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       # taz.de -- Kino in Pandemiezeiten: Popcorn durch die Maske schieben
       
       > Hamburger Kinos haben Corona-Auflagen wie alle anderen Kulturanbieter
       > auch. Nur liegt die Verantwortung hier vor allem bei Betreibern und
       > Kundschaft.
       
   IMG Bild: Die sicherste Art im Kino: alleine. Aber nur, wenn vorher auch gut gelüftet wurde
       
       Nein, in Gefahr sei man nicht: Überraschend zuversichtlich klingt der Mann
       an der Kasse des 3001. Dass [1][das kleine Programmkino] im Hamburger
       Schanzenviertel eigentlich ganz gut durch die Pandemie gekommen sei, das
       ist ja keine ganz selbstverständliche Nachricht.
       
       Wer dieser Tage in Hamburg einen Film sehen möchte, ist je nach
       persönlicher Risikofreude gut beraten, sich schlau zu machen: Wie halten
       sie’s mit den Masken? Denn innerhalb des eigentlich gesetzten Rahmens gibt
       es erkennbar Spielräume; um ein naheliegendes Bild zu bemühen: Die Behörden
       mögen das Coronadrehbuch schreiben, die genaue Ausgestaltung des Parts
       aber liegt bei Regie und Akteur*in.
       
       „Im Kinosaal kann die Maske abgenommen werden“, schreibt etwa das 3001 auf
       seiner Homepage, „da wir unseren Besucher*innen wieder feste Sitzplätze
       mit ausreichendem Abstand zuweisen.“ Auf Nachfrage ist die Hauspolitik so:
       Links und rechts von jedem belegten Platz bleibt je einer frei. Nur wenn
       gleich mehrere zusammen verkauft werden, an ein Paar zum Beispiel, werden
       auch in der Reihe davor und dahinter Plätze gesperrt.
       
       Das klingt ein wenig nach dem Sommer 2020, so als müssten träge
       herumfliegende Tröpfchen bedacht werden und nicht diese [2][fies
       langlebigen, weit reisenden Aerosole]. Das Vorgehen, weiß der Mann an der
       3001-Kasse, sei aber abgestimmt mit der Kulturbehörde.
       
       Vergleichbare Häuser in der Stadt handhaben es vordergründig ums
       Entscheidende anders: Dort gilt das Maskengebot auch am Platz und im Sitzen
       – das Schlupfloch heißt Konsum von Snacks und Getränken. Und der wiederum
       ist natürlich kein ganz unwesentlicher Teil heutiger Kino-Geschäftsmodelle.
       Nicht nur wird also die Verantwortung am Ende bei den Betreiber*innen
       abgeladen –sondern auch bei den Besucher*innen: Die Maske aufzubehalten
       während des Films, das mag nicht vorgeschrieben sein, aber es ist deswegen
       ja auch nicht verboten.
       
       Normalerweise, also vor Corona, be- und entlüftete das 3001 seinen einzigen
       Saal abgestuft: je nachdem, wie viele der 91 Plätze besetzt waren. Während
       der laufenden Pandemie ist die Anlage nun immer auf höchste Stufe gestellt.
       
       ## Neue Regeln im Anmarsch
       
       Ab Montag ist wieder alles anders: Dann gilt in Hamburg 2G+ bei
       Veranstaltungen in Kinos, Theatern, Konzerthäusern und der Oper; etwas
       lockerer, nämlich gemäß 2G-Regeln, handhaben es öffentliche Bücherhallen
       oder Museen. Ein paar Tage früher, an diesem mäßig besuchten Mittwochabend,
       wirkt der Mann an der Kasse des 3001 nicht sonderlich froh über das
       Anstehende: Die Zuverlässigkeit der Schnelltests sei doch mit dem Aufkommen
       von Omikron ein Problem, findet er.
       
       Und ja, auch dass es in der Stadt längst nicht mehr so viele Anbieter
       kostenloser Bürgertests gibt wie noch im vergangenen Herbst. Und ob das
       Publikum nun geboostert ist oder nicht: Das verrate ihm der Code ja nicht,
       den er von jeder und jedem scanne, sagt der Mann an der Kasse. Dazu muss
       geklickt werden und gescrollt, und alles dauert etwas länger beim Einlass.
       
       8 Jan 2022
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] https://www.3001-kino.de/
   DIR [2] /!5751585/
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Alexander Diehl
       
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