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       # taz.de -- Niedriglöhne im Versandhandel: Sackgasse Amazon
       
       > Migrant:innen werden gezielt für prekäre Hilfsjobs angeworben, ihr
       > Anteil steigt.
       
   IMG Bild: Arbeit gefunden im Verteilzentrum von Amazon in Neubrandenburg
       
       Die Werbung hat etwas Weitläufiges, Inklusives, Fortschrittliches – und sie
       fängt mit einer Irreführung an: Die Zeitarbeitsfirma Randstad wirbt für
       ihren Kunden Amazon um Mitarbeiter:innen für Versand und Lager.
       [1][„Sie möchten für Amazon, den weltweit größten Onlinehändler arbeiten?
       Wir suchen genau Sie …“] heißt es. Die Arbeitskräfte sind dann aber nicht
       bei Amazon angestellt, sondern bei Randstad, einer Zeitarbeitsfirma, die
       nur an den US-Versandgiganten entleiht – mit geringerer sozialer
       Absicherung.
       
       In der Anzeige werden Männer und Frauen in Arbeitskleidung gezeigt, mit
       einem Scanner in der Hand, bei denen man in der Mehrzahl einen
       Migrationshintergrund in arabischen oder asiatischen Ländern vermutet und
       wohl auch vermuten soll. Randstad wendet sich gezielt an Mitgrant:innen
       in der Personalrekrutierung für Helferjobs.
       
       Es stimmt ja: Viele Geflüchtete fanden solche Jobs in der
       Systemgastronomie und im Versandhandel. Teilweise sind es Helferjobs, für
       die man nicht viele Deutschkenntnisse braucht, [2][wo aber ein jüngeres
       Alter und körperliches Durchhaltevermögen willkommen sind]. Das hat für die
       Betroffenen gute, aber auch sehr dunkle Seiten. Die Leute nehmen diese
       Anlern-Jobs ja deswegen an, weil mit fehlenden Sprachkenntnissen oder
       beruflichem Vorwissen, das hier nichts gilt, für sie keine bessere Arbeit
       zu finden ist. Auch eine lange Berufsausbildung ist oft nicht zu stemmen,
       die Berufsschule mit ihren deutschen Fachbüchern wird zum unüberwindbaren
       Hindernis.
       
       Die globale Migration und die sprachlichen Barrieren für die Zugewanderten
       sorgen solcherart für den Nachschub an billigem Personal in der
       Paketzustellung, in der Gastronomie, in der Pflege, wovon die
       Konsument:innen profitieren. Der Anteil von Migrant:innen im
       sogenannten unteren Entgeltbereich hat erheblich zugelegt, zeigen neue
       Zahlen des gewerkschaftsnahen [3][WSI-Instituts]. Wie man für die
       Angelernten Bedingungen verbessert und Bildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten
       schafft, wird politisch zu wenig diskutiert.
       
       6 Jan 2022
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] https://www.randstad.com/jobs/versandmitarbeiter-mwd_hennigsdorf_38333796/
   DIR [2] /Boom-von-Fahrrad-Lieferdiensten/!5789413
   DIR [3] https://www.wsi.de/de/index.htm
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Barbara Dribbusch
       
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