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       # taz.de -- Schulbeginn in Berlin: Testwoche in den Schulen gestartet
       
       > Trotz Omikron mit Präsenzpflicht: Zum Schulstart nach den Ferien gab es
       > bei den Coronatests „keine Ausreißer nach oben“, sagt die
       > Schulverwaltung.
       
   IMG Bild: Setzt auf Präsenz und Tests: Berlins neue Schulsenatorin Busse (SPD)
       
       Berlin taz | An Berlins Schulen wurde am Montag nach Ende der
       Weihnachtsferien wieder unterrichtet – das klingt selbstverständlich, ist
       es aber nicht. Denn während der Ferien wurde angesichts der unklaren
       Coronasituation aufgrund der Virusvariante Omikron [1][heftig über eine
       Aufhebung der Präsenzpflicht diskutiert]; Eltern hätten also selbst
       entscheiden können, ob ihre Kinder in die Schule gehen.
       
       Die neue Bildungssenatorin Astrid-Sabine Busse (SPD) hatte sich klar gegen
       die Aufhebung ausgesprochen und sah sich am Montag in diesem Vorgehen
       bestätigt: „Nach ersten Rückmeldungen aus den einzelnen Regionen war alles
       im Rahmen“, teilte ihr Sprecher Martin Klesmann auf taz-Anfrage mit. „Es
       gab bei den Testungen keine Ausreißer nach oben.“ Allerdings habe es in
       „einzelnen Bezirken“ etwas mehr Krankmeldungen oder einen leichten Anstieg
       bei den positiven Schnelltestungen gegeben. Klesmanns Fazit: „Das alles ist
       nicht überraschend.“
       
       Um das Pandemiegeschehen in Schulen unter Kontrolle zu behalten, müssen
       sich Schüler*innen in der ersten Woche täglich selbst testen,
       anschließend soll wieder in einen zweitägigen Rhythmus übergegangen werden.
       Grund dafür ist offenbar auch, dass die Tests immer schwerer zu bekommen
       sind und teurer werden, wie ein Schreiben der Bildungsverwaltung an alle
       Schulleitungen nahelegt. Darin heißt es: „Wir arbeiten mit Hochdruck daran,
       die notwendige Anzahl an Tests auf dem hart umkämpften Weltmarkt zu
       beschaffen.“
       
       Ob die Tests alleine ausreichen, um eventuelle Corona-Ausbrüche frühzeitig
       zu erkennen, will die Schulverwaltung [2][Ende der Woche entscheiden]. Man
       hoffe, nach dem immer donnerstags stattfindenden Treffen der bezirklichen
       Schulaufsichten mit den Gesundheitsämtern und den Schulleitungen einen
       Überblick zu haben. Spitzt sich die Lage zu, wäre der Übergang in den
       Wechselunterricht mit geteilten Klassen eine Möglichkeit. Senatorin Busse
       möchte dies möglichst verhindern, genauso [3][wie viele Schüler*innen.]
       
       ## Unterstützung von Schulleiter*innen
       
       Unterstützung für diesen Kurs erhielt Busse von der Vereinigung der
       Oberstudiendirektorinnen und Oberstudiendirektoren des Landes Berlin (VOB).
       Deren Vorsitzender Arnd Niedermöller findet es richtig, noch nicht zum
       Wechselunterricht überzugehen: „Dass wir in Präsenz starten, halte ich für
       sehr sinnvoll“, sagte er am Montag der dpa. „Stellen wir uns vor, die
       Politik hätte entschieden, wir würden im Wechselunterricht starten, dann
       wäre der Aufschrei sehr groß, dass man noch einkaufen und arbeiten gehen
       kann und bei den Schulen wird schon wieder zugemacht.“ Vor Weihnachten sei
       das Infektionsgeschehen an den Schulen außerdem deutlich abgeflacht, so
       Niedermöller.
       
       Ähnlich sieht die Situation in Brandenburg aus. Nach den Weihnachtsferien
       ist der Präsenzunterricht an den dortigen Schulen laut Bildungsministerium
       planmäßig angelaufen. Nur wenige Schüler*innen seien aufgrund der
       ausgesetzten Präsenzpflicht in den Jahrgangsstufen 1 bis 5 sowie 7 und 8
       nicht zur Schule gekommen, teilte das Ministerium am Montag in Potsdam mit.
       „Ähnlich wie vor Weihnachten gehen wir davon aus, dass circa 2,5 bis 5
       Prozent der Schülerinnen und Schüler die ausgesetzte Präsenzpflicht in
       Anspruch nehmen.“
       
       Bis auf wenige Ausnahmen an einzelnen Schulen sei gegenüber Dezember auch
       kein erhöhter Krankenstand beziehungsweise Quarantäne bei Schülern oder
       Lehrkräften gemeldet worden. Vor Beginn der Weihnachtsferien waren rund 450
       Lehrkräfte und etwa 11.200 Schüler in Quarantäne. Gut 370 Lehrkräfte und
       rund 5.200 Schüler waren positiv getestet.
       
       ## Zu wenig Tests in Brandenburg
       
       Die rund 293.000 Schülerinnen und Schüler müssen sich drei Mal pro Woche zu
       Hause vor dem Schulbesuch selbst testen. Die angestrebten fünf Tests pro
       Woche gibt es noch nicht, weil die Beschaffung der Testkits länger dauert.
       Laut Ministerium wird dies voraussichtlich erst Mitte Februar möglich sein.
       (mit dpa)
       
       3 Jan 2022
       
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