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       # taz.de -- Feuerwerk, Tiere und veganes Leben: Keine Böller sind auch eine Lösung
       
       > Raketen zu Silvester machen schönes buntes Licht. Aber Tiere, ob
       > domestiziert oder wild, versetzt es in Angst und Schrecken. Schöner ist's
       > doch ohne.
       
   IMG Bild: Laute Geräusche können ein Knalltrauma auslösen und das Innenohr schädigen
       
       Mit Feuerwerk verbinde ich einige meiner schönsten Kindheitserinnerungen.
       Die Farbexplosionen am Himmel waren für mich Symbol für Freude und eine
       Feier des Lebens. Dieses Jahr wird Silvester in Deutschland ein eher
       stilles Ereignis sein. Aufgrund von Corona dürfen Böller, Fontänen und
       Raketen zum zweiten Mal nicht zum privaten Gebrauch verkauft werden, um
       Menschenansammlungen zu vermeiden und die Krankenhäuser nicht noch weiter
       zu belasten.
       
       Persönlich finde ich informierte Entscheidungen besser als Verbote. Was
       Feuerwerk betrifft, so kaufe ich dieses allerdings schon seit vielen Jahren
       nicht mehr – mit meiner veganen, aufs Wohl von allen Lebewesen
       ausgerichteten Lebensweise ist es nämlich kaum vereinbar. Gleich mehrere
       Dinge haben mir den Spaß daran genommen.
       
       Den meisten von uns ist bewusst, dass Feuerwerk Haustiere in Angst
       versetzt. Doch wenige wissen, wie stark empfindlich Hundeohren sind, dass
       die lauten Geräusche ein Knalltrauma auslösen und das Innenohr schädigen
       können. Haustiere sind teils so verschreckt, dass sie an Zimmertüren
       kratzen, bis ihre Pfoten bluten, [1][oder gar von zu Hause ausreißen]. Im
       besten Fall kommen die Tiere schnell zu ihren Menschen zurück oder werden
       in einem Tierheim aufgenommen, wo sie später mit ihren Besitzern
       wiedervereinigt werden können. Im schlimmsten Fall werden sie von Autos
       angefahren und/oder finden nicht zurück.
       
       Auch wildlebende Tiere leiden unter Feuerwerk: Das laute Knallen in der
       Nacht verursacht Panikattacken bei Vögeln, manche verletzen sich, andere
       fliegen vor Schreck bis zu 1.000 Meter hoch und verbrauchen wichtige
       Winter-Energiereserven. Wildtiere und Fische können sterben, wenn sie
       Feuerwerksabfall fressen. Überhaupt sind in Feuerwerk enthaltene Substanzen
       wie Perchlorat und Schwermetalle wie Barium und Blei [2][schädlich für die
       Umwelt] und auch die menschliche Gesundheit. Im Wasser dauert es bis zu 80
       Tage, bis diese Giftstoffe abgebaut sind. Und in der Luft setzt Feuerwerk
       jede Menge Feinstaub frei – und kleinste Metallpartikel, die bis tief in
       die Lungen vordringen können.
       
       Wem Tiere und Umwelt schnurz sind, dem sind Menschen am anderen Ende der
       Welt vielleicht auch egal. Aber viele wissen auch gar nicht um [3][die
       katastrophalen Arbeitsbedingungen], unter denen Feuerwerk, das auch in
       Deutschland verkauft wird, zum Beispiel in Indien, China, Guatemala, den
       Philippinen oder Mexiko hergestellt wird – teils auch durch Kinderarbeit.
       Verletzungen oder gar der Tod durch Explosionen und das Verarbeiten von
       giftigen Substanzen sind in vielen Produktionsstätten leider „normal“.
       
       Weil es mir mehr Freude macht, meinen Teil zum Tier-, Umwelt- und
       Menschenwohl beizutragen, ist ein Silvester ohne Feuerwerk für mich daher
       kein Verzichten – sondern die wahre Feier des Lebens. In diesem Sinne
       wünsche ich allen einen gesunden und frohen Jahreswechsel!
       
       31 Dec 2021
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] https://www.independent.co.uk/life-style/health-and-families/dogs-fireworks-bonfire-night-missing-b1944793.html
   DIR [2] https://www.treehugger.com/are-fireworks-bad-for-the-environment-4864146
   DIR [3] https://utopia.de/feuerwerk-arbeitsbedingungen-china-indien-35189/
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Ariane Sommer
       
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