# taz.de -- EU plant Vermögensregister: Mehr Daten über Reiche
> Ein EU-Vermögensregister soll den Kampf gegen Geldwäsche und
> Steuerhinterziehung erleichtern. Kritiker warnen vor Schritt zum
> „gläsernen Bürger“.
Brüssel taz | Die EU-Kommission treibt ihre umstrittenen Vorarbeiten für
ein europäisches [1][Vermögensregister] voran. Die Behörde bestätigte, dass
sie eine Studie im Wert von bis zu 400.000 Euro ausgeschrieben habe, um die
Machbarkeit eines solchen Registers zu prüfen. Kritiker sehen dies als
ersten Schritt zum „gläsernen Bürger“.
Laut Ausschreibung soll untersucht werden, „wie aus verschiedenen Quellen
des Vermögenseigentums (z. B. Landregister, Unternehmensregister, Trust-
und Stiftungsregister, zentrale Verwahrstellen von Wertpapieren usw.)
verfügbare Informationen gesammelt und miteinander verknüpft werden
können“.
Eine zentrale Erfassung könne die Bekämpfung von Geldwäsche und
[2][Steuerhinterziehung] erleichtern. Die Ausschreibung bedeute jedoch
nicht, dass die EU-Kommission ein solches Vermögensregister auch
tatsächlich plane, erklärte ein Sprecher. Man folge nur einem Wunsch des
Europaparlaments.
Viele EU-Abgeordnete sehen den Vorstoß jedoch mit gemischten Gefühlen.
Zustimmung signalisierte Rasmus Andresen von den Grünen, der auch im
Haushaltsausschuss sitzt. „Ohne Daten werden wir den Kampf gegen Geldwäsche
und Steuerhinterziehung nicht gewinnen“, sagte Andresen der „taz“.
Deshalb unterstütze er die Einführung eines Vermögensregisters. „Es ist
richtig, wenn die EU-Kommission in einem ersten Schritt untersucht, wie wir
mehr Steuertransparenz erreichen können.“ Von einem „Irrweg, den wir gar
nicht erst beschreiten sollten“, spricht dagegen CSU-Finanzexperte Markus
Ferber. „Man kann Geldwäsche auch anders bekämpfen, als den finanziell
gläsernen Bürger zu schaffen.“
Ferber hatte sich bereits im Sommer bei der zuständigen EU-Kommissarin
Mairead McGuinness nach dem Vermögensregister erkundigt. McGuinness
antwortete, sie halte ein solches Register nicht für nötig. Umso größer ist
nun die Verwunderung über die geplante Studie.
Es dürfte der EU-Kommission schwer fallen, eine einmal auf den Weg
gebrachte Studie wieder zu kassieren, so Ferber. Es gebe aber auch „keinen
Grund“, Geld „für eine Studie aufzuwenden, deren Ergebnisse man ohnehin
nicht weiterverfolgen will.“
21 Dec 2021
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## AUTOREN
DIR Eric Bonse
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