# taz.de -- Keine Zinserhöhung der EZB: Bittere Erkenntnis
> Obwohl die US-Notenbank Fed die Zinsen erhöhen will, bleibt die EZB bei
> ihrer Nullzinspolitik. Das ist plausibel, aber kein Trost für
> Sparer:innen.
IMG Bild: In einem unbequemen Spannungsfeld: EZB-Präsidentin Christine Lagarde
Der Druck auf die Europäische Zentralbank wird wachsen. Während die
[1][US-Notenbank Fed in den USA schon Zinserhöhungen] anpeilt, gab die EZB
am Donnerstag bekannt, den zentralen Leitzins vorläufig bei null Prozent zu
lassen. Andererseits steigen die Lebenshaltungskosten der Privathaushalte
deutlich an. Viele Bürgerinnen und Bürger verstehen diesen Widerspruch
nicht. [2][Die EZB steckt in einem unbequemen Spannungsfeld], ihre Politik
dürfte sie Sympathien kosten.
Und doch ist die Position der Zentralbank plausibel. So begründet Isabel
Schnabel, deutsches Mitglied im EZB-Direktorium, die Inflation werde im
kommenden Jahr vermutlich wieder zurückgehen. Dafür spricht unter anderem,
dass die Coronaprobleme im internationalen Handel allmählich abklingen.
Auch muss die Notenbank die Situation in den 19 Staaten des Euroraums im
Blick haben und kann sich nicht nur an den Interessen eines Landes
orientieren. Wahr bleibt: Deutschland profitiert vom Euro und der Existenz
der EZB – Inflation und Nullzinsen hin oder her.
Trotzdem klingen solche Argumente [3][abstrakt für diejenigen, die auf
Sparkonten Geld zurücklegen] oder ihre Mittel etwa in Lebensversicherungen
investieren. Ihre Rücklagen verlieren an Wert – mit dem Ergebnis, dass
diese Bürgerinnen und Bürger später, wenn sie nicht mehr arbeiten können,
weniger zur Verfügung haben als erhofft. Einen konkreten Trost gibt es
angesichts dieser bitteren Erkenntnis nicht. Politische Abhilfe ist
ebenfalls nicht in Sicht.
Außer vielleicht diese: Die Umlage für Ökostrom in den Strompreisrechnungen
wird bald abgeschafft. Dieser Beschluss der neuen Koalition wird
Privathaushalte um teils einige hundert Euro jährlich entlasten – ein
Gegenmittel gegen den allgemeinen Preisanstieg. Auf dieser Strecke könnte
die Regierung auch mehr tun. Haushalten mit niedrigen Einkommen, die die
Inflation besonders trifft, würden deutlich höhere Hartz-IV-Sätze helfen.
Oder ein Zuschuss des Staats zum Einkommen wie in Frankreich.
16 Dec 2021
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## AUTOREN
DIR Hannes Koch
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