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       # taz.de -- Fackelaufmarsch in Sachsen: Neuordnung der Fronten
       
       > Immer gefährlicher wird der Protest radikaler ImpfgegnerInnen. Die
       > ungeimpften demokratischen Kräfte sollten sich distanzieren.
       
   IMG Bild: Nicht alle Ungeimpften teilen den radikalen Protest gegen die verschärften Maßnahmen
       
       Der Fackelaufmarsch vor dem Haus der sächsischen [1][Gesundheitsministerin
       Petra Köpping] stieß völlig zu Recht auf parteiübergreifende Entrüstung.
       Baden-Württembergs grüner Ministerpräsident Winfried Kretschmann sprach von
       SA-Methoden und auch Innenminister Horst Seehofer fühlte sich an die
       dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte erinnert. Die Reaktionen waren
       so richtig, wie die Aktion selbst absehbar war.
       
       Immer radikalere Ausmaße nimmt der Protest von CoronaleugnerInnen an. Was
       fehlt, ist die klare Distanzierung derer, die zwar ebenfalls keine Impfung
       wollen, die Methoden und die zunehmende Gewalt der Fanatiker jedoch
       ablehnen. Viel zu lange schon überlassen die Impfscheuen, die Ängstlichen
       und die, die sich mit den verschärften Maßnahmen zunehmend an die Wand
       gedrängt fühlen, ihre Stimme den ExtremistInnen.
       
       Schon die steigenden [2][Zahlen bei den Impfungen] zeigen, dass es sich bei
       den Menschen, die sich dem Piks bislang verweigerten, keinesfalls um eine
       homogene Gruppe handelt. Sehr vielen reichen die verschärften Maßnahmen
       schon aus, um den lange gemiedenen Weg zur Impfung endlich zu gehen.
       
       Warum ist öffentlich, etwa in den sozialen Medien, nichts von denen zu
       hören, die Impfen nur blöd oder umständlich finden und die diffuse Ängste
       haben, die aber den von einem Einzeltäter begangenen [3][Mord in
       Idar-Oberstein] und eben auch den Fackelzug genauso verabscheuungswürdig
       empfinden, wie jeder moralisch denkende Mensch es tun sollte – ob geimpft
       oder nicht.
       
       Es waren 30 FanatikerInnen, die mit Fackeln vor Köppings Haus aufmarschiert
       sind – und die in einer Atmosphäre agierten, die es ihnen ermöglicht, sich
       selbst zu Pionieren und HeldInnen zu stilisieren, zu VerteidigerInnen der
       Rechte der Unterdrückten. Diese Irren eines Besseren zu belehren und ihnen
       klarzumachen, dass sie nicht für alle Ungeimpften sprechen, ist überfällig.
       
       Jetzt gilt es, die Frontlinien da zu ziehen, wo sie tatsächlich verlaufen,
       nämlich zwischen DemokratInnen und denen, die skrupellos Nazi-Methoden
       anwenden.
       
       5 Dec 2021
       
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   DIR Susanne Knaul
       
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