# taz.de -- Repressionen gegen Opposition auf Kuba: Uniformierte kontrollieren Städte
> Aktivist*innen hatten auf Kuba zum „Marsch für den friedlichen
> Wandel“ aufgerufen. Viele wurden verhaftet oder ihr Internet abgestellt.
IMG Bild: An vielen Ecken dominieren die Sicherheitskräfte: Polizeikontrolle in Havanna
Hamburg taz | Im Hause García Aguilera hat man schon seit Sonntagvormittag
keine Internetverbindung mehr. Anrufe oder Botschaften können nicht mehr
empfangen werden. Die Polizei hat das Haus abgesperrt, Nachbar*innen
verscheuchten mehrere Journalist*innen. Unter Hausarrest war [1][Yunior
García Aguilera] dann am Montag gestellt worden und mit ihm auch Luz
Escobar, Journalistin der unabhängigen Tageszeitung 14ymedio. Die wohnt in
der kubanischen Hauptstadt Havanna nur ein paar Blöcke weiter am Platz der
Revolution und darf seit Samstag das Haus nicht verlassen.
In allen großen sechs Städten Kubas sollte in diesen Tagen der „[2][Marsch
für den friedlichen Wandel]“ stattfinden. Aktivist*innen hatten ihn
erfolglos angemeldet. Stattdessen dominieren in den Zentren der Städte nun
Uniformierte. Ihre Strategie: Den öffentlichen Raum besetzen, die bekannten
Kritiker*innen der Regierung festsetzen oder festnehmen und sie von der
Kommunikation abnabeln.
Den spärlichen Informationen zufolge wurden die Demonstrationen in Kuba
damit nahezu komplett verhindert. Nur sehr wenige in Weiß gekleidete
Menschen konnten Fotos von sich an neuralgischen Punkten in den sozialen
Medien veröffentlichen.
Bekannte Aktivist*innen wurden festgenommen, etwa Manuel Cuesta Morua
beim Öffnen seiner Haustür in Alamar. Ähnlich erging es Berta Soler von der
Bewegung Frauen in Weiß sowie ihrem Ehemann Ángel Moya. In Santa Clara
wurde Guillermo Fariñas, Träger des Sacharow-Preises des EU-Parlaments,
bereits am Freitag festgenommen. Auch Journalist*innen
regierungskritischer Medien erging es nicht anders.
## Weltweite Solidarität
Doch an 120 Orten weltweit gingen Menschen Agenturmeldungen zufolge aus
Solidarität mit dem „15N“, so das Kürzel des Marsches, auf die Straße, etwa
in Madrid. In Spanien solidarisierten sich der Sänger Pablo Milanés und der
Jazzmusiker Paquito Rivera mit den Aktivist*innen rund um Yunior García
Aguilera. In Panama unterstützte Salsa-Star Rubén Blades die Aktionen, in
den USA eine lange Liste Künstler*innen kubanischer Herkunft.
Die kubanische Regierung in Person von Außenminister Bruno Rodríguez
erneuerte den Vorwurf, die USA stecke hinter dem Demonstrationsaufruf.
„Anscheinend haben sich meine Kollegen in Washington umsonst verkleidet,
für eine Party, die nicht stattgefunden hat“, hieß es sarkastisch in einem
auf Facebook veröffentlichten Video.
16 Nov 2021
## LINKS
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## AUTOREN
DIR Knut Henkel
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