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       # taz.de -- Rechter Professor in Polizeiakademie: Keine Konsequenzen
       
       > Ein Professor an der Lübecker Polizeiakademie des Bundes hat eine rechte
       > Vergangenheit. Eine interne Untersuchung sieht darin kein Problem.
       
   IMG Bild: „Volksstaat für Weiße“: Stephan Maninger schrieb auch für die rechte Zeitung „Junge Freiheit“
       
       Lübeck taz | Ein Polizeiprofessor mit rechtsradikalem Hintergrund – die
       Medienberichte im August 2021 schlugen ein, schließlich geht es um die
       höchste Ebene. [1][Stephan Maninger] ist Sicherheitsexperte der
       Bundespolizeiakademie in Lübeck. Er soll Gründervater des seit 2000
       bestehenden „Instituts für Staatspolitik“ (IfS) gewesen sein, einer
       Denkfabrik der Neuen Rechten, die vom Verfassungsschutz als rechtsextremer
       Verdachtsfall geführt wird. Er sprach vor NPD-Publikum und schrieb für die
       rechtsgerichtete Zeitung Junge Freiheit – ließ aber alle seine Artikel dort
       im Netz löschen. Maninger wuchs in Südafrika auf und schrieb Artikel, in
       denen er sich für einen „Volksstaat für Weiße“ in dem Land einsetzte.
       
       Als Reaktion auf die Medienberichte hatte die Bundespolizeiakademie alle
       Lehrveranstaltungen des Professors ausgesetzt und verkündet, sie werde eine
       interne Untersuchung zu Maningers Rolle in Südafrika sowie zu seiner
       Verbindung zum „Institut für Staatspolitik“ einleiten. Diese Untersuchung
       ist nun beendet. Das Fazit: Die Dienststelle kann kein „straf- und/oder
       disziplinarrechtlich relevantes Fehlverhalten“ feststellen.
       
       In der Sache bleiben jedoch die Vorwürfe bestehen, dass Maninger in der
       Vergangenheit rechtsgerichtete Organisationen unterstützt und
       entsprechendes Gedankengut geteilt hat.
       
       Maninger sagt, er sei nie beim „Institut für Staatspolitik“ gewesen,
       sondern bei dessen Träger „Verein für Staatspolitik“ nur – „wenige Monate“
       und lange bevor der Verfassungsschutz das Institut beobachtete. Er habe
       diese Aktivitäten vor Antritt seiner Professur niedergelegt. Ob er die
       Haltung dahinter niedergelegt hat, sagt er nicht, allerdings stelle er in
       seinen Vorlesungen die Flüchtlingsfrage nicht nur negativ dar.
       
       An der Bundespolizeiakademie studieren 1.600 Polizistinnen und Polizisten
       für den höheren Dienst, die später in besonders verantwortlichen Stellen
       arbeiten werden. 14.000 Beamtinnen und Beamte, unter anderem von
       Antiterror-Eliteeinheiten, bilden sich dort jedes Jahr fort. Was dort
       gelehrt wird, prägt das spätere Verhalten der Polizistinnen und Polizisten
       im Dienst.
       
       Seit 2001 unterrichtet Maninger an der Fachhochschule des Bundes, seit 2019
       als Professor für Sicherheitspolitik. In seinem Ressort ist ausgerechnet
       ein Programm gegen Extremismus in der Polizei namens „Radex“ angesiedelt,
       auch wenn daraus bisher kaum Ergebnisse bekannt wurden.
       
       9 Dec 2021
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] https://de.wikipedia.org/wiki/Stephan_Maninger
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Friederike Grabitz
       
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