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       # taz.de -- Erste schwedische Ministerpräsidentin: Andersson kann es schaffen
       
       > Schweden hat seine Ministerpräsidentin. Wichtiger ist aber: Gelingt es
       > ihr, rechte Bündnisse zu verhindern?
       
   IMG Bild: Magdalena Andersson wird Erste schwedische Ministerpräsidentin
       
       Dass Magdalena Andersson tatsächlich [1][seit Mittwoch Schwedens
       Ministerpräsidentin] ist, wird nicht nur in Skandinavien mit besonderer
       Erstauntheit zur Kenntnis genommen: Wie bitte – Schweden erst jetzt mit
       einer Frau an der Regierungsspitze?
       
       In allen anderen nordeuropäischen Staaten ist es fast eine Banalität, wenn
       eine Frau den Kampf um höchste politische Macht gewinnt. Völlig normal ist
       in Finnland, Dänemark, Island und vor allem in Norwegen, dass eine Frau
       eben die Leitlinien einer Regierung profiliert und durchsetzt.
       
       Eine Frau im Amt zu haben, gilt in Nordeuropa weder als links, feministisch
       oder emanzipiert – in Norwegen amtierte bis vor Kurzem eine
       Regierungschefin, die ungefähr so neoliberal operierte wie einst Margaret
       Thatcher, obendrein unterstützt vom rechtspopulistischen Block im
       Parlament. Feministisch ist in Schweden allenfalls, dass eben auch in den
       erweiterten Führungen der anderen, liberalen, linken, konservativen bis
       rechtspopulistischen Parteien Frauen recht gleichberechtigt schalten und
       walten.
       
       Wichtiger als die Geschlechtererwägung ist in Schweden indes die Frage:
       Rettet [2][Magdalena Andersson, eine gewiefte, wie Olaf Scholz in der nun
       vormaligen Bundesregierung Finanzpolitikerin], die ton- und
       tatsachenangebende Sozialdemokratie vor dem Trend zur Kleinpartei?
       
       ## Andersson hat keine eigene Mehrheit
       
       Kann es mit ihr an der Spitze gelingen, die nahenden, weil als möglich
       signalisierten [3][Allianzen von Bürgerlichen mit den Rechtspopulisten] zu
       verhindern? Das Staatsbudget des nächsten Jahres ist bereits ein Thema, das
       die Opposition als gemeinsames Ziel anpeilt, und Andersson hat keine eigene
       Mehrheit, hier zu kontern.
       
       Bürgerliche Politiker*innen in Schweden sind klug genug zu wissen,
       dass alle Fantasie wider die Mitte-links-Partei verwehen wird, sollte
       Andersson den Fehler machen und nur den grün-roten Bildungsbürgerschichten
       dienen. Sondern sie muss auch jenen nützlich sein, die keine akademischen
       Abschlüsse vorweisen können. Anderssons bisherige Politik lässt darauf
       schließen, dass sie genau das verstanden hat.
       
       24 Nov 2021
       
       ## LINKS
       
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       ## AUTOREN
       
   DIR Jan Feddersen
       
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