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       # taz.de -- Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz: Süßer die Scheine nie klingeln
       
       > Der Weihnachtsmarkt auf dem Breitscheidplatz ist unter Corona-Bedinungen
       > eröffnet. Und Influencer verteilen Geschenke.
       
   IMG Bild: Voll sind hier nur die Glühweinbecher: Entspanntes Bummeln unter Corona-Maßnahmen
       
       Berlin taz | Aus der Ferne sieht der Breitscheidplatz in Charlottenburg aus
       wie eine gigantische Lichterkette. Am Montag wurde der Weihnachtsmarkt an
       der Gedächtniskirche eröffnet, genau wie der am Gendarmenmarkt und am Roten
       Rathaus. Viele andere wurden coronabedingt abgesagt.
       
       Der Markt am Breitscheidplatz ist nachmittags schon gut besucht, es ist
       kaum eng oder voll. Der Platz für die Fußgänger zwischen den Ständen ist
       vergrößert worden, es bleibt genug Raum zum Abstandhalten. Der Glühwein
       hält warm und Weihnachtslieder klingen aus den Boxen.
       
       [1][Die Coronamaßnahmen sind allgegenwärtig]: Es gilt 3G, nach Impf- oder
       Genesenennachweisen oder Tests fragt am Eingang jedoch keiner. Bei anderen
       Weihnachtsmärkten gilt 2G, was dann am Einlass auch kontrolliert wird.
       Dafür fällt dann die Maske weg, die auf dem Breitscheidplatz Pflicht ist.
       Das sollen Ordner auf dem Markt kontrollieren, nur an den Ständen mit Essen
       und Trinken darf man die Maske abnehmen. Das nervt die Besucher: Die
       weihnachtlichen Gerüche von gebrannten Mandeln und Glühwein steigen nicht
       mehr ungehindert in die Nase, und es ist schwieriger, sich zu unterhalten.
       
       ## Trotzdem stimmungsvoll
       
       Trotzdem freuen sich die Menschen sichtlich darüber, dass man dieses Jahr
       überhaupt zwischen den Crêpe- und Bratwurstständen flanieren kann. [2][An
       den Anschlag auf den Weihnachtsmarkt vor fünf Jahren] erinnert wenig: Die
       Namen der Verstorbenen auf einer Treppe sind neben den Neonlichtern der
       Stände fast unsichtbar. Am Zugang zur Straße sind Barrieren aufgestellt und
       ein Polizeiwagen geparkt. Die Gedanken an die Katastrophe bleiben im
       Hinterkopf, und mir wird kalt. Ich will aber noch auf den Regierenden
       Bürgermeister Michael Müller warten, der zur Eröffnung eigentlich eine Rede
       halten sollte. Den Besuch hat er kurzfristig abgesagt.
       
       Kurz bevor ich gehe, kommt aber ein anderer Überraschungsgast. Ein
       Influencer dreht mit einem Kamerateam neben den Ständen Clips für ein
       Werbevideo. Er gibt jungen männlichen Besuchern, die an ihm vorbeilaufen,
       Komplimente, und die sollen sich darüber freuen. Das Ganze ist gestellt,
       und es gibt 50 Euro als Belohnung. Meine Begleitung lässt sich die Chance
       nicht entgehen. Die netten Worte und Reaktionen sind gespielt, das Geld ist
       echt. Auch das ist weihnachtlich.
       
       24 Nov 2021
       
       ## LINKS
       
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       ## AUTOREN
       
   DIR Manuel Aguigah
       
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