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       # taz.de -- Maskenpflicht für Grundschüler: Das ist bitter
       
       > An Berliner Grundschulen gilt wieder die Maskenpflicht. Wann kommen
       > endlich mehr Erwachsene ihrer Verantwortung nach und lassen sich impfen?
       
   IMG Bild: Gutes Vorbild: Ein Mann nutzt das Impfangebot in Berlin
       
       Die [1][GrundschülerInnen müssen in Berlin im Unterricht wieder Maske
       tragen] – und zwar quasi ab sofort, teilte die Bildungsverwaltung am
       Montagabend mit. Angesichts der galoppierenden Inzidenz, gerade bei den
       jüngeren Schulkindern (Stand Dienstag: 578,7) war dieser Beschluss nicht
       nur vernünftig, sondern längst überfällig. Warum man in der
       Bildungsverwaltung stur bis zur turnusmäßigen 14-täglichen Sitzung des
       Hygienebeirats am Montag gewartet hat – anstatt sich bereits in der
       Vorwoche einfach mal zusammenzusetzen, als die Inzidenz auch schon über die
       300er-Marke kletterte –, bleibt das Geheimnis der Bildungssenatorin.
       
       Manche, die vom Fach sind, sagen, wenn es um die Maskenpflicht für
       SchülerInnen geht: Weil die Krankheitsverläufe bei Kindern in der Regel
       nicht so schlimm sind, senkt man mit der Maskenpflicht vielleicht die
       Inzidenz. Aber auf die Hospitalisierungsquote hat das keinen Einfluss. Das
       heißt so viel wie: Macht keinen Unterschied, die Maskenpflicht für die
       Kinder. Jedenfalls nicht für das Infektionsgeschehen in den Krankenhäusern.
       Jedenfalls nicht, wenn man damit die [2][Überlastung der Intensivstationen
       verhindern will, vor der in Berlin die Charité] auch bereits in der
       vergangenen Woche warnte.
       
       Ist das zynisch? Es ist vor allem eines, nämlich die bittere Wahrheit. Und
       das ist das, was eigentlich wütend macht: Wir schaffen es immer noch nicht,
       nicht nach fast zwei Jahren Pandemie, die Kinder zu schützen. Sie kommen,
       allen Beteuerungen auch aus der Politik zum Trotz, eben nicht an erster
       Stelle.
       
       ## 90 Prozent Ungeimpfte
       
       Im Gegenteil: Sie müssen sich, wieder mal, selbst schützen – weil viel zu
       viele Erwachsene ihrer Verantwortung nicht nachkommen: die da wäre, sich
       impfen zu lassen. Seitens der Deutschen Krankenhausgesellschaft heißt es,
       man habe inzwischen etwa [3][90 Prozent Ungeimpfte], vor allem jüngere
       PatientInnen – die zudem eine besonders hohe „Verweildauer“ auf den
       Stationen hätten.
       
       Nun kann man darüber sinnieren, dass es bitter ist, dass die
       Intensivstationen personell noch schlechter ausgestattet sind als vor einem
       Jahr und damit weniger Betten vorhalten können als noch in der zweiten oder
       dritten Welle. Aber das lenkt ab: Denn es ist ja nicht Sinn der Sache, die
       Intensivstationen zu vergrößern – sondern die Zahl der Infizierten zu
       verkleinern.
       
       Das eigentliche Problem ist: Die Impfquote dümpelt in Berlin bei 67,5
       Prozent. Gut möglich, dass der [4][diese Woche erwartete weitgehende
       2G-Beschluss] des geschäftsführenden rot-rot-grünen Senats die Impfmoral
       noch mal ein wenig heben wird – [5][der Blick nach Österreich] lässt
       zumindest hoffen. Wenn Appelle nichts nutzen, muss man vielleicht doch den
       Druck erhöhen. Was eigentlich eine bedauerliche Erkenntnis ist.
       
       Aber Fakt ist: Wären deutlich mehr Erwachsene (und Jugendliche ab 12
       Jahren) geimpft, würde die Inzidenz auch in der Altersgruppe sinken, die
       sich (noch) nicht schützen kann – bei den Kindern. Das wiederum würde die
       Impfdurchbrüche reduzieren, weil sich auch doppelt geimpfte Eltern bei
       ihren Kindern anstecken, die das Virus aus der Schule mitbringen. Das ist
       nicht fair, für niemanden.
       
       9 Nov 2021
       
       ## LINKS
       
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