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       # taz.de -- Verbale Attacken gegen Impfgegner: Spalterische Rhetorik
       
       > Ungeimpfte werden zunehmend als asoziale Minderheit dargestellt. Dabei
       > werden die tatsächlichen Machtverhältnisse auf den Kopf gestellt.
       
   IMG Bild: Der Piks, um den sich gerade alles dreht
       
       Die Frustration ist nachzuvollziehen. Eine substanzielle Minderheit in
       Deutschland [1][verweigert eine Impfung gegen Corona]. Die Infektionszahlen
       explodieren, die Intensivstationen füllen sich mit Patienten, Bund und
       Länder arbeiten an neuen Einschränkungen. Kein Wunder, dass bei vielen
       Geimpften die Wut auf jene wächst, die ihren Beitrag zur Bewältigung der
       Pandemie nicht leisten wollen. Doch die spalterische Rhetorik, die einige
       Politiker und Funktionäre dabei verwenden, ist weder der Sache angemessen
       noch hilfreich.
       
       Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery spricht von einer „[2][Tyrannei
       der Ungeimpften]“. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD)
       meint, die 20 Prozent der Erwachsenen, die sich nicht impfen lassen wollen,
       reichten aus, „[3][um eine ganze Gesellschaft in Angst und Schrecken zu
       versetzen]“. Und FDP-Vorstand Marie-Agnes Strack-Zimmermann sagt,
       Impfverweigerer sollten sich „im Klaren darüber sein, dass sie nicht als
       Minderheit die Mehrheit terrorisieren dürfen“.
       
       Inzwischen ist bekannt, dass Nichtgeimpfte ihre Entscheidungen aus
       unterschiedlichsten Gründen treffen. Das Bedürfnis, Mitbürger zu
       „terrorisieren“ oder zu „tyrannisieren“, dürfte dabei kaum eine Rolle
       spielen. Schlimmstenfalls fahrlässiges und egoistisches Verhalten deuten
       Montgomery, Strack-Zimmermann und Co in eine aktive Schädigungsabsicht
       gegenüber der Gesellschaft um und kehren nebenbei auch die
       Machtverhältnisse auf den Kopf.
       
       Denn es sind Bund, Länder und Behörden, die Macht ausüben und nicht
       Menschen, die sich aus welchem Grund auch immer nicht impfen lassen. Zu den
       Nichtgeimpften gehören auch Menschen, die als Pfleger die Krankenhäuser in
       Betrieb halten und als Supermarkt-Kassierer die öffentliche Versorgung
       aufrechterhalten. Es sind Menschen, die es nicht verdient haben, wegen
       einer fragwürdigen Entscheidung pauschal an den gesellschaftlichen Rand
       gedrängt zu werden.
       
       Darüber sollten im Übrigen vor allem jene nachdenken, die
       [4][Antidiskriminierung] zu ihrem politischen oder publizistischen
       Lebensinhalt gemacht haben.
       
       17 Nov 2021
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] /Die-These/!5801066
   DIR [2] https://www.philomag.de/artikel/tyrannei-der-ungeimpften-zugespitzt-aber-ethisch-richtig
   DIR [3] https://www1.wdr.de/daserste/hartaberfair/videos/video-nur-ja-keinen-zwang-ist-unsere-politik-beim-impfen-zu-feige-102.html
   DIR [4] https://de.wikipedia.org/wiki/Woke
       
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   DIR Jörg Wimalasena
       
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