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       # taz.de -- Armin Laschet gibt nicht auf: Rückzug auf Raten
       
       > Die CDU lädt kurzfristig zum Pressestatement. Kündigt Armin Laschet nun
       > seinen Rückzug vom Parteivorsitz an? Ganz klar ist das am Ende nicht.
       
   IMG Bild: CDU-Chef Armin Laschet unter Druck: Wie lange hält er noch am Parteivorsitz fest?
       
       Berlin taz | Am Donnerstag tritt [1][Armin Laschet] dann doch den Rückzug
       an – oder er macht zumindest einen Schritt in diese Richtung. Bereits am
       Nachmittag war dies aus einer Schaltkonferenz der Unionsfraktion nach
       draußen gedrungen, am frühen Abend steht der Parteichef dann vor der blauen
       Wand auf der Bühne in der CDU-Zentrale, die Pressestelle hat kurzfristig
       zum Statement geladen. Kündigt er jetzt seinen Rücktritt vom Parteivorsitz
       an? Eine ganz klare Ansage wird es in den kommenden zwölf Minuten nicht
       geben.
       
       Laschet redet erst einmal fast sechs Minuten lang über eine
       [2][Jamaika-Koalition] und betont, dass er von den Parteigremien den
       Auftrag habe, eine solche Koalition zu verhandeln. Als Parteichef sei er
       dafür weiterhin der Ansprechpartner. Erst dann kommt er auf die
       Konsequenzen zu sprechen, die die CDU aus dem desaströsen Ergebnis bei der
       Bundestagswahl ziehen soll. Bei der Wahl, bei der die SPD nicht nur vorne
       lag, sondern die Union auch das schlechteste Ergebnis seit ihrer Gründung
       einfuhr.
       
       Seitdem steht Laschet, der schon als Kanzlerkandidat während des
       Wahlkampfes angeschlagen war, noch stärker in der Kritik. Zur personellen
       Neuaufstellung der CDU-Spitze will Laschet den Parteigremien die
       Einberufung eines Parteitags vorschlagen, auf dem sich alle Delegierten
       äußern können. Ort und Datum würden noch festgelegt. Dass dort ein neuer
       Parteichef gewählt werden soll, sagt er nicht.
       
       Stattdessen: Die personellen Fragen, die dann anstünden, brauchten andere
       Wege, „vielleicht unkonventionelle“. Seit 2018, seit Angela Merkel den
       Rückzug vom Parteivorsitz angekündigt hat, habe es in der CDU eine
       Personaldiskussion gegeben, „immer gegeneinander“. „Jetzt wollen wir einen
       Weg des Konsens gehen, und jeder ist klug, sich daran zu halten.“ Da fragt
       sich die versammelte Presse im Konrad-Adenauer-Haus bereits, was genau
       Laschet hier eigentlich mitteilen will.
       
       ## Blaupause Nordrhein-Westfalen
       
       Was er damit meint, wird zumindest etwas klarer, als er weiterspricht und
       zu Nordrhein-Westfalen kommt. Dort, sagt Laschet, habe es mehrere
       Interessenten für den Landesvorsitz gegeben. Diesen wird er, das muss man
       zum Verständnis hinzufügen, nun abgeben, genauso wie den Posten des
       Ministerpräsidenten. Das hatte er auch im Falle einer Niederlage fest
       zugesagt.
       
       Durch intensive Gespräche habe man erreicht, dass sich alle auf einen
       Kandidaten verständigt hätten, [3][Hendrik Wüst] soll Ende Oktober gewählt
       werden. „Und dieses Beispiel wollen wir auch in der Bundespartei versuchen.
       Einen Konsens aller, die im Moment in Betracht kommen. Diesen Prozess werde
       ich moderieren.“ Das kann man durchaus so deuten, dass Laschet der
       Moderator, aber keiner der Kandidaten für den Parteivorsitz sein wird.
       
       Doch dies soll möglicherweise nur für den Fall gelten, dass die CDU in der
       Opposition landet. Denn Laschet sagt auch: „Kann es uns nicht diesmal
       gelingen, dass wir eine gemeinsame Lösung für die Aufstellung in der
       Opposition bekommen?“ Und wenn es doch noch zu dem unwahrscheinlichen Fall
       von Jamaika-Verhandlungen kommt? Dafür scheint sich Laschet noch ein
       Hintertürchen offen lassen zu wollen. Vielleicht hofft er trotz allem doch
       noch auf das Kanzleramt, immerhin steht [4][seine politische Karriere] auf
       dem Spiel.
       
       Allerdings, auch das sagt er, würden die Gespräche an seiner Person nicht
       scheitern. Das habe er auch bereits in den Gesprächen mit FDP und Grünen
       deutlich gemacht. Möglicherweise spekuliert Laschet darauf, dass Baerbock,
       Lindner und Co. im Zweifelsfall dann doch lieber mit ihm zusammenarbeiten
       als [5][mit CSU-Chef Markus Söder]. Nach zwölf Minuten sind viele Fragen
       offen. „Vielen Dank für Ihr Kommen“, heißt es dann. Nachfragen werden nicht
       zugelassen.
       
       7 Oct 2021
       
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