URI:
       # taz.de -- Pflegestreik erfolgreich: Durchbruch bei Vivantes
       
       > Verdi und Vivantes haben sich auf ein Eckpunktepapier für einen
       > Entlastungsvertrag geeinigt. Nun geht es um die Tochterunternehmen.
       
   IMG Bild: Zum Systemkollatz kam es nicht, es war aber knapp
       
       Berlin taz | Die Berliner Krankenhausbewegung hat einen weiteren
       Meilensteinerfolg errungen: Wie die Gewerkschaft Verdi und der kommunale
       Klinikkonzern Vivantes am Dienstagnachmittag mitteilten, konnte man sich
       auf ein Eckpunktepapier für einen Tarifvertrag einigen, der die chronisch
       überbelasteten Pfleger:innen entlasten soll. Einen ähnlichen Durchbruch
       gab es bereits [1][vergangene Woche im Arbeitskampf der
       Charité-Pfleger:innen.]
       
       [2][Silvia Habekost], Krankenpflegerin am Vivantes-Klinikum Friedrichshain,
       sagte der taz, das Ergebnis sei ein „toller Erfolg aller Kolleg:innen, die
       unermüdlich gestreikt, Notdienst geleistet und diskutiert haben“. Die
       Vivantes-Geschäftsführerin für Personalmanagement, Dorothea Schmidt, sprach
       von einem „harten Stück Arbeit“; nun aber seien die Voraussetzungen für
       weniger Belastung und „noch bessere Arbeitsbedingungen“ geschaffen.
       
       Auf Basis der Eckpunkte soll bis zum 30. November 2021 ein Tarifvertrag
       ausgearbeitet werden, der am 1. Januar 2022 in Kraft treten soll. Bis dahin
       wird der Streik der Vivantes-Pfleger:innen ausgesetzt.
       
       ## Druck schwenkt auf Tochterunternehmen
       
       Konkret soll für alle Krankenhausbereiche eine Patienten-Personal-Ratio
       festgelegt werden. Wird diese unterschritten, sollen die Pflegenden pro
       Schicht in Unterbesetzung einen sogenannten „Vivantes-Freizeitpunkt“
       erhalten.
       
       2022 sollen neun Freizeitpunkte gegen eine Freischicht oder einen
       Entgeltausgleich von 150 Euro eintauschbar sein, 2023 soll es diesen
       Ausgleich schon bei sieben Punkten geben – und im Jahr 2025 bei fünf
       Punkten. Maximal sollen im kommenden Jahr sechs, 2023 zehn und 2024
       fünfzehn freie Tage möglich sein. Ansprüche, die hierüber hinaus gehen,
       werden in Geld ausgeglichen. Auch die Ausbildungsbedingungen sollen
       verbessert werden.
       
       Der einzige Bereich, in dem sich die Krankenhausbewegung bisher noch nicht
       durchsetzen konnte, sind damit die Tochterunternehmen von Vivantes. Die
       Beschäftigten dort kämpfen für gleichen Lohn für gleiche Arbeit. Da nur
       Teile des Personals nach Tarifvertrag bezahlt werden, entstünden
       Lohnunterschiede von teilweise über 900 Euro, so die Krankenhausbewegung.
       Am Donnerstag sollen die Verhandlungen hier weitergehen – moderiert vom
       ehemaligen Brandenburger Ministerpräsidenten Matthias Platzeck (SPD). Um
       den Druck aufrecht zu erhalten, protestiert die Bewegung am Mittwoch um 10
       Uhr vor dem Roten Rathaus.
       
       12 Oct 2021
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] /Streikerfolg-der-Krankenhausbewegung/!5801161
   DIR [2] /Pflegerin-ueber-Pflegenotstand-und-Corona/!5765838
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Timm Kühn
       
       ## TAGS
       
   DIR Vivantes
   DIR Streik
   DIR Verdi
   DIR Arbeitskampf
   DIR Pflege
   DIR Krankenhäuser
   DIR Vivantes
   DIR Vivantes
   DIR IG
   DIR Streik
   DIR Krankenpflege
   DIR Vivantes
   DIR Vivantes
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
   DIR Einigung im Tarifstreit bei Vivantes: Kompromiss nach langem Streik
       
       Angestellte in Töchterfirmen des landeseigenen Berliner Klinikkonzerns
       erhalten mehr Geld. Allerdings werden nicht alle gleich behandelt.
       
   DIR Berliner Krankenhausbewegung: Erfolgreich zu Ende gestreikt
       
       Nach den Pflegekräften von Charité und Vivantes erringen auch die
       Beschäftigten der Vivantes-Tochtergesellschaften Verbesserungen. Der Streik
       ist vorbei.
       
   DIR Pfleger*innen über ihre Arbeit: „Es wird immer schlimmer“
       
       Der Pflegebereich ist chronisch unterfinanziert. Viele Beschäftigte sind
       gestresst und ausgebrannt. Unser Autor sprach mit Betroffenen.
       
   DIR Streik des Einzelhandels: Am Ende der Nahrungskette
       
       Beschäftigte des Berlin-Brandenburger Einzelhandels streiken für bessere
       Löhne. Seit Monaten kann keine Einigung erzielt werden.
       
   DIR Streikerfolg der Krankenhausbewegung: Erste Anzeichen der Besserung
       
       Nach fast fünf Monaten Tarifkonflikt einigen sich Gewerkschaft und
       Charité-Klinikleitung. Bei Vivantes geht der Streik unterdessen weiter.
       
   DIR Arbeitskampf bei Vivantes und Charité: Streiken und streiten
       
       Verdi erwartet in dieser Woche Ergebnisse in Verhandlungen mit Vivantes.
       Personaluntergrenzen bleiben eine Streitfall.
       
   DIR Notstand in der Pflege: Die kranken Häuser heilen
       
       Die überlasteten Beschäftigten der landeseigenen Kliniken in Berlin kämpfen
       für bessere Arbeitsbedingungen. Die Missstände sitzen tief im System.