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       # taz.de -- Aktuelle Nachrichten zur Bundestagswahl: „Da treffen Welten aufeinander“
       
       > Lindner kündigt „Vorsondierungen“ mit den Grünen an. Laut Habeck werden
       > die nicht einfach: In der Sozial- und Wirtschaftspolitik lägen beide
       > Parteien weit auseinander.
       
   IMG Bild: Robert Habeck am Tag nach der Wahl in der Bundespressekonferenz
       
       ## Mecklenburg-Vorpommerns CDU-Chef Sack tritt zurück
       
       Mecklenburg-Vorpommerns CDU-Vorsitzender Michael Sack hat als Reaktion auf
       das historisch schlechte Wahlergebnis sein Amt niedergelegt. Er werde auch
       sein Landtagsmandat nicht annehmen, erklärte Sack am Montag in Schwerin.
       Für das Ergebnis von nur 13,3 Prozent für die CDU übernehme er die
       Verantwortung. (afp)
       
       ## Söder kündigt nach Wahlniederlage umfassende Aufarbeitung in Union an
       
       Nach dem schlechten Abschneiden der Union bei der Bundestagswahl hat
       [1][CSU-Chef Markus Söder] eine umfassende Aufarbeitung und Fehleranalyse
       angekündigt. „Wir dürfen es nicht schön reden“, sagte der bayerische
       Ministerpräsident am Montag nach einer Sitzung des CSU-Vorstands in
       München. Die Union dürfe jetzt nicht einfach zur Tagesordnung übergehen.
       
       Söder betonte, dass damit aber „keine Rückspiele oder Zusatzkritik“ an
       Kanzlerkandidat Armin Laschet verbunden sei. „Es ist wichtig, dass wir uns
       jetzt ernsthaft damit auseinandersetzen“, die Union müsse sich mit einer
       Analyse „ehrlich machen“. „Es ist eine sehr ernste Zeit für die Union.“
       Erneuern gehe am besten in der Regierung.
       
       Söder betonte erneut, dass die Union als Zweitplatzierter keinen Anspruch
       auf die Regierungsbildung habe. Gleichwohl stehe sie zu ihrem Angebot für
       Gespräche über eine [2][Jamaika-Koalition] mit FDP und Grünen. Es gelte für
       die CSU aber auch, eine Regierungsbeteiligung dürfe nicht um jeden Preis
       erfolgen. Es müssten Unionskonturen sichtbar bleiben. Die CSU sehe sich in
       einem solchen Bündnis als soziales Gewissen etwa in der Rentenpolitik und
       beim Thema Wohngeld. Es gebe zudem Inhalte, die der CSU sehr wichtig seien.
       Dazu zähle der Verzicht auf Steuererhöhungen und ein Festhalten an der
       Schuldenbremse.
       
       ## Habeck über die FDP: „Da treffen Welten aufeinander“
       
       Grünen-Co-Chefin Annalena Baerbock sagt, die gegenseitige Blockade von
       Umwelt- und Wirtschaftsministerium müsse in der nächsten Regierung
       aufgelöst werden. Wie dies geschehen könne und wer dann am Ende als
       Minister dafür zuständig sei, sei aber noch offen. „Jetzt stehen erst mal
       die Gespräche an.“ Robert Habeck sagt, es gehe jetzt darum, alle
       Möglichkeiten auszuloten und Gemeinsamkeiten zu finden. Mit der FDP werde
       dies aber nicht einfach. In der Sozial- oder Wirtschaftspolitik seien beide
       Parteien weit auseinander. „Da treffen Welten aufeinander.“ (rtr)
       
       ## Laschet: Weder Union noch SPD mit klarem Regierungsauftrag
       
       Ein Ergebnis unter 30 Prozent sei nicht der Anspruch der Union als
       Volkspartei, so Laschet. Er wisse, dass er seinen persönlichen Anteil daran
       habe. Aber die Wähler der CDU wollten auch, dass seine Partei regiere. Er
       widersprach der Auffassung, dass die SPD als Sieger dieser Wahl allein
       Anspruch auf die Führung der nächsten Regierung habe. Keine Partei kann aus
       diesem klaren Ergebnis einen Regierungsauftrag ableiten, auch wir nicht,
       auch die SPD nicht“, betonte Laschet. Es sei ein Moment, in dem auch die
       großen Volksparteien mit Demut vor die Wähler treten sollten.
       
       Das Wahlergbnis müsse parteiintern aufgearbeitet werden, so Laschet. Das
       werde „in einem strukturierten Prozess passieren, „ganz gleich, ob wir in
       Regierungsverantwortung sind oder in der Opposition.“
       
       Er beanspruche nicht Platz 1, sagte Laschet. „Wir sind Platz 2.“ Aber klar
       sei auch, „Kanzler wird in Deutschland der, der eine Mehrheit im Bundestag
       hinter sich bringt.“ Laschet wolle die Koalitionsgespräche als
       Parteivorsitzender führen. Deshalb werde er bei der Fraktionssitzung am
       Dienstag vorschlagen, dass [3][der bisherige Fraktionschef Ralph Brinkhaus]
       solange im Amt bleibe. Es habe darüber im Parteivorstand keinen Dissenz
       gegeben.
       
       Laschet will vorerst weiter Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen
       bleiben. Er habe im Wahlkampf sehr drauf geachtet, dass er dieses Amt
       ernsthaft ausfülle und wolle das auch bis zur Wahl eines Nachfolgers so
       weiter halten. (ga)
       
       ## CDU-Vorsitzender strebt Jamaika an
       
       Der CDU-Vorsitzende Armin Laschet strebt eine Jamaika-Koalition an. Der
       CDU-Vorstand sei sich einig, „dass wir für Gespräche zu einer
       [4][Jamaika-Koalition] bereit stehen“, sagte Laschet am Montag bei einer
       Pressekonferenz. Jeder Partner in einer solchen Koalition müsse mit seinen
       Themen vorkommen. Man dürfe aber nicht wochenlang sondieren, sondern
       schnell zu Ergebnissen kommen. (ga)
       
       ## FDP will Vorsondierungen mit den Grünen
       
       Die FDP wird Vorgespräche zur Bildung einer Koalition mit den Grünen
       führen. Dies teilt Parteichef [5][Christian Lindner] nach Beratungen des
       Bundesvorstands in Berlin mit. Zwischen FDP und Grünen gebe es einerseits
       die größten inhaltlichen Unterschiede, andererseits hätten sich beide
       Parteien am stärksten gegen den Status Quo der großen Koalition gewandt,
       sagt Lindner. Es gelte daher zu prüfen, ob aus FDP und Grünen ein
       „fortschrittliches Zentrum“ einer neuen Koalition werden könne. Danach sei
       die FDP offen für eine Einladung von CDU/CSU und SPD über weitergehende
       Gespräche. (rtr)
       
       ## Laschet: „Analysieren und unbedingt aufarbeiten“
       
       CDU-Chef Armin Laschet hat in den Gremien nach Teilnehmerangaben
       persönliche Fehler eingestanden. „Wir werden dieses Ergebnis analysieren
       und unbedingt aufarbeiten, nicht nur in den Gremien, sondern unter
       Beteiligung der Kreisverbände und der Basis – und zwar unabhängig von einer
       möglichen Regierungsbildung“, betont Laschet danach im Bundesvorstand. Er
       wisse, dass er einen persönlichen Anteil an der Niederlage habe. Dennoch
       habe Laschet jetzt Geschlossenheit eingefordert, damit die Union mit FDP
       und Grünen für eine „Zukunftskoalition“ sondieren könne. (rtr)
       
       ## Die Basis bleibt ein Randphänomen
       
       Die Coronaskeptiker-Partei „Die Basis“ bleibt ein Randphänomen. Nur im
       äußersten Süden Baden-Württembergs und Bayerns kommt sie in einigen
       Wahlkreisen auf rund 3 Prozent. Hochburg ist Offenburg mit 3,5 Prozent. Die
       Europapartei Volt ist selbst von solchen Achtungserfolgen weit entfernt.
       Nur in wenigen Wahlkreisen kam sie über 1 Prozent der Zweitstimmen. In
       Frankfurt kam sie auf 1,2 bzw. 1,5 Prozent, in Darmstadt auf 1,4 Prozent.
       Außerhalb des Rhein-Main-Gebietes blieb sie meist kaum wahrnehmbar. (ga)
       
       ## Satirepartei holt selbst in ihrer Hochburg nur 2,2 Prozent
       
       Spannend ist auch ein Blick auf Blick auf die Kleinstparteien, die allesamt
       deutlich an der 5-Prozent-Hürde scheiterten. Die [6][Satirepartei Die
       Partei] kam selbst in ihren Hochburgen selten über 1,5 Prozent der
       Zweitstimmen. Nur im sehr eigenen Wahlkreis Berlin-Friedrichshain-Kreuzberg
       holte sie 2,2 Prozent. Bundestagswahlen scheinen für die Wähler:innen
       dann doch zu ernst zu sein. (ga)
       
       ## Die Grünen sind die Partei der Unistädte
       
       Die Ergebnisse der Grünen bestätigen: sie sind eine Partei der Unistädte.
       Im bereits erwähnten Münster konnten sie erstmals das Direktmandat
       erringen. Über 30 Prozent der Zweistimmen holten sie auch in Freiburg,
       Köln-Süd, Hamburg-Altona und in Berlin-Mitte. Hochburg bleibt
       Friedrichshain-Kreuzberg mit 36,7 Prozent. Alles keine Orte, in denen die
       AfD punkten kann. Umgekehrt sind die Grünen besonders schwach, wo die AfD
       stark ist. Vor allem in ländlichen Gebieten im Osten. Das niedrigste
       Ergebnis holten sie im Erzgebierge mit 3,3 Prozent.
       
       Auch die Union hat ihre Hochburg linksoben: in Cloppenburg-Vechta kommt die
       CDU auf 38,4 Prozent. Besser hat das nicht mal die CSU hinbekommen. Sie
       kommt auf maximal 37,6 Prozent in Bad Kissingen, ganz im Norden Bayerns.
       Solche Werte zeigen auch, wie tief die einstige 50+x-Partei gefallen ist.
       Den mit Abstand schlechtesten Wert holte die CDU im Berliner Wahlkreis
       Friedrichshain-Kreuzberg. Hier kam sie nur auf 7,0 Prozent. Dort hat sie
       ihr Ergebnis glatt halbiert. Sie liegt nur noch minimal vor der FDP, die
       auf 6,4 Prozent kam. (ga)
       
       ## Laschet: Niemand hat von Regierungsauftrag gesprochen
       
       Unionskanzlerkandidat Armin Laschet hat in Beratungen der engsten
       CDU-Führungsspitze seine Bereitschaft unterstrichen, auch nach dem Absturz
       der Union bei der Bundestagswahl Verhandlungen über eine von ihm geführte
       Bundesregierung zu führen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur
       in Berlin stellte der CDU-Chef am Montag im Präsidium seiner Partei klar,
       niemand habe am Sonntagabend von einem Regierungsauftrag für die Union
       gesprochen. Es sei lediglich die Faktenlage beschrieben worden.
       
       Zuvor hatte die Welt über entsprechende Aussagen von Laschet berichtet. Die
       Union erlebte bei der Wahl ein historisches Debakel, sie stürzte von 32,9
       auf 24,1 Prozent ab. (dpa)
       
       ## Zwei trans Frauen im Bundestag
       
       Mit [7][Tessa Ganserer] und Nyke Slawik ziehen zum ersten Mal trans
       Personen in den Bundestag ein. Ganserer, die bisher für die Grünen im
       bayerischen Landtag sitzt und im Wahlkreis Nürnberg-Nord antrat, sicherte
       sich das Mandat auf Platz 13 der bayerischen Landesliste. Sie hatte sich im
       November 2018 als trans geoutet. Slawik war in Nordrhein-Westfalen auf
       Platz elf der Grünen-Landesliste erfolgreich. (rtr)
       
       ## Nicht mehr ganz so hohe Werte für die AfD auf Usedom
       
       Bei der letzten Landtagswahl in [8][Mecklenburg-Vorpommern] vor fünf Jahren
       waren die teils sehr hohen Ergebnisse für AfD und NPD auf der Urlaubsinsel
       Usedom aufgefallen. Wie hat Usedom diesmal gewählt? Die gute Nachricht: es
       ist nicht mehr ganz so schlimm auf Usedom. AfD und NPD kommen zusammen
       nirgendwo mehr über 50 Prozent. Aber Zweitstimmenanteile von 30 bis 40
       Prozent für beide zusammen sind doch sehr häufig anzutreffen. Es fällt auf:
       vor allem in den sehr touristischen Orten an der Ostseeküste sind die Werte
       für AfD und NPD zurückgegangen. Auf der Seite zum Haff haben beide
       überdurchschnittlich hohe Werte. Die landesweit extremsten Werte erzielte
       die AfD etwas südlich von Usedom auf dem Festland. In Hammer an der Uecker
       kommt sie laut vorläufigem amtlichen Endergebnis auf 42,6, in der Gemeinde
       Groß Luckow gar auf 58,4%. (ga)
       
       ## Kreise: Söder warnt vor Schönreden der Unions-Niederlage
       
       [9][CSU-Chef Markus Söder] hat das Unions-Resultat bei der Bundestagswahl
       als enttäuschendes Ergebnis und als Niederlage bezeichnet. In einer
       CSU-Vorstandssitzung am Montag warnte Söder nach Teilnehmerangaben davor,
       das Ergebnis schönzureden und einfach zur Tagesordnung überzugehen. Auch
       das CSU-Ergebnis sei schlecht, man sei aber noch mit einem blauen Auge
       davongekommen – man stelle nun ein Viertel der Fraktion im Bundestag. Zudem
       verwies Söder darauf, dass man bis auf eines alle Direktmandate in Bayern
       verteidigt habe.
       
       Die Union erlebte ein historisches Debakel, sie kommt nach dem vorläufigen
       Ergebnis nur noch auf 24,1 Prozent (32,9). (dpa)
       
       ## Hennig-Wellsow will Linke „neu erfinden“
       
       Die Linken-Co-Chefin Susanne Hennig-Wellsow will ihre Partei nach den
       deutlichen Wahlverlusten „neu erfinden“. Das kündigt Hennig-Wellsow
       gegenüber Journalisten an. Das Ergebnis müsse als „letzte Chance“
       verstanden werden, die Partei „nach vorn zu entwickeln“. Ähnlich äußerte
       sich Spitzenkandidatin Janine Wissler, die versicherte, die Partei müsse
       neu aufgestellt werden. Die Linkspartei zieht nur dank drei gewonnener
       Direktmandate in den Bundestag ein, mit 4,9 Prozent der Stimmen scheiterte
       sie an der Fünf-Prozent-Hürde. (rtr)
       
       ## Habeck warnt vor Indiskretion
       
       Der Grünen-Vorsitzende [10][Robert Habeck] hat vor den anstehenden
       Sondierungsgesprächen über die Regierungsbildung nach der Bundestagswahl
       vor Indiskretionen gewarnt. „2017 die Sondierungsgespräche sind unter
       anderem schiefgegangen, weil man alles permanent ausgeplaudert hat“, sagte
       Habeck am Montag vor einer Sitzung des Grünen-Bundesvorstands in Berlin. Es
       sei für alle Beteiligten ratsam, „nicht alles, was sie wissen, auf der
       Zunge und zu Markte zu tragen“. Habeck äußerte sich deswegen auch nicht
       dazu, ob es schon Gespräche mit der FDP gegeben hat oder für wann sie
       geplant sind.
       
       Der Grünen-Chef wies darauf hin, dass die SPD als stärkste Kraft eher dazu
       berechtigt sei, zuerst zu Sondierungen einzuladen. „Das hat der Souverän so
       gemacht, und das muss man auch ernst nehmen“, sagte er. Allerdings gebe es
       auch Beispiele dafür, dass nicht unbedingt der Wahlgewinner die Regierung
       bilden muss. „Insofern gibt es eine Logik aus dem Wahlergebnis heraus, aber
       keine finale Lösung in der ganzen Geschichte.“
       
       ## Kretschmer: Kein klarer Regierungsauftrag für die Union
       
       [11][Sachsens CDU-Ministerpräsident Michael Kretschmer] sieht keinen klaren
       Regierungsauftrag für die Union. „Wir haben in Deutschland gestern ein
       Erdbeben erlebt“, sagt er im MDR. „Ich sehe einen klaren Wählerwillen, der
       deutlich gemacht hat, die Union ist dieses Mal nicht die erste Wahl.“ Das
       bedeute nicht, dass man nicht in Gespräche über eine Regierungsbildung
       eintreten könne. Es müsse aber deutlich gemacht werden, dass die CDU
       verstanden habe, große Fehler in den vergangenen Monaten, vielleicht auch
       Jahren gemacht zu haben. Die müssten geklärt werden. Nur dann könne
       Vertrauen zurückgewonnen werden. (rtr)
       
       ## Scholz: „Man sieht hier eine sehr glückliche SPD“
       
       [12][SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz] wertet das Ergebnis der
       Bundestagswahl als klaren Regierungsauftrag für eine Ampel-Koalition aus
       SPD, FDP und Grünen. Die Wählerinnen und Wähler hätten sehr klar
       gesprochen, sagt Scholz. Drei Parteien – SPD, Grüne und FDP – hätten
       Stimmen hinzugewonnen. Diese drei sollten die nächste Regierung bilden,
       sagt Scholz. „Man sieht hier eine sehr glückliche SPD“, sagt Scholz bei
       einem gemeinsamen Auftritt mit Manuela Schwesig und Franziska Giffey, den
       Wahlsiegerinnen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin. (rtr)
       
       ## SSW erstmals seit 70 Jahren wieder im Bundestag
       
       Erstmals seit rund 70 Jahren zieht der Südschleswigsche Wählerverband (SSW)
       mit einem Abgeordneten wieder in den Bundestag ein. Die Partei der
       dänischen Minderheit und der nationalen Friesen hatte zum ersten Mal seit
       60 Jahren wieder an einer Bundestagswahl teilgenommen. Sie ist als Partei
       der nationalen Minderheit von der Fünf-Prozent-Hürde ausgeschlossen und
       musste nur so viele Stimmen gewinnen, dass ihr nach dem
       Berechnungsverfahren ein Sitz zusteht. Gewählt werden konnte der SSW nur in
       Schleswig-Holstein.
       
       Für den SSW sitzt künftig der Flensburger Stefan Seidler – ein Vertreter
       der dänischen Minderheit – formal als fraktionsloser Abgeordneter im
       Parlament. Bereits früh am Abend sahen Hochrechnungen den SSW mit einem
       Abgeordneten im Bundestag. Der SSW rechnete bei der Wahlparty in Flensburg
       selbst auch nach und war gegen 22.20 Uhr überzeugt, dass es klappen wird.
       Seidler trat unter dem Jubel seiner Anhänger ans Mikrofon und verkündete:
       „Wir sind drin. Ein Mandat. Es muss jetzt auch mit ganz wilden Dingen zu
       gehen, wenn es nicht klappt.“ Der SSW könne eine unabhängige Stimme für die
       Minderheiten, für Schleswig-Holstein sein und den Finger in die Wunde
       legen, „wenn wir wieder zu kurz kommen“, sagte Seidler. (dpa)
       
       ## Giffey bekräftigt ihre Haltung zu „DW enteignen“
       
       Mit Blick auf den erfolgreichen Berliner Volksentscheid zur Enteignung
       großer Wohnungskonzerne bekräftigt die SPD-Spitzenkandidatin für die
       Abgeordnetenhaus-Wahl, [13][Franziska Giffey], ihre bisherige Haltung. „Ich
       bin immer noch der Auffassung, dass Enteignungen nicht dazu beitragen, auch
       nur eine einzige neue Wohnung zu schaffen und auch die große Frage des
       bezahlbaren Wohnens zu lösen“, sagt sie in der ARD. Das Ergebnis des
       Volksentscheids müsse aber respektiert werden. Es sei ein Appell an den
       Senat, einen Gesetzentwurf zu erarbeiten und dann auch eine rechtliche
       Prüfung zu vollziehen. „So ein Entwurf muss dann eben geprüft werden und
       wenn das nicht verfassungskonform ist, dann können wir das auch nicht
       machen.“ (rtr)
       
       ## Ralph Brinkhaus will Fraktionschef bleiben
       
       [14][Unions-Fraktionschef Ralph Brinkhaus] hat seine erneute Kandidatur für
       den CDU/CSU-Fraktionsvorsitz im Bundestag bekanntgegeben. „Ich will
       Fraktionschef bleiben“, sagt der CDU-Politiker vor der Präsidiumssitzung.
       Die Fraktion tritt am Dienstag zusammen. (rtr)
       
       ## 16 Direktmandate für die Grünen
       
       Die Grünen haben 16 Bundestags-Direktmandate errungen; vor vier Jahren war
       es nur eines. Die AfD steigert sich ebenfalls deutlich und gewinnt 16
       (2017: drei) Wahlkreise, davon zehn in Sachsen, vier in Thüringen und zwei
       in Sachsen-Anhalt. Drei (2017: fünf) Direktmandate gehen in Berlin und
       Leipzig an die Linke, die deshalb nach dem Wahlrecht auch mit
       Listenkandidaten in den Bundestag einzieht, obwohl sie die
       Fünf-Prozent-Hürde verpasst hat. Die CDU büßt 87 Direktmandate ein und
       erobert nur noch 98 Wahlkreise, die SPD verdoppelt die Zahl ihrer
       Wahlkreis-Sieger auf 121 (59). In Bayern und Baden-Württemberg ziehen für
       CSU und CDU nur Wahlkreissieger in den Bundestag ein, Unions-Kandidaten,
       die nur auf der Landesliste stehen, kommen nicht zum Zuge. (rtr)
       
       ## Mehrheit für „Deutsche Wohnen & Co enteignen“
       
       Die Berliner sprechen sich für eine Vergesellschaftung großer
       Immobilienkonzerne in der Hauptstadt aus. Nach Auszählung in fast allen
       Wahlbezirken stimmten bei dem [15][Volksentscheid] 56,4 Prozent mit „Ja“
       und 39,0 Prozent mit „Nein“, wie aus den auf der Internetseite der
       Landeswahlleiterin veröffentlichten Zahlen hervorgeht. Ausgezählt sind am
       Morgen um 07.30 Uhr 3.759 von 3.763 Stimmbezirken. Lediglich in Pankow wird
       noch gezählt. Rechtlich bindend ist das Votum für den Berliner Senat nicht.
       Die Initiative „Deutsche Wohnen & Co enteignen“ setzt sich für die
       Enteignung von Wohnungskonzernen mit mehr als 3.000 Wohnungen in Berlin
       ein, Genossenschaften sollen aber nicht betroffen sein. (rtr)
       
       ## Klingbeil betont den Kanzler-Anspruch der SPD
       
       Der SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil bekräftigt den Anspruch seiner
       Partei auf den Posten des Bundeskanzlers. „Die SPD liegt auf Platz eins.
       Wir haben die Wahl gewonnen“, sagt er in der ARD. Man werde darum kämpfen,
       dass Olaf Scholz Kanzler werde. Er könne sich nicht vorstellen, dass die
       Grünen den Unions-Kanzlerkandidaten Armin Laschet unterstützen. Mit Grünen
       und FDP werde man über die Bildung einer Regierung reden. Das Präsidium und
       der Parteivorstand der SPD werde heute die weiteren Schritte beraten. (rtr)
       
       ## Hofreiter will in „sehr kleinem Kreis“ mit der FDP beraten
       
       Der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Anton Hofreiter, kündigt
       an, es werde in einem „sehr kleinen Kreis“ mit der FDP über die Bildung
       einer gemeinsamen Regierung gesprochen. „Da wird man sehen, was gibt es an
       Gemeinsamkeiten? Was verspricht die andere Seite, damit das klappen kann“,
       sagt er in der ARD. Mit Blick auf ein Dreierbündnis, das von Union oder SPD
       angeführt werden würde, verweist er auf die seiner Ansicht nach
       katastrophalen Werte des Unions-Kanzlerkandidaten Armin Laschet. (rtr)
       
       ## Der nächste Bundestag umfasst 735 Sitze
       
       Der neu gewählte Bundestag wächst, aber nicht so stark wie von Experten vor
       der Wahl befürchtet. 735 Abgeordnete ziehen in den neuen Bundestag ein, wie
       der Bundeswahlleiter im vorläufigen Wahlergebnis mitteilt. In der
       ablaufenden Legislaturperiode hatte das Parlament 709 Abgeordnete. 598
       Abgeordnete werden nach den Regelungen des Bundeswahlgesetzes mindestens in
       den Deutschen Bundestag gewählt. Aufgrund von Überhang- und
       Ausgleichsmandaten fällt die Zahl der Sitze aber noch deutlich höher aus.
       (rtr)
       
       ## 27-Jährige gewinnt Wahlkreis von Angela Merkel
       
       Anna Kassautzki (SPD) gewinnt das Direktmandat im ehemaligen Wahlkreis von
       Angela Merkel. „Es erfüllt mich mit Demut“, sagt die 27-jährige
       Jungpolitikerin dem Nachrichtenportal watson über ihr neues Mandat im
       Wahlkreis Vorpommern-Rügen – Vorpommern-Greifswald I. Das Direktmandat sei
       nicht nur „ein großes Erbe, sondern es gehe auch um die Menschen im
       Wahlkreis“. Sie wolle „gute Politik“ machen. (rtr)
       
       ## Großer Vorsprung für Karl Lauterbach
       
       Die Wähler in Nordrhein-Westfalen würdigen das Engagement von
       SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach in der Coronapandemie mit einem
       fulminanten Ergebnis. Der Mediziner sichert sich mit großem Vorsprung das
       Direktmandat in seinem Wahlkreis Leverkusen – Köln IV. Lauterbach, der in
       der Pandemie bundesweit den Ton angegeben hatte, holt 45,6 Prozent der
       Erststimmen und distanzierte die CDU-Kandidatin Serap Güler (20,4 Prozent),
       eine Vertraute von Kanzlerkandidat Armin Laschet. Lauterbachs Partei kommt
       in dem Wahlkreis nur auf 29,1 Prozent. Kanzleramtsminister Helge Braun, der
       die Coronapolitik für Bundeskanzlerin Angela Merkel koordiniert hatte,
       verliert dagegen seinen hessischen Wahlkreis Gießen. (rtr)
       
       ## In Laschets Aachen gewinnt ein Grüner
       
       Kein Laschet-Bonus für die CDU in Aachen: In der Heimatstadt von
       Kanzlerkandidat Armin Laschet gewinnt ein Grüner das Direktmandat. Der
       stellvertretende Bundestags-Fraktionschef Oliver Krischer landet nach
       Auszählung fast aller Stimmen mit 30,1 Prozent vor dem langjährigen
       CDU-Abgeordneten Rudolf Henke (25,6). Laschet selbst hatte sich nicht als
       Wahlkreiskandidat zur Wahl gestellt. Er kandidiert nur auf der
       CDU-Landesliste in Nordrhein-Westfalen. Ob er über diese in den Bundestag
       kommt, dürfte erst im Lauf des Tages klar sein. (rtr)
       
       ## AfD sichert sich 16 Direktmandate in Sachsen
       
       In Sachsen gehen zehn der 16 Bundestags-Wahlkreise an Direktkandidaten der
       AfD, vor vier Jahren waren es nur drei. Nur noch vier (2017: zwölf)
       Direktmandate gehen an die CDU, je eines an Linke (Leipzig II) und SPD
       (Chemnitz). Auch nach den Zweitstimmen liegt die AfD im Freistaat trotz
       Verlusten wie schon 2017 mit 24,6 (2017: 27,0) Prozent vorn, vor der SPD
       (19,3, 2017: 10,6), die sich stark verbessert. Die CDU fällt mit 17,2
       (26,9) Prozent auf Platz drei zurück und verliert fast zehn Prozentpunkte.
       (rtr)
       
       ## CSU mit schlechtestem Bundestagsergebnis seit 1949
       
       Die CSU hat das schlechteste Ergebnis bei einer Bundestagswahl seit 1949
       eingefahren. Sie kam im Freistaat, wo sie ausschließlich antritt, auf 31,7
       Prozent der Zweitstimmen, 7,1 Prozentpunkte weniger als 2017, wie der
       Landeswahlleiter mitteilt. Bei der Wahl des ersten Bundestages 1949 war sie
       bei 29,2 Prozent gelandet. Damit gewinnt sie 45 der 46 Wahlkreise in
       Bayern, verliert aber zum ersten Mal seit 2005 ein Direktmandat. Im
       Wahlkreis München-Süd liegt die Grüne Jamila Schäfer mit 27,5 Prozent der
       Erststimmen vor dem Bundestagsabgeordneten Michael Kuffer (CSU, 26,8
       Prozent). In drei der vier Münchner Wahlkreise holen die Grünen mehr
       Zweitstimmen als die CSU. Zweitstärkste Kraft in Bayern bleibt die SPD mit
       18,0 (2017: 15,3) Prozent der Zweitstimmen. (rtr)
       
       ## Habeck gewinnt Wahlkreis Flensburg-Schleswig
       
       Grünen-Co-Chef Robert Habeck hat der CDU den Wahlkreis Flensburg-Schleswig
       abgenommen. Mit 28,1 Prozent landete der Annalena Baerbock im Kampf um die
       Kanzlerkandidatur unterlegene Habeck vor der CDU-Abgeordneten Petra
       Nicolaisen (23,4 Prozent), die den schleswig-holsteinischen Wahlkreis vor
       vier Jahren noch mit 40,0 Prozent souverän für sich entschieden hatte.
       Damals war Habeck noch nicht angetreten. Er übertrumpfte das
       Zweitstimmen-Ergebnis der Grünen um 9,5 Prozentpunkte – Baerbock hatte in
       Potsdam dagegen schlechter als ihre Partei abgeschnitten. (rtr)
       
       27 Sep 2021
       
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