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       # taz.de -- Aktuelle Nachrichten in der Coronakrise: RKI warnt vor „fulminantem Verlauf“
       
       > RKI-Chef Wieler warnt eindringlich vor der vierten Welle. Auf den
       > Intensivstationen werde der Altersdurchschnitt immer jünger. Spahn ruft
       > zu einer Impfwoche auf.
       
   IMG Bild: Haben seit einigen Monaten viel zu besprechen: Jens Spahn und Lothar Wieler
       
       ## Wieler warnt vor der vierten Welle
       
       Der Chef des Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler, warnt vor einem
       gefährlichen Verlauf der neuen Corona-Welle. „Wenn es uns nicht gelingt,
       die Impfungen drastisch zu steigern, dann kann die aktuelle vierte Welle
       einen fulminanten Verlauf nehmen“, sagt er in Berlin. Die
       Intensivbetten-Belegung habe sich in den letzten beiden Wochen fast
       verdoppelt. „Auch auf den Intensivstationen wird der Altersdurchschnitt
       immer jünger.“ Auch daher müsse es mehr Impfungen geben. „Sie sind unsere
       Chance, die Pandemie zu beenden.“ Derzeit sind in Deutschland etwas über 60
       Prozent der Menschen vollständig geimpft.
       
       Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ruft ab kommendem Montag zu einer
       „gemeinsamen Impfwoche“ auf. Bund, Länder und Kommunen sollten dann ihre
       Anstrengungen in der Impfkampagne vor Ort bündeln, sagt Spahn in Berlin. In
       den sozialen Medien läuft die Aktion unter dem Hashtag #hierwirdgeimpft,
       zudem gibt es eine gleichnamige Internetseite. Impfen bleibe eine
       persönliche Entscheidung. „Aber es ist auch eine Entscheidung, die andere
       betrifft“, sagt Spahn. „Was wir gerade sehen, ist eine Pandemie der
       Ungeimpften.“ Auch auf den Intensivstationen lägen zumeist
       Covid-19-Patienten, die nicht geimpft seien. (rtr)
       
       ## Kampf gegen Aids und Tuberkulose eingeschränkt
       
       Die Coronapandemie hat laut dem Globalen Fonds zur [1][Bekämpfung von
       Aids], Tuberkulose und Malaria „verheerende“ Auswirkungen auf den Kampf
       gegen diese Epidemien. „Die Auswirkungen von Covid-19 auf den Kampf gegen
       HIV, Tuberkulose und Malaria sowie auf die von uns unterstützten
       Gemeinschaften waren verheerend“, erklärte der Exekutivdirektor des Fonds,
       Peter Sands, am Mittwoch anlässlich der Vorstellung eines Berichts über die
       Arbeit der internationalen Organisation im vergangenen Jahr.
       
       Der Fonds hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese drei Epidemien zu beenden.
       Er investiert dafür jedes Jahr mehrere Milliarden Euro in mehr als hundert
       Ländern. Das Geld stammt überwiegend von Regierungen, aber auch aus der
       Privatwirtschaft und von Stiftungen.
       
       Zum ersten Mal in der knapp 20-jährigen Geschichte der Organisation hat es
       laut Sands vergangenes Jahr Rückschritte bei wichtigen Faktoren gegeben. So
       habe es „bedeutend“ weniger HIV-Tests und Präventionsangebote gegeben. Die
       Zahl der Tests fiel im Vorjahresvergleich um 22 Prozent. Die Zahl der
       Menschen, die durch Vorbeugungs- und Behandlungsangebote erreicht wurden,
       fiel um elf Prozent. Trotz der Pandemie stieg allerdings die Zahl der
       Menschen, die im Jahr 2020 eine lebensrettende antiretrovirale HIV-Therapie
       erhielten, um 8,8 Prozent.
       
       Die Auswirkungen der Pandemie auf die weltweite Tuberkulosebekämpfung seien
       ebenfalls „katastrophal“ gewesen, heißt es in dem Bericht. 2020 seien rund
       4,7 Millionen Menschen gegen Tuberkulose behandelt wurden, etwa eine
       Million weniger als im Vorjahr.
       
       Maßnahmen zur Bekämpfung von Malaria scheinen laut dem Bericht hingegen
       „von Covid-19 weniger stark betroffen zu sein als die beiden anderen
       Krankheiten“. Die Zahl der verteilten Moskitonetze stieg demnach um 17
       Prozent auf 188 Millionen.
       
       Insgesamt zahlte der Fonds vergangenes Jahr 4,2 Milliarden Dollar (3,5
       Milliarden Euro) für die Fortsetzung des Kampfes gegen HIV, Tuberkulose und
       Malaria aus und bewilligte zusätzlich eine knappe Milliarde Dollar für die
       Bekämpfung von Covid-19. Der Fonds hat nach eigenen Angaben seit seiner
       Gründung im Jahr 2002 rund 44 Millionen Menschenleben gerettet und die Zahl
       der durch Aids, Tuberkulose und Malaria verursachten Todesfälle in den
       Ländern, in die er investiert, um knapp die Hälfte gesenkt. (afp)
       
       ## Lauterbach warnt Geimpfte vor freiwilliger Infektion
       
       Der [2][SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach] warnt vollständig gegen
       Corona geimpfte Personen davor, sich mit dem Virus zu infizieren. „Es ist
       richtig, dass eine Corona-Infektion nach einer doppelten Impfung die
       Immunität abrundet“, sagt er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Aber
       ich würde niemandem empfehlen, sich freiwillig zu infizieren oder eine
       Ansteckung auch nur zu riskieren“, ergänzt er.
       
       „Auch vollständig Geimpfte können mit schweren Verläufen ins Krankenhaus
       kommen. Außerdem gibt es das Risiko von Long Covid auch bei Geimpften“,
       argumentiert Lauterbach. „Und drittens vergrößert eine solche Praxis die
       Gefahr für alle Ungeimpften auf eine riskante Art und Weise.“ (rtr)
       
       ## RKI registriert 13.565 Neuinfektionen
       
       Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist den
       zweiten Tag in Folge leicht gesunken. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) am
       Mittwochmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte,
       liegt die Inzidenz nun bei 82,7 Corona-Infektionen pro 100.000
       Einwohner:innen binnen sieben Tagen. Am Vortag hatte der Wert noch bei
       83,8 gelegen, am Montagmorgen bei 84,3 und vor einer Woche bei 75,7.
       
       Binnen 24 Stunden wurden 13.565 Neuinfektionen gemeldet. 35 weitere
       Menschen starben den Angaben zufolge im Zusammenhang mit einer
       Corona-Infektion. Deutschland befindet sich nach Einschätzung des RKI
       inzwischen in der vierten Coronawelle. Auch jüngere Altersgruppen sind
       diesmal stark betroffen. (afp)
       
       8 Sep 2021
       
       ## LINKS
       
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