URI:
       # taz.de -- Ordnungswidrigkeit statt Straftat: Ludwig für neue Cannabis-Grenze
       
       > Ordnungswidrigkeit statt Straftat: Die Drogenbeauftragte der
       > Bundesregierung fordert, dass die Grenze für den Eigenbedarf auf sechs
       > Gramm angehoben wird.
       
   IMG Bild: Reif für den Eigenbedarf: Cannabispflanzen
       
       Berlin dpa | Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, [1][Daniela Ludwig]
       (CSU), plädiert dafür, Cannabis-Besitz bis zu einer Eigenbedarfsgrenze von
       sechs Gramm künftig bundesweit als Ordnungswidrigkeit zu verfolgen – und
       nicht mehr als Straftat.
       
       „Vertretbar wäre aus meiner Sicht eine Grenze von sechs Gramm – und zwar
       bundesweit“, sagte die Regierungsvertreterin dem Redaktionsnetzwerk
       Deutschland (RND/Montag). „Ein Grenzwert, über dem der Besitz von Cannabis
       auch in Zukunft als Straftat und nicht als Ordnungswidrigkeit geahndet
       werden sollte, muss mit Bedacht festgelegt werden, denn er hat eine gewisse
       Signalwirkung und einen Einfluss auf das Konsumverhalten.“
       
       In den meisten Bundesländern wird bei dem Besitz von bis zu sechs Gramm
       Cannabis schon jetzt in der Regel auf eine Strafverfolgung verzichtet. In
       einigen Ländern gelten auch höhere Obergrenzen.
       
       Ludwig empfahl der CDU/CSU, nach der Bundestagswahl mit künftigen
       Koalitionspartnern einen Kompromiss zu suchen. „Klar ist, dass Cannabis
       nicht so gefährlich ist wie Kokain oder Heroin. Richtig ist auch, dass es
       um andere, bessere Sanktionen und um eine Entlastung von Polizei und Justiz
       gehen muss“, betonte sie.
       
       ## Glücksspiel-Freigabe untergrabe Suchtbekämpfung
       
       Die Bundes-Drogenbeauftragte warf in dem RND-Interview den Ländern vor,
       durch eine [2][unkontrollierte Freigabe des Online-Glücksspiels] die
       Bemühungen zur Suchtbekämpfung zu untergraben. „Meine schlimmsten
       Befürchtungen haben sich bestätigt. Die Werbung ist omnipräsent, aber
       niemand kontrolliert die Einhaltung der Regeln. Die Anforderungen an den
       Spieler- und Jugendschutz werden vielfach schlicht ignoriert. Das ist
       wirklich ein Rückschlag für die Suchtbekämpfung.“
       
       Seit dem Inkrafttreten des neuen Glücksspielstaatsvertrags am 1. Juli ist
       Online-Glücksspiel in ganz Deutschland legal. Die geplante Aufsichts- und
       Kontrollbehörde ist allerdings noch nicht arbeitsfähig. Ludwig forderte die
       Länder zudem auf, den Staatsvertrag auch inhaltlich nachzubessern.
       
       23 Aug 2021
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] /Drogenbeauftragte-der-Bundesregierung/!5625697
   DIR [2] /Legalisierung-von-Gluecksspiel/!5777924
       
       ## TAGS
       
   DIR Daniela Ludwig
   DIR Cannabis
   DIR Drogenpolitik
   DIR Schwerpunkt Bundestagswahl 2025
   DIR Drogen
   DIR USA
   DIR Drogenpolitik
   DIR Drogenkartell
   DIR Juden in Frankreich
   DIR Drogenpolitik
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
   DIR Kiffen als wichtiger Wirtschaftsfaktor: Wo Cannabis systemrelevant ist
       
       In etlichen US-Staaten ist mindestens medizinisches Cannabis legal
       erhältlich. Das ist positiv für die öffentliche Hand. Etwa in Oregon.
       
   DIR Die These: Unsinnige Drogenpolitik
       
       Seit 60 Jahren wird in Deutschland auf Verbote in Sachen Drogenpolitik
       gesetzt. Da sind andere Länder viel weiter.
       
   DIR Kiffen in Mexiko: Auf halbem Weg
       
       Mexiko legalisiert den Konsum von Cannabis. Das reicht aber nicht. Anbau
       und Handel bleiben weiter in der Hand krimineller Organisationen.
       
   DIR Mord an jüdischer Rentnerin in Paris: Verkiffter Antisemitismus
       
       Frankreichs Präsident schließt eine Legalisierung von Cannabis aus. Das hat
       auch mit dem umstrittenen Urteil im Fall einer ermordeten Jüdin zu tun.
       
   DIR Drogenbeauftragte der Bundesregierung: Mit Straßen kennt sie sich aus
       
       Daniela Ludwig ist Verkehrspolitikerin. Bald soll sie zu Koks, Gras und
       Alkohol arbeiten. Dass sie da keine Expertise hat, findet ein Minister
       okay.