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       # taz.de -- Aktiv in Berlin: Wahl und Struggle
       
       > Auch für die progressiv Bewegten macht es einen Unterschied, wer da
       > regiert. Die Wahlen ersetzen aber nicht die Handarbeit. Einige Termine.
       
   IMG Bild: Die Liegig 34 ist geräumt, die Idee aber lebt. Hier Protest am Molecule Man, Juli 2020
       
       Großen Optimismus müssen die Wahlen ja gar nicht auslösen. Das
       quasireligiöse Narrativ aber, die Regierenden müssten es nur so richtig
       verbocken, bis das Elend in die [1][Revolution] kippt, kann sich die
       Bewegungslinke nicht mehr leisten. Allein der Zustand des Planeten setzt
       solchem Glauben Grenzen. Und haftete an diesen Umschwungerzählungen nicht
       oft genug [2][Mackertum und ein elitäres Bewusstsein]?
       
       Es macht einen Unterschied, welche (Landes-)Regierung die progressiven
       Bewegungen in den nächsten Jahren vor sich haben. Vergessen werden sollte
       auch nicht, wie massiv die Rechten versuchen, über die Parlamente den
       Diskurs zu dominieren und an Einfluss zu gewinnen. Sie haben den „Vorteil“,
       nicht alle mitnehmen zu müssen, nicht alle mitnehmen zu wollen.
       
       Die Rechten spielen Gruppen gegeneinander aus, sie können feiern, wenn
       alternative Freiräume verschwinden und die Schwächeren aus den Kiezen
       verdrängt werden. „Ausräuchern“, „Schädlingsbekämpfung der anderen Art!“
       hetzten sie im Chat, als [3][Bild vor einem Jahr die Räumung der
       queerfeministischen Liebig 34 live übertrug]. Ein Format, in das sich auch
       Tilman Kuban von der Jungen Union nur zu gerne einschaltete.
       
       Zwei der Liebig-Besetzer*innen müssen nun vor Gericht. Zu diesem Anlass ist
       eine Soli-Kundgebung geplant. „Lasst uns gemeinsam unsere Freund_innen
       unterstützen und lautstark zeigen, dass wir uns von Repression nicht
       unterkriegen oder aufhalten lassen“, heißt es in einem entsprechenden
       Aufruf (Donnerstag, 2. September, 12 Uhr, Turmstraße 91).
       
       ## Glitzer-glamouröser Gegenprotest
       
       Ein anderes Hochfest der antifeministischen Rechten inner- und außerhalb
       der Parlamente wiederholt sich jährlich. Am 18. September will der
       [4][„Marsch für das Leben“] wieder durch die Stadt ziehen – „frivoler,
       glitzer-glamouröser, pink-silberner“ Gegenprotest wird ihn erwarten. Doch
       dieser will gut vorbereitet sein. Dazu gibt ein Workshop für
       FLINTA-Personen Gelegenheit.
       
       „In Anlehnung an die Protestformen pink&silver und radical cheerleading,
       werden wir im Workshop Choreographien, Formationen und Sprechchöre einüben
       und mit akrobatischen Elementen experimentieren. An der PomPom- und
       Konfrontationsartikel-Bastelstation werden wir die dazugehörigen Requisiten
       bauen“, heißt es in der Einladung. Genauere Infos gibt es nach Anmeldung
       via: pinkandsilver(at)gmx.de (Samstag, 4. September, 11 Uhr bis Sonntag, 5.
       September, 16 Uhr).
       
       In vielen linken Gruppen gibt es den Willen, ohne die alte Mackerei und das
       elitäre Getue zusammenzuarbeiten und zu leben. Für manche Räume und
       Aktionen ist der Auschluss von Cis-Typen oder Weißen sicher die richtige
       Wahl. Ein dreistündiger Workshop des [5][Kommunikationskollektivs] will
       aufzeigen, wie auch in weiteren Kreisen bewusst mit Sexismus, Rassismus und
       anderen Machtmechanismen umgegangen werden kann.
       
       „Dieser interaktive Workshop findet online und in deutscher Lautsprache
       statt. Vorkenntnisse sind nicht nötig. Bitte nehmt nur teil, wenn ihr von
       Anfang bis Ende dabei sein könnt. Nehmt gern mit Kamera teil und stellt
       euch auf einen Mitmach-Workshop ein“, heißt es in der Einladung. Anmeldung
       via: maria(at)das-kooperativ.org (Mittwoch, 8. September, 17 Uhr).
       
       ## Gegenseitige Abhängigkeit
       
       Großen Optimismus müssen die Wahlen zum Bundestag und zum Abgeordnetenhaus
       wie gesagt nicht auslösen. Zu viele haben keine Stimme. Sie ersetzen auch
       nicht die Bewegungsarbeit. Doch auch für diese Arbeit macht es einen
       Unterschied, welche Regierung mensch da vor sich hertreibt. Denn da hatte
       die Großtheorie schon Recht: [6][Herr- und Knechtschaft sind voneinander
       abhängig] – ob sie wollen, oder nicht.
       
       1 Sep 2021
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] /Vortrag-zum-Transformationsbegriff/!5533760
   DIR [2] /K-Gruppen-in-Westdeutschland/!5553224
   DIR [3] /Bilder-von-der-Liebigstrasse-34/!5719305
   DIR [4] /Schwerpunkt-Marsch-fuer-das-Leben/!t5032777
   DIR [5] https://www.kommunikationskollektiv.org/
   DIR [6] /250-Jubilaeum-des-Philosophen-Hegel/!5697517
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Stefan Hunglinger
       
       ## TAGS
       
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