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       # taz.de -- Anklage gegen Autonome zugelasssen: Prozess gegen Lina E. startet bald
       
       > Ab dem 8. September soll gegen die Leipziger Studentin und drei
       > Mitangeklagte wegen Angriffen auf Neonazis verhandelt werden. Protest ist
       > angekündigt.
       
   IMG Bild: Demonstrierende in Leipzig fordern im Juni die Freilassung von Lina E
       
       LEIPZIG/BERLIN taz | Es ist das härteste Vorgehen der Sicherheitsbehörden
       gegen die linksautonome Szene seit Langem, nun steht auch ein
       Prozesstermin: Ab dem 8. September soll gegen die Leipziger Autonome
       [1][Lina E. und drei Mitangeklagte] verhandelt werden, denen mehrere
       Angriffe auf Rechtsextreme vorgeworfen werden. Das teilte das
       Oberlandesgericht Dresden am Mittwochnachmittag mit. Die Anklage der
       Bundesanwaltschaft sei im Wesentlichen zugelassen worden.
       
       Die RichterInnen stellen sich auf eine schwierige Verhandlung ein:
       Anberaumt sind Termine bis in den März 2022. Begründet wird dies mit dem
       Umfang der Vorwürfe und deren Nachweis. Geständnisse der Angeklagten seien
       nicht zu erwarten, hieß es in Justizkreisen.
       
       Die 26-jährige Lina E. war [2][im November 2020 in Leipzig festgenommen]
       und mit einem Hubschrauber nach Karlsruhe zum Haftrichter geflogen worden –
       auf Geheiß der höchsten Anklagebehörde, der Bundesanwaltschaft. Vorgeworfen
       werden der Studentin [3][fünf schwere Angriffe auf Rechtsextreme] in
       Leipzig, Eisenach und Wurzen, zwischen dem 30. Oktober 2018 und Mitte 2020.
       Zusammen mit Gleichgesinnten soll sie dazu eine kriminelle Vereinigung
       gegründet haben, sie selbst habe das „Kommando“ geführt.
       
       Erst am Montag hatte die Bundesanwaltschaft einen neuen Anklagepunkt
       bekannt gemacht. Demnach soll Lina E. bereits am 2. Oktober 2018 mit drei
       anderen Tätern einen Rechtsextremen im Leipziger Stadtteil Gohlis
       angegriffen haben. Diesen hätten sie vor seiner Wohnung abgepasst und zu
       Boden geschlagen, er habe Verletzungen im Gesicht und einen
       Kniescheibenbruch erlitten.
       
       ## Verteidiger: Beweislage „sehr dünn“
       
       Ob und wie dieser Vorwurf noch mitverhandelt werden kann, müsse der
       Strafsenat noch entscheiden, teilte das Dresdner Oberlandesgericht mit.
       Zuvor werde den Prozessbeteiligten rechtliches Gehör gewährt.
       
       Mit auf der Anklagebank werden Lennart A., Jannis R. und Jonathan M.
       sitzen, 26 bis 35 Jahre alt. Sie sollen später zu der Gruppe dazugestoßen
       sein und sich an Angriffen beteiligt haben. Anders als Lina E. sitzen sie
       aber nicht in Untersuchungshaft. Die Inhaftierung der Studentin hat das
       Oberlandesgericht nochmals verlängert.
       
       Die Verteidiger von Lina E. bezeichnen die Beweislage als „sehr dünn“.
       Mehrere Vorwürfe ließen [4][sich nicht belegen] und seien „mit heißer Nadel
       gestrickt“, insbesondere jener der kriminellen Vereinigung.
       
       Die Anwälte hatte beantragt, nur einen Teil der Vorwürfe zum Prozess
       zuzulassen. Das aber scheiterte. Das Oberlandesgericht ließ die Anklage der
       Bundesanwaltschaft fast unverändert zu. Nur für zwei der Mitangeklagten
       milderte sie in einem Fall den Vorwurf von Mittäterschaft auf Beihilfe ab.
       Bei zwei Angriffen erhöhte sie die Verletztenzahl dagegen um eine Person.
       
       In der linken Szene wird seit Monaten die Freiheit von Lina E. gefordert
       und eine Kriminalisierung von antifaschistischem Protest beklagt. Für den
       18. September mobilisiert das Bündnis „Wir sind alle linx“ bundesweit zu
       einer Demonstration nach Leipzig. Auch der Prozess gegen Lina E. und die
       anderen dürfte von Protest begleitet werden. Das Gericht kündigte
       „umfangreiche Sicherheitskontrollen“ an.
       
       11 Aug 2021
       
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