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       # taz.de -- AfD-Freunde hängen Großplakate auf: Rechte Kampagne gegen Grüne
       
       > Mit Großplakaten macht eine AfD-nahe Initiative Stimmung gegen die
       > Grünen. Die Finanzierung bleibt unklar, der Macher gibt sich wortkarg.
       
   IMG Bild: Will sich von der rechten Kampagne nicht irritieren lassen: Grünen-Geschäftsführer Michael Kellner
       
       BERLIN taz | David Bendels trägt dick auf. 5.000 Großplakate werde man in
       über fünfzig deutschen Städten aufhängen, um vor den Grünen zu warnen, sagt
       der Kampagnenmacher am Dienstag der taz. Die ersten gibt es tatsächlich
       schon. Die Slogans darauf sind derb – und legen schnell offen, aus welcher
       Ecke die Kampagne kommt. „Totalitär. Sozialistisch. Heimatfeindlich.“,
       seien die Grünen, heißt es dort in großen Lettern. Oder: „Klimasozialismus.
       Ökodiktatur. Enteignungsterror.“
       
       Von der behaupteten „unabhängigen Bürgerinitiative“, welche die Aktion
       organisiert habe, kann keine Rede sein – es ist vielmehr eine rechte Truppe
       von AfD-Freunden. Als Verantwortliche für die Großplakate wird die
       Conservare Communication GmbH mit Adresse in Hamburg angegeben, die von
       David Bendels geleitet wird. Der Ex-CSUler ist auch Chefredakteur der
       Rechtspostille „[1][Deutschland Kurier]“, für die sich ebenfalls Conservare
       verantwortlich zeichnet.
       
       Nun tritt Bendels auch als Sprecher der Anti-Grünen-Kampagne auf. Auf
       Nachfragen der taz reagiert er jedoch einsilbig. Wer hinter der
       „Bürgerinitiative“ steckt, will er „aus datenschutzrechtlichen Gründen“
       nicht mitteilen. Auf der Homepage werden einzig noch der frühere
       Spiegel-Journalist Matthias Mattusek und der Verschwörungsprediger Hagen
       Grell mit Videostatements aufgeführt.
       
       ## Wortkarger Kampagnensprecher
       
       Auch zur Finanzierung will Bendels nichts sagen. „Dazu äußern wir uns
       grundsätzlich nicht.“ Benannt werden in einer Mitteilung nur Spenden von
       „Mittelständlern und engagierten Bürgern“. Seit wann und wie diese
       gesammelt wurden? Keine Angaben. Aufgerufen wird dafür zu weiteren Spenden.
       Wohin diese fließen, bleibt aber ebenso unklar. Ein Bankkonto wird dafür
       nicht angegeben, nur eine E-Mail-Adresse.
       
       Die Stimmungsmache gegen die Grünen gehört bei Bendels dagegen zum
       Programm. Sein „[2][Deutschland Kurier]“ warnt durchgängig vor der Partei,
       unterstellt ihr eine geplante „Ökodiktatur“. Das Blatt featuret dagegen die
       AfD, mehrere Gastautor:innen sind Parteimitglieder. Einer, der
       AfD-Europaabgeordnete Maximilian Krah, pries am Dienstag die Plakataktion
       prompt als „großartige Kampagne“.
       
       Bendels nannte in einem Interview einst die AfD die „einzig wählbare“
       Partei. Aktuell will er sich zu der Partei nicht äußern. Bendels ist aber
       auch Vorsitzender des „Vereins zur Erhaltung der Rechtsstaatlichkeit und
       der bürgerlichen Freiheiten“. Und der stellte den „Deutschland Kurier“
       AfD-PolitikerInnen kostenlos als Wahlkampfhilfe zur Verfügung oder war
       verantwortlich für die Gratisflugschrift „Extrablatt“, die vor Wahlen für
       die Partei warb.
       
       ## Kritik von Lobbycontrol
       
       Lobbycontrol kritisiert den Verein schon länger als „dubiosen
       Wahlwerbeverein“ für die AfD, dessen Aktionen mehrere Millionen Euro
       gekostet haben dürften. Er umgehe damit die [3][Transparenzregeln des
       Parteienrechts].
       
       Auch wer das „Extrablatt“ oder den „Deutschland Kurier“ finanziert, bleibt
       bis heute undurchsichtig. Vermutet werden Großspender, Medien berichteten
       über Spuren zu in der Schweiz wohnenden Milliardär [4][Henning Conle].
       Verbandelungen gibt es auch mit der Schweizer Goal AG, die AfD-Chef Jörg
       Meuthen mit Werbeaktionen unterstützte – wofür die Bundestagsverwaltung
       knapp [5][270.000 Euro Strafe] verhängte.
       
       Grünen-Geschäftsführer Michael Kellner wirft der aktuellen Kampagne „Fake
       News“ vor. Sie zeige, „wie groß die Angst der Rechten“ vor den Grünen sei.
       Davon lasse man sich aber nicht irritieren, so Kellner zur taz. Man werde
       die Aktion vielmehr zum Anlass nehmen, um in der Partei um weitere
       Plakatspenden werben, um „dieser verleumderischen Kampagne noch mehr Grün
       auf der Straße entgegenzusetzen“. „Jede Stimme für uns ist eine Stimme
       gegen rechte Hetze.“
       
       10 Aug 2021
       
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