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       # taz.de -- Steuerpläne der Linkspartei: Die Linkspartei will Steuern senken
       
       > Aber nicht für alle. Reiche sollen bis zu 75 Prozent ihres Einkommens
       > abgeben. Spitzenkandidat Bartsch macht damit auch ein Angebot an SPD und
       > Grüne.
       
   IMG Bild: Besonders Menschen mit kleinen Einkommen sollen von Steuerplänen der Linken profitieren
       
       Berlin taz | Die Linkspartei will Menschen mit einem Monatseinkommen von
       bis zu 6.500 Euro steuerlich entlasten. Der Spitzensteuersatz soll nach den
       Plänen der Partei künftig erst ab einem Einkommen von 70.000 Euro pro Jahr
       greifen, bei gemeinsam veranlagten Haushalten ab 150.000 Euro
       Jahreseinkommen.
       
       Damit die Entlastungen aber keine Löcher in den Staatshaushalt reißen,
       sollen Menschen, die mehr verdienen, deutlich mehr abgeben. Den
       Spitzensteuersatz will die Linke auf 53 Prozent erhöhen. Derzeit liegt der
       Spitzensteuersatz bei 42 Prozent. Zahlen müssen ihn alle, die mehr als
       60.000 Euro pro Jahr verdienen.
       
       Wer mehr als 278.000 Euro im Jahr verdient, gilt für die Linkspartei als
       reich und soll mit einem Steuersatz von 60 Prozent belastet werden.
       Einkommensmillionäre sollen sogar 75 Prozent an die öffentlichen Kassen
       abtreten. Allerdings erst ab dem ersten Euro über einer Million.
       
       Der Linken-Fraktionsvorsitzende und Spitzenkandidat Dietmar Bartsch, der
       die Pläne am Montag erläuterte, nannte sie „leistungsgerecht“. Die Mehrheit
       der Gesellschaft verdiene zu wenig und gebe zu viel ab. „Wir wollen die
       Leistungsträger in unserer Gesellschaft entlasten, die Verkäuferin, den
       Busfahrer“, so Bartsch. In der Tat hätten nicht nur diese, sondern auch
       Lehrer:innen und Facharbeiter:innen nach den Plänen der Linken mehr
       im Portemonnaie.
       
       ## Vermögenssteuer soll Milliarden bringen
       
       Ein Beispiel: So würde eine vierköpfige Familie – sie Erzieherin, er
       Beschäftigter in der Automobilindustrie – mit einem monatlichen
       Haushaltsbrutto von 6.250 Euro monatlich 290 Euro weniger Steuern zahlen.
       
       Ein kinderloses Paar mit einem Haushaltseinkommen von 25.000 Euro müsste
       dagegen monatlich 1.241 Euro zusätzlich in die Staatskassen einzahlen.
       
       Die Einkommensteuerpläne der Linkspartei sollen den Staat nichts kosten und
       werden flankiert von weiteren Vorschlägen, die zusätzliches Geld in die
       Staatskassen spülen sollen. So will die Linke eine einmalige
       Vermögensabgabe für Millionäre zur Bewältigung der Folgen der Coronakrise
       einführen und zusätzlich eine dauerhafte Vermögensteuer von einem Prozent
       ab einer Million.
       
       Erstere würde nach Berechnungen der Partei 310 Milliarden Euro in den
       Bundeshaushalt spülen, mit der Steuer könnten die Länder auf Mehreinnahmen
       von etwa 50 Milliarden Euro hoffen. Außerdem will die Linke die
       Erbschaftsteuer so erhöhen, dass statt jährlich 6 Milliarden künftig bis zu
       16 Milliarden Euro für den Staat herausspringen.
       
       ## Offerte an SPD und Grüne
       
       Bartsch bezeichnete die Steuerpläne seiner Partei auch als [1][ein Angebot
       an Grüne und SPD], „etwas gemeinsam umzusetzen“. Beide machen in ihren
       Wahlprogrammen ebenfalls konkrete Vorschläge für Umverteilung. Die Grünen
       wollen den Spitzensteuersatz „moderat“ anheben, nämlich auf 45 und 48
       Prozent für Jahreseinkommen ab 100.000 Euro. Auch die Forderung nach einer
       Vermögensteuer haben die Grünen ins Programm aufgenommen, nicht allerdings
       die nach einer höheren Erbschaftsteuer.
       
       Die Sozialdemokraten sind noch zahmer, sie wollen den Spitzensteuersatz auf
       45 Prozent erhöhen, und zwar erst ab einem Jahreseinkommen von 250.000
       Euro. Außerdem will die SPD „kleinere und mittlere Einkommen
       besserstellen“, verrät aber nicht, wie. Dagegen findet sich im Programm
       sowohl die Forderung nach einer Vermögensteuer als auch nach einer Reform
       der Erbschaftsteuer. Konkrete Zahlen fehlen aber auch hier.
       
       Nicht kompatibel ist das Konzept der Linken dagegen mit den Vorstellungen
       von Union und FDP. Beide Parteien lehnen eine Vermögensteuer ab und sind
       gegen höhere Spitzensteuersätze. Sowohl Union als auch FDP wollen aber
       ebenfalls kleine und mittlere Einkommen entlasten. Während die Union hier
       nebulös bleibt, nennen die Liberalen immerhin eine Zahl: Den geltenden
       Spitzensteuersatz soll erst zahlen, wer mehr als 90.000 Euro pro Jahr
       verdient.
       
       Das [2][Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung hat im Juli
       errechnet], dass die Wahlprogramme von FDP und CDU/CSU aufgrund von
       versprochenen Steuerreduktionen bei ihrer Umsetzung mit 88 Milliarden Euro
       und 33 Milliarden Euro die größte Lücke in den Staatshaushalt reißen würde.
       Währenddessen würde der Staatshaushalt mit Linken oder Grünen einen starken
       Überschuss von 37 Milliarden beziehungsweise 18 Milliarden Euro aufweisen.
       
       9 Aug 2021
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] /Moegliches-Mitte-links-Buendnis/!5777240
   DIR [2] https://www.zew.de/presse/pressearchiv/wer-koennte-von-welcher-regierungsbeteiligung-profitieren
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Anna Lehmann
       
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