# taz.de -- Nach den Unruhen in Südafrika: Aufräumen in Solidarität
> Pünktlich zum „Mandela Day“ ersetzt gegenseitige Hilfe die Gewalt der
> vergangenen Woche. Südafrikas Präsident Ramaphosa will Hintermänner
> „aufspüren“.
IMG Bild: Erst machen die Männer alles kaputt, dann räumen die Frauen auf: Soweto, 15. Juli
Angesichts der schweren Unruhen in Südafrika war klar, dass Reden des
Präsidenten Cyril Ramaphosa allein nicht mehr ausreichen würden: Mit
mindestens 212 Toten und Zerstörung vor allem in KwaZulu-Natal (KZN) und
Gauteng im Wert von umgerechnet etwa 720 Millionen Euro hatte Südafrika ein
Ausmaß an Gewalt erlebt, das es seit dem Ende der Apartheid 1994 nicht
gegeben hatte.
Besonders dramatisch war, dass offensichtlich koordiniert nicht allein
Zufahrtswege zu großen Städten durch das Anhalten und Abbrennen von Lastern
blockiert wurden, sondern auch zwei Krankenhäuser, eine Medikamentenfabrik,
über zwanzig Impfzentren und neunzig Apotheken geplündert wurden. „Rund die
Hälfte aller chronisch Kranken in KZN haben keine lebenswichtigen
Medikamente mehr“, sagt Dr. Nicolas Crisp, stellvertretender Direktor im
Gesundheitsministerium.
Persönlicher Mut und konkretes Handeln waren gefragt. Dies bewies Präsident
Ramaphosa, als er am Freitag in die Zentren des Aufstands in KZN fuhr und
direkt mit Menschen sprach. Viele hielten den Atem an, da im Vorfeld
Morddrohungen gegen ihn kursierten, nicht zuletzt von Jacob Zumas Tochter
Duduzile.
Am Abend [1][sprach der Präsident im Fernsehen] mit einer neuen
Glaubwürdigkeit: „Es ist klar, dass die Ereignisse der letzten Woche ein
sorgfältig geplanter Angriff auf unsere Demokratie waren.“ Denen, die die
Unruhen koordiniert hatten und dabei „arme Menschen für ihre Ziele
missbrauchten“, gab er zu verstehen: „Wir werden sie aufspüren, und sie
werden sich für ihre Taten zu verantworten haben.“ Damit meinte er jene,
die unter anderem in der Kampagne #FreeJacobZuma Südafrika hatten
unregierbar machen wollen.
## Zehntausende Freiwillige im Einsatz
Inzwischen sind 25.000 Soldaten in KZN und Gauteng stationiert und alle
wichtige Zufahrtsstraßen sind wieder offen. Bereits zuvor hatten Menschen
begonnen, weitere Plünderungen zu verhindern und mit Polizei und Militär
zusammenzuarbeiten. In Soweto bei Johannesburg hat eine
Township-Bewohnerin, Emelda Masango, auf Facebook den Aufruf
#RebuildSouthAfrica gestartet. „Innerhalb weniger Stunden hatten wir über
27.000 Freiwillige“, sagt sie. „Alte und Junge, Arme und Reiche, Schwarze
und Weiß, unglaublich.“
Passenderweise erinnerte sich Südafrika am Sonntag, dem 18. Juli, mit dem
nationalen „[2][Mandela Day]“ an den inzwischen 103. Geburtstag seines
verstorbenen Nationalhelden. Dieses Jahr steht er im Zeichen des Aufbaus
und der Hilfe. Auch Ramaphosa kam und nahm an Aufräumaktionen in Soweto
teil.
18 Jul 2021
## LINKS
DIR [1] http://www.thepresidency.gov.za/speeches/update-president-cyril-ramaphosa-security-situation-country
DIR [2] https://www.mandeladay.com/
## AUTOREN
DIR Lutz van Dijk
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