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       # taz.de -- Mögliche neue Schul-Lockdowns: Lasst die Schulen in Ruhe!
       
       > Entwarnung vor Corona ist unangebracht – aber auch die Alarmstimmung mit
       > Blick auf die Schulen. Die Situation ist anders als vor einem Jahr.
       
   IMG Bild: „Team Vorsicht“ sollte nicht immer die Richtung bestimmen
       
       Es ist gut, dass die Bundesregierung im Kampf gegen Corona meist relativ
       vorsichtig war. Niemand kann bestreiten, dass Deutschland auch wegen der
       lange geltenden Maßnahmen und Regeln besser durch die Pandemie gekommen ist
       als andere Länder. Aber das bedeutet nicht, dass das „Team Vorsicht“ immer
       mit allen Warnungen Recht behalten hat und deshalb auch in Zukunft immer
       die Richtung bestimmen sollte.
       
       Es gibt keinen Anlass zur Entwarnung, aber erst recht keinen Grund für die
       Alarmstimmung, die schon wieder in manchen Debatten mitschwingt. Das gilt
       insbesondere für die Diskussionen um das neue Schuljahr. Manche Mahnungen
       und Warnungen vor möglichen erneuten Schulschließungen klingen so, als
       befänden wir uns noch im Frühjahr 2020, völlig schutzlos auf dem Höhepunkt
       der ersten Welle. Dabei gibt es inzwischen längst die zwei wichtigsten
       Schutzvorkehrungen, die damals händeringend herbeigesehnt wurden: Tests und
       Impfungen.
       
       Die SchülerInnen können jetzt zum Glück flächendeckend regelmäßig getestet
       und immerhin ab 12 Jahren auch geimpft werden, [1][was trotz der
       Stiko-Nichtempfehlung auch zunehmend geschieht]. So gut wie alle
       LehrerInnen haben längst ein Impfangebot erhalten. [2][Nach wie vor gilt
       die Gefahr von schweren Coronaverläufen bei Kindern als gering].
       
       Derzeit ist kein Szenario erkennbar, das einen weiteren Schul-Lockdown
       nötig machen müsste. Selbst wenn SchülerInnen wirklich trotz aller Tests
       und Abstandsregeln in den Schulen das Virus einfangen und an Erwachsene
       übertragen sollten: Die meisten Erwachsenen sind inzwischen einmal geimpft,
       und es dauert nicht mehr lange, dann können alle, die es wollen, doppelt
       geschützt sein.
       
       Die von SchülerInnen möglicherweise noch ausgehenden Ansteckungen träfen
       also vor allem [3][konsequente Impfverweigerer]. Wegen ihnen aber die
       Schulen zu schließen, kann niemand ernsthaft fordern. Kinder und Eltern
       hatten vorerst wirklich genug Lockdowns wichtiger Lebenszeit. Lasst uns
       darüber also bitte erst wieder diskutieren, falls eine Variante anrollt,
       gegen die auch keine Impfung hilft.
       
       5 Aug 2021
       
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