# taz.de -- Zunahme von Hungersnöten: 11 Hungertote pro Minute
> Konflikte, Corona, Klimawandel: Das sind laut Oxfam die Ursachen für eine
> drastische Zunahme von Hunger in der Welt.
IMG Bild: Hunger in der Tigray-Region in Äthiopien: Eine Mutter hält die Hand ihrer unterernährten Tochter
London dpa | Die Hilfsorganisation Oxfam hat vor einer [1][dramatischen
Zunahme von Hungersnöten in der Welt] gewarnt. Die Zahl der Menschen, die
von einer Hungersnot betroffen sind, habe sich seit Beginn der Pandemie auf
weltweit rund 520.000 Menschen versechsfacht.
Verantwortlich dafür sei vor allem der [2][Tigray-Konflikt in Äthiopien].
Allein in der Provinz Tigray sind nach Angaben der internationalen
Datenbank IPC mehr als 400.000 Menschen von katastrophalen Verhältnissen
bei der Nahrungsversorgung betroffen.
Doch auch in anderen Teilen der Welt verschärften sich demnach die
Hungerkrisen, etwa im [3][Jemen], im [4][Südsudan] und auf Madagaskar. Im
Jemen verdreifachte sich dem Bericht zufolge allein in der ersten Hälfte
dieses Jahres die Zahl der Menschen in Hungersnot auf 47.000.
Als Ursache für den weltweiten Anstieg sieht Oxfam eine Mischung aus
Konflikten, der Coronavirus-Pandemie und dem Klimawandel. Insgesamt leben
dem Bericht zufolge weltweit 155 Millionen Menschen in extremer
Nahrungsmittelunsicherheit – 20 Millionen mehr als noch im Vorjahr. Der
Hilfsorganisation zufolge sterben inzwischen mehr Menschen an Hunger als an
Covid-19.
## Hunger als Kriegswaffe
Oxfam betonte, Hunger werde absichtlich als Kriegswaffe eingesetzt. So
würden Zivilisten Trinkwasser und Lebensmittel vorenthalten, Märkte
bombardiert, Getreide in Brand gesetzt und Nutztiere getötet.
Doch auch Armut ist ein Faktor, der sich während der Pandemie verschlimmert
hat. Schätzungen zufolge wird die Zahl der Menschen, die in extremer Armut
leben, bis zum Ende dieses Jahres auf 745 Millionen steigen, 100 Millionen
mehr als noch vor der Coronakrise.
Hinzu kommen extreme Wetterereignisse, die auf den Klimawandel
zurückgeführt werden. Beinahe 400 wetterbedingte Katastrophen, darunter
extreme Stürme und Überschwemmungen, erschwerten das Leben für Menschen in
Zentralamerika, Südostasien und am Horn von Afrika seit Pandemiebeginn, so
der Bericht.
9 Jul 2021
## LINKS
DIR [1] https://www.oxfam.org/en/press-releases/six-fold-increase-people-suffering-famine-conditions-pandemic-began
DIR [2] /Ethnische-Spannungen-in-Aethiopien/!5780615
DIR [3] /Huthis-im-Jemen/!5776685
DIR [4] /Coronapandemie-in-Afrika/!5773311
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