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       # taz.de -- Bahnvorstand geht auf GDL zu: Hoffnung auf Burgfrieden?
       
       > Der Bahnvorstand schlägt den Eisenbahner-Gewerkschaften gemeinsame
       > Gespräche vor. Eine Eskalation im Streit um Tarifeinheit könnte
       > abgewendet werden.
       
   IMG Bild: Die Fronten zwischen den Eisenbahner-Gewerkschaften und der Deutschen Bahn sind verhärtet
       
       Berlin taz | [1][Die Deutsche Bahn (DB)] zeigt sich bemüht, ihren Konflikt
       mit der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) zu deeskalieren. Am
       Donnerstag unterbreitete der Bahnvorstand der GDL und auch der
       konkurrierenden Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) einen Vorschlag,
       mit dem aus seiner Sicht das Verhältnis der drei Tarifparteien nachhaltig
       verbessert werden könnte.
       
       „Wir sind bereit, erneut die Hand auszustrecken und gemeinsam eine Regelung
       zu suchen, die ein geordnetes Nebeneinander der Gewerkschaften bei der Bahn
       ermöglicht“, erklärte DB-Personalvorstand Martin Seiler. „Wir brauchen
       Tariffrieden und ein Zeichen der Vernunft aller drei Tarifparteien.“ Mit
       dem Vorschlag sei eine Existenzsicherung der GDL verbunden. Diese sei auch
       niemals von der DB in Frage gestellt worden war.
       
       Genau das sieht die GDL bislang anders. Der Hintergrund: Seit Januar dieses
       Jahres wendet die Deutsche Bahn [2][das umstrittene Tarifeinheitsgesetz]
       an. Danach sind bei einer Tarifkollision nur die Tarifverträge der
       mitgliederstärksten Gewerkschaft im Betrieb gültig. Betroffen davon sind 71
       der 300 Betriebe des Bahn-Konzerns. In 55 Betrieben kommen nunmehr
       ausschließlich die Regelungen mit der größeren EVG zur Anwendung, nur in 16
       Betrieben gelten die Tarifverträge der kleineren GDL. Versuche der GDL,
       sich gegen diese Aufteilung zu ihren Ungunsten gerichtlich zu wehren, waren
       bisher nicht erfolgreich.
       
       Nun bietet der Bahnvorstand für den August und September Gespräche an, wie
       die zuvor geltende Tarifpluralität wieder hergestellt werden kann. Er sei
       bereit zu einer vom Tarifeinheitsgesetz abweichenden Regelung. Ziel sei es,
       zu einem neuen Burgfrieden und hin zu einem langfristigen Nebeneinander der
       Gewerkschaften zu kommen.
       
       Um das zu erreichen, sollen von allen Seiten ausgewählte Moderatoren
       einbezogen werden. Es müsse auch im Interesse der beiden Gewerkschaften
       sein, sich nicht länger anzufeinden, so Personalvorstand Seiler. Er bat
       sie, sich bis zum 26. Juli zu dem Vorschlag äußern.
       
       Unabhängig davon [3][läuft die aktuelle Tarifauseinandersetzung zwischen
       der Bahn und GDL] weiter. Hier sind die Fronten unverändert verhärtet. Noch
       bis zum 9. August führt die GDL eine Urabstimmung unter ihren Mitgliedern
       über eine mögliche Arbeitsniederlegung durch. Es kann von großer Zustimmung
       ausgegangen werden. Damit würden Streiks mitten in den Schulferien fast
       aller großer Bundesländer drohen.
       
       15 Jul 2021
       
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       … aber in welche Richtung? Die Chancen stehen schlecht, dass sich
       Bahnvorstand und Lokführergewerkschaft einigen und ein Arbeitskampf
       vermieden wird.