# taz.de -- Negatives Deutschland-Image: Nur extreme Strebereigenschaften
> Populismus und Rechtsextremismus sind in Deutschland ein wachsendes
> Problem. Im Ausland wird das laut einer Studie besonders kritisch beäugt.
IMG Bild: Nicht mehr langweilige StreberInnen, sondern gewaltbereite Extremisten bestimmen das Bild
Eine Studie zeigt, dass das Ausland vor allem Extremismus als wachsendes
Problem in Deutschland sieht. Fleißig. Effizient. Zuverlässig. Die Studie
[1][„Außenblick – Internationale Perspektiven auf Deutschland in Zeiten von
Corona“] von Goethe-Institut, DAAD und GIZ erzählt vieles, das wir schon
wussten.
Das Ausland attestiert uns Deutschen noch immer die
kartoffelig-verschrobenen Strebereigenschaften, die alle immer so
amüsieren. Mittlerweile hat sich aber auch Gravierendes geändert. Das
Goethe-Institut schreibt in seiner Zusammenfassung der Ergebnisse:
„[2][Populistische und extremistische Tendenzen] nähmen in Deutschland zu –
kein anderer Risikobereich wird im Ausland in so vielfältiger Weise
thematisiert.“
Befragte aus aller Welt gaben an, sich in Deutschland öfter diskriminiert
und weniger willkommen zu fühlen. Für über 20 Prozent der Teilnehmenden hat
sich Deutschlands Image als sicherer Ort enorm verschlechtert. „In Berlin
hatte ich das Gefühl, sollte ich die Polizei rufen, würde sie nichts
unternehmen“, wird ein:e Teilnehmer:in zitiert.
Deutschland hatte international sehr viele Jahre den Ruf, irre
verantwortungsbewusst mit seiner Vergangenheit umzugehen und sein
Naziproblem zumindest unter Kontrolle zu haben. Weltoffen und freundlich –
so wollte man sein.
## Beunruhigendes Gesamtbild
Wer sich hierzulande etwas mit der deutschen Nachkriegsgeschichte
beschäftigt oder den NSU mitbekommen hat, wird das nicht so selbstbewusst
behaupten. Oder wie Max Czollek es in seiner Polemik „Desintegriert euch“
mal ausgedrückt hat: Die einzige erfolgreiche Integrationsleistung in
Deutschland sei die Wiedereingliederung alter Nazis nach dem Krieg gewesen.
Lob von außen nahm man natürlich trotzdem immer gerne an und schaute dabei
besinnlich.
Wenn man der Studie glaubt, scheint dieses Lob von außen abzuklingen. Dazu
hat nicht zuletzt der Podcast „Day X“ der [3][New York Times ] beigetragen.
Darin wird die Geschichte der rechten Kontinuität in Deutschland
nacherzählt. Baseballschlägerjahre, [4][rechte Terroranschläge in Hanau]
und Halle, die AfD im Bundestag und Verfassungsfeinde in der Polizei und in
der Bundeswehr. Mit etwas Abstand wirkt das Gesamtbild noch beunruhigender.
„Wenn Deutschland an seine Zukunft denkt, denken die Nachbarn an seine
Vergangenheit“, heißt es in „Außenblick“. Es lohnt sich, das einmal sacken
zu lassen. Und selbst ein paar Schritte zurückzugehen.
12 Jul 2021
## LINKS
DIR [1] https://www.goethe.de/de/m/uun/pub/aus.html
DIR [2] /Rechtsextremismus/!t5007723
DIR [3] https://www.nytimes.com/2021/05/19/podcasts/far-right-german-extremism.html
DIR [4] /Schwerpunkt-Rechter-Anschlag-in-Hanau/!t5563930
## AUTOREN
DIR Emeli Glaser
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