# taz.de -- Angriff auf türkischen Journalisten: Verfolgt in Berlin
> Der türkische Journalist Erk Acarer ist tätlich angegriffen worden. Es
> zeigt: Wer Erdogans AKP kritisiert, kann sich nicht sicher fühlen.
IMG Bild: Zur Zielscheibe geworden: der türkische Journalist Erk Acarer
Es gebe Momente, in denen sie mit Grauen auf die Türkei blicke und nicht
glauben könne, was passiere, erzählte die Schriftstellerin Aslı Erdoğan im
Interview mit der taz. Es war Erk Acarer, [1][der das Gespräch mit der
gefeierten türkischen Autorin führte]. Zwei Menschen saßen sich im
deutschen Exil gegenüber, nachdem sie beide wegen ihrer entschlossenen
Haltung und ihrer Arbeit in der Türkei nicht mehr sicher waren.
[2][Jetzt ist Erk Acarer in Berlin zur Zielscheibe geworden]: Drei Männer
kreuzten vor seiner Haustür auf, schlugen ihn nieder, verletzten ihn am
Kopf. Es ist ein böser Traum für alle Journalist*innen, die sich
kritisch mit der türkischen Regierung, mit dem religiösen
Fundamentalismus in dem Land und dem Umgang mit Alevit*innen,
Kurd*innen, Zazas und allen anderen zu Minderheiten erklärten Gruppen
auseinandersetzen. Es ist bittere Realität für viele, bei jeder
öffentlichen Äußerung, bei jedem Tweet, jedem Like auf Facebook zu zögern.
Begebe ich mich damit in Gefahr? Bringe ich andere Menschen dadurch in
Gefahr?
Erk Acarer kannte das Risiko. In der türkischsprachigen Diaspora und in der
Türkei verfolgen Tausende Menschen, was er auf Twitter schreibt. Als linke
Stimme in einer Gesellschaft, die Gegenmeinungen auch immer wieder mit dem
Tod bestraft, hatte er Anhänger*innen, war aber immer wieder auch Hass
ausgesetzt. Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass sich türkische
Nationalist*innen in Deutschland organisieren.
Und so ist für Acarer klar, wer hinter dem Angriff steht. Weil er nicht
schweige zum türkischen Islamismus, zu dem Faschismus der regierenden
Parteien AKP und MHP, sei er ins Visier geraten. Die drei Angreifer hätten
auch ein Messer bei sich getragen, flohen aber, als Nachbar*innen auf
ihn aufmerksam wurden, twittert er. So konnte Schlimmeres verhindert
werden, und seine Kopfverletzungen werden wohl bald wieder verheilen.
Ob sie sich hier sicher fühle, hatte Acarer die Autorin Aslı Erdoğan
gefragt. Ihre Antwort: „Absolut nicht. Wer vom türkischen Staat zur
Zielscheibe gemacht wurde, kann sich nicht sicher fühlen.“
8 Jul 2021
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## AUTOREN
DIR Heso Gınzızr
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