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       # taz.de -- Mikroplastik und Chemikalien an Bord: Frachtschiff vor Sri Lanka sinkt
       
       > Das ausgebrannte und mit umweltschädlicher Fracht beladene Schiff vor Sri
       > Lanka geht unter. Seit Tagen werden tote Meerestiere angeschwemmt.
       
   IMG Bild: Das Frachtschiff „X-Press Pearl“ war mit gefährlichen Chemikalien beladen
       
       Colombo dpa | Ein ausgebranntes und mit Mikroplastik und Chemikalien
       beladenes Frachtschiff ist dabei, vor Sri Lanka zu sinken. Dies begann am
       Mittwochmorgen, als die Marine das Schiff in tieferes Gewässer ziehen
       wollte, wie ein Marinesprecher der Deutschen Presse-Agentur sagte.
       [1][Präsident Gotabaya Rajapaksa] habe das Verschieben des Schiffs kurz
       davor angeordnet, damit es nicht gleich in der Nähe des Haupthafens des
       Landes untergeht.
       
       In den vergangenen Tagen waren an den Stränden Hunderte tote Fische, einige
       tote Schildkröten, Trümmer und viel [2][Mikroplastikgranulat] gefunden
       worden. Die Chefin der Meeresschutzbehörde, Dharshani Lahandapura, sagte,
       dass sie in den vergangenen Jahren keinen vergleichbaren Schaden gesehen
       habe.
       
       Die unter der Flagge von Singapur registrierte „X-Press Pearl“ hatte gut
       eineinhalb Wochen gebrannt, bis das Feuer am Dienstag nach Angaben der
       Marine ganz gelöscht werden konnte. Das Schiff war beladen mit 1.486
       Containern mit 25 Tonnen teils gefährlichen Chemikalien, darunter
       Salpetersäure und Mikroplastikgranulate zur Plastikherstellung sowie
       Kosmetika.
       
       ## Kapitän und zwei Offiziere dürfen das Land nicht verlassen
       
       Die Fracht sollte von Indien nach Singapur gebracht werden. Dann sei
       während eines Sturms eine Chemikalie aus einem Container ausgetreten, was
       eine chemische Reaktion ausgelöst und zum Feuer geführt habe, sagte ein
       Marinesprecher. Viele zumindest teils beschädigte Container seien noch auf
       dem sinkenden Schiff.
       
       Soldaten und Seeleute versuchen, die Strände von den Plastikstückchen zu
       befreien. An Teilen der Küste ist das Fischen bis auf Weiteres verboten,
       wovon mehr als 6.000 Fischer betroffen seien, hieß es vom Fischereiverband.
       Die Polizei soll sicherstellen, dass der Kapitän und zwei Offiziere wegen
       der weiteren Ermittlungen Sri Lanka nicht verlassen.
       
       2 Jun 2021
       
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