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       # taz.de -- Sammelabschiebung nach Pakistan: Menschenrechte? Egal
       
       > Niedersachsen hat acht Geflüchtete nach Pakistan abgeschoben, obwohl dort
       > Menschenrechte stark eingeschränkt sind. Linke Gruppen protestieren.
       
   IMG Bild: Hier sitzen Asylbewerber in Abschiebungshaft: Die Abteilung Langenhagen der JVA Hannover
       
       Hamburg taz | In der Nacht von Montag auf Dienstag startete vom Flughafen
       Hannover-Langenhagen eine Sammelabschiebung nach Pakistan. Acht der
       pakistanischen Geflüchteten saßen bereits seit vergangenem Donnerstag in
       Langenhagen in Abschiebungshaft.
       
       Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International und die
       Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) erheben schwere
       Vorwürfe gegen den pakistanischen Staat. So herrschten dort starke
       Einschränkungen in der Meinungs- und Religionsfreiheit sowie von Frauen-
       und LGBTQ+-Rechten. Laut Auswärtigem Amt bestehe zudem eine Gefahr durch
       terroristische Anschläge seitens der pakistanischen Taliban und
       seperatistischer Gruppen. Erst Ende April sind bei einem
       Sprengstoffanschlag auf ein Hotel in der Stadt Quetta mindestens vier
       Menschen getötet worden.
       
       Der niedersächsische Flüchtlingsrat kritisiert die Abschiebungen auf seiner
       Webseite scharf: „Skandalös ist nicht nur die Abschiebungsentscheidung an
       sich, sondern auch die Festnahme und Inhaftierung der Betroffenen.“ Sie
       seien im Morgengrauen aus ihren Betten in der Sammelunterkunft oder während
       ihrer Termine bei der Ausländerbehörde in verschiedenen Regionen
       Niedersachsens festgenommen worden.
       
       Das Innenministerium äußerte sich bis Redaktionsschluss nicht dazu, warum
       Abschiebungen nach Pakistan durchgeführt werden.
       
       Verschiedene linke Gruppen mobilisierten am Flughafen zu einer 25-stündigen
       Mahnwache und forderten den sofortigen Stopp von Abschiebemaßnahmen aus
       Deutschland. Gegen 4.50 Uhr formierte sich eine Spontandemo durch das
       Flughafengebäude, hin zu Terminal A, wo ein Flugzeug der spanischen
       Luftfahrtgesellschaft „Wamos Air“ für den späteren Abschiebeflug bereit
       stand. „Wamos Air“ beteiligte sich bereits in der Vergangenheit an
       Abschiebungen aus Deutschland, zuletzt im März bei einem Flug aus
       Düsseldorf nach Sri Lanka. Um 6.43 Uhr hob das Flugzeug vom Typ Airbus A330
       in Richtung Islamabad ab.
       
       19 May 2021
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Eike Führing
       
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