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       # taz.de -- Krieg in Tschad: Präsident Déby ist tot
       
       > Nach über 30 Jahren an der Macht fällt Tschads Staatschef Idriss Déby im
       > Kampf gegen Rebellen. Das Militär übernimmt, geführt von seinem Sohn.
       
   IMG Bild: Chads Präsident Idriss Déby starb an der Kriegsfront
       
       Berlin taz | Tschads Präsident Idriss Déby ist tot. Wie das Militär seines
       Landes am Dienstagmittag im Staatsfernsehen bekanntgab, erlag er zu einem
       ungenannten Zeitpunkt den Verletzungen, die er sich am Wochenende an der
       Kriegsfront [1][im Kampf gegen die neueste Rebellenarmee] seines Landes
       zugezogen haben soll – die FACT (Front für Wandel und Eintracht in Tschad),
       die am 11. April aus Libyen heraus die Grenze nach Tschad überschritten und
       binnen einer Woche bis kurz vor die Hauptstadt N'Djamena vorgestoßen war.
       
       „Er übernahm die Leitung der Operationen beim heroischen Kampf gegen die
       terroristischen Horden, er wurde bei den Gefechten verwundet und hauchte
       die Seele aus, als er nach N'Djamena zurückgebracht worden war“, erklärte
       die Armee. Armee und FACT [2][führen bei der Stadt Mao 280 Kilometer
       nordöstlich von der Hauptstadt schwere Kämpfe]. Dass Déby überhaupt an der
       Front war, hatten offizielle Stellen nicht bekanntgegeben.
       
       Stattdessen hatte Tschads Wahlkommission Déby am Montagabend offiziell zum
       Sieger der Präsidentenwahl vom 11. April – der Tag des Rebelleneinmarsches
       – erklärt. Der 68 Jahre alte, seit 1990 herrschende Präsident sei mit 79,32
       Prozent für eine weitere Amtszeit von sechs Jahren gewählt worden, hieß es
       im vorläufigen amtlichen Endergebnis.
       
       ## Militär übernimmt die Macht
       
       Ob Déby da überhaupt noch lebte, ist unklar. Die Armee hatte am Montag
       bereits Freudenfeiern und Freudenschüsse in N'Djamena verboten und Panzer
       auf den Straßen auffahren lassen.
       
       Vorerst übernimmt das Militär in Tschad nun auch formell die Macht. Wie ein
       Armeesprecher im Staatsrundfunk bekanntgab, regiert ab jetzt Débys Sohn
       Mahamat Idriss Déby Itno an der Spitze eines Militärrats. Parlament und
       zivile Regierung sind aufgelöst. Der Militärrat sei bereits
       zusammengetreten und habe eine „Übergangscharta“ verabschiedet.
       
       Mahamat Idriss Déby kommandierte zeitweise die tschadischen Eingreiftruppen
       in Mali, die dort [3][an der Seite Frankreichs] und der UN-Mission Minusma,
       an der auch Deutschland beteiligt ist, gegen islamistische Terrorgruppen
       kämpfen. Zuletzt kommandierte er Tschads Präsidialgarde.
       
       20 Apr 2021
       
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