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       # taz.de -- Landesregierung beschließt Lockerungen: Der Pfingstbesuch kann kommen
       
       > Senat hebt privates Übernachtungsverbot zum 19. Mai auf. Am 21. soll die
       > Außengastronomie öffnen können. Hotels müssen bis Mitte Juni warten.
       
   IMG Bild: In Bayern teilweise schon jetzt möglich, in Berlin zum 21. Mai geplant: geöffnete Außengastronimie
       
       Die Verwandtschaft kann doch kommen, wenn auch eine Woche später: Der Senat
       hat am Dienstag angekündigt, bei weiter sinkenden Coronazahlen am 19. Mai
       zu Pfingsten das Übernachtungsverbot für Haushaltsfremde zu kippen und
       wieder Treffen von mehr Personen zu ermöglichen. Lockerungen schon ab
       kommenden Freitag gleich nach Christi Himmelfahrt waren passé, weil der
       Corona-Inzidenzwert am Montag überraschend wieder über die entscheidende
       100er-Marke gestiegen war. Am Dienstag hingegen [1][sank er auf 93,7], den
       [2][niedrigsten Wert seit dem 18. März.]
       
       Man habe sich eigentlich an diesem Dienstag mit Lockerungen zum Wochenende
       hin auseinandersetzen wollen, berichtete der Regierende Bürgermeister
       Michael Müller (SPD) zu Beginn der Pressekonferenz nach der Senatssitzung.
       Das beruhte darauf, dass die Inzidenz – die Zahl der neuen
       Corona-Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen – Freitag
       unter 100 gesunken war und bis Sonntag unter dieser Schwelle blieb. Doch
       dann stieg der Wert wieder auf 100,8.
       
       Damit aber die [3][von Bundestag und Bundesrat beschlossene Notbremse], die
       unter anderem eine Ausgangssperre ab 22 Uhr beinhaltet, nicht mehr gilt,
       muss der Wert fünf Werktage in Folge unter 100 bleiben. Bevor das nicht
       passiert, galten auch Änderungen von besonderen Berliner Regelungen wie dem
       Übernachtungsverbot als nicht machbar. Die aktuelle Tendenz aber zeigt
       deutlich nach unten.
       
       Zweimal kurz und knapp mit Ja antwortete Müller auf taz-Fragen, ob mit den
       anderen Lockerungen auch das Übernachtungsverbot im Privathaushalt falle
       und sich wieder bis zu fünf Personen aus zwei Haushalten treffen dürften.
       Für touristische Übernachtungen in Hotels sah Müller „eine Chance Mitte
       Juni“.
       
       ## Wieder mehr Angebot in Kitas
       
       Unabhängig von der Bundesnotbremse beschloss der Senat, in den Kitas vom
       Not- wieder zum Regelbetrieb zurückzukehren – mit dem kleinen Zusatz
       „eingeschränkter“. Das bedeutet: Ab dem 17. Mai sollen alle Einordnungen
       oder Prioritäten wegfallen, die Eltern werden aber gebeten, den ihren
       Kindern zustehenden Betreuungsumfang nicht auszuschöpfen.
       
       Ab dem 19. Mai gelten auch Lockerungen im Sport: Kinder bis 14 Jahren
       sollen in 20er-Gruppen trainieren dürfen, Über-14-Jährige in Gruppen bis
       zehn Personen. Im Feld der Kultur sollen dann auch wieder Museen und
       Galerien mit negativem Testergebnis zugänglich sein. Zudem sollen sich
       wieder mehr Kunden in Geschäften aufhalten dürfen.
       
       Vier Tage später, am 21. Mai, folgt laut Müller die Öffnung jener Frei- und
       Strandbäder, die über ein Hygienekonzept verfügen. Am selben Tag, dem
       Freitag vor Pfingsten, soll auch die Außengastronomie wieder starten
       können, laut Müller in enger Absprache mit Brandenburg – gerade am
       Feiertagswochenende gehe das gar nicht anders, „da muss man das
       landesübergreifend denken“. Voraussetzung ist jeweils ein negativer
       Coronatest.
       
       Die brandenburgische Landesregierung beschloss am Dienstag tatsächlich
       ebenfalls die Öffnung der Außengastronomie bei einer konstanten Inzidenz
       unter 100, ging aber noch weiter: Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD)
       kündigte an, dass ab 21. Mai auch touristische Übernachtungen in
       Ferienwohnungen und auf Campingplätzen erlaubt sein sollen.
       
       Müller warnte in der Berliner Pressekonferenz eindringlich davor, Corona
       als beendet zu betrachten, weil der Inzidenzwert unter 100 ist: 100 sei ein
       Krisenwert – „alles gut ist erst bei 10 oder noch darunter“.
       
       11 May 2021
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] https://www.berlin.de/corona/lagebericht/
   DIR [2] https://www.rbb24.de/panorama/thema/2020/coronavirus/service/faelle-berlin-brandenburg-verdopplungszeit-fallzahlen-entwicklung.html
   DIR [3] https://www.bundesregierung.de/breg-de/suche/bundesweite-notbremse-1888982
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Stefan Alberti
       
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