URI:
       # taz.de -- Asylanträge von Geflüchteten beim Bamf: Jede:r Dritte zu Unrecht abgelehnt
       
       > Das Bamf verwehrt vielen Flüchtlingen den Schutz, auf den sie Anrecht
       > haben. Fast jede dritte Klage gegen abgelehnte Asylanträge war 2020
       > erfolgreich.
       
   IMG Bild: Protest gegen Abschiebungen 2021: Vor allem Afghan:innen müssen für ihr Asylrecht klagen
       
       Osnabrück epd/afp | Deutsche Gerichte kippen rund ein Drittel aller
       inhaltlich überprüften Asylbescheide. In 31 Prozent der entsprechenden
       Fälle hätten die Richter:innen den klagenden [1][Flüchtlingen] am Ende
       doch einen Schutzstatus zugesprochen, berichtete die „Neue Osnabrücker
       Zeitung“ am Dienstag. Sie berief sich dabei auf eine Antwort der
       Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag.
       
       Von 68.061 überprüften Bescheiden der Bundesbehörde erklärten die Gerichte
       im vergangenen Jahr demnach 21.224 für rechtswidrig. Die Quote der
       Entscheidungen, die nach einer gerichtlichen Überprüfung aufgehoben wurden,
       stieg somit nach einem Rückgang in den vergangenen Jahren wieder an. 2017
       lag sie noch bei 40,8 Prozent, sank dann 2018 auf 31,4 Prozent und 2019 auf
       26,4 Prozent.
       
       Gegen fast drei Viertel (73 Prozent) aller ablehnenden [2][Bescheide des
       Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (Bamf)] wird geklagt, wie es
       weiter hieß. Besonders hoch ist die Erfolgsquote bei Afghan:innen: Hier
       wurden nach den Angaben 60 Prozent der gerichtlich überprüften
       Bamf-Bescheide kassiert.
       
       Die Innenexpertin der Linksfraktion im Bundestag, Ulla Jelpke, nannte die
       Zahlen inakzeptabel und ein starkes Indiz dafür, dass das Bundesamt seine
       Entscheidungspraxis und Qualitätskontrolle ändern müsse. Bei
       Herkunftsländern mit überdurchschnittlich hoher Fehlerquote solle es alle
       beklagten Bescheide von sich aus noch einmal überprüfen und gegebenenfalls
       ändern, forderte die Abgeordnete. „Die vielen fehlerhaften Asylbescheide
       führen dazu, dass schutzbedürftige Flüchtlinge ihre engsten
       Familienangehörigen nicht nachholen können, solange ihr Status nicht
       geklärt ist.“ Außerdem müssten die Gerichte entlastet werden, forderte
       Jelpke.
       
       13 Apr 2021
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] /Schwerpunkt-Flucht/!t5201005
   DIR [2] /Gefluechtete-bangen-um-Schutzstatus/!5718882
       
       ## TAGS
       
   DIR Gerichtsprozess
   DIR Asyl
   DIR Schwerpunkt Flucht
   DIR Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF)
   DIR Schwerpunkt Rassismus
   DIR Schwerpunkt Flucht
   DIR Schwerpunkt Rassismus
   DIR Schwerpunkt Flucht
   DIR Schwerpunkt Flucht
   DIR Schwerpunkt Flucht
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
   DIR Bremer Bamf-Prozess: Ulrike B. ist unschuldig
       
       Das Verfahren um den vermeintlichen Bremer Bamf-Skandal ist mangels
       Vorwürfen eingestellt worden. Dafür ermittelt nun die
       Generalstaatsanwaltschaft.
       
   DIR Situation von Geflüchteten in Heimen: Unter dem Existenzminimum
       
       Alleinstehende Geflüchtete werden teils Eheleuten gleichgesetzt – und
       Leistungen gekürzt. Das Düsseldorfer Sozialgericht hält das für falsch.
       
   DIR Prozessauftakt Bamf-Skandal: Großes Theater für Kleinkram
       
       Im Konzertsaal verhandelt das Bremer Landgericht über die Reste des
       Bamf-Skandals. Zwei Angeklagten werden 22 vage Taten zur Last gelegt.
       
   DIR Abschiebung nach Afghanistan: Niemand muss Abschieben helfen
       
       Brandenburg organisiert einen Abschiebeflug ins Kriegsgebiet. Laut Grünen
       ist der Bund verantwortlich. Doch sie könnten selbst einiges dagegen tun.
       
   DIR Projekt für geflüchtete Menschen: Ein zweites Leben in Regensburg
       
       Mit Spenden renovierte der Verein Second Life ein Haus in Regensburg, um
       Geflüchteten ein Zuhause zu schaffen. Im März zogen die Ersten ein.
       
   DIR Flüchtlingscamps in Griechenland: Im Bau und doch umstritten
       
       Die Arbeiten an neuen, abgeriegelten Unterkünften auf den griechischen
       Inseln schreiten voran. Wie finden das die Inselbewohner*innen?