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       # taz.de -- Prozess um den Tod von George Floyd: Floyd starb durchs Knie
       
       > George Floyds Tod hatte nichts mit seinem Drogenkonsum zu tun, sondern
       > ausschließlich mit dem Knie des angeklagten Ex-Polizisten, sagt ein
       > Sachverständiger aus.
       
   IMG Bild: George Floyd starb an Sauerstoffmangel, sagt Sachverständiger Martin Tobin (Gerichtszeichnung)
       
       Minneapolis ap | Im [1][Prozess gegen den Ex-Polizisten Derek Chauvin] hat
       am Donnerstag die Ursache für den Tod von George Floyd im Fokus gestanden.
       Der medizinische Sachverständige Martin Tobin sagte aus, dass Floyd an
       Sauerstoffmangel gestorben sei.
       
       Der Afroamerikaner habe dadurch einen Hirnschaden und Herzstillstand
       erlitten, ergänzte der Experte für Lungenheilkunde und Notfallmedizin im
       Gerichtssaal in Minneapolis. Floyds Atmung sei für eine ausreichende
       Versorgung mit Sauerstoff zu flach gewesen, als er mit hinter dem Rücken
       gefesselten Händen und Gesicht nach unten auf dem Boden gelegen und Chauvin
       [2][auf seinem Hals und Rücken gekniet] habe.
       
       „Eine gesunde Person, die dem ausgesetzt wird, was Herrn Floyd wiederfuhr,
       wäre gestorben“, erklärte Tobin und wies damit implizit die Theorie der
       Verteidigung zurück, Floyd sei wegen bestehender gesundheitlicher Probleme
       und seines Drogengebrauchs gestorben.
       
       Erst am Mittwoch hatte Polizeiexperte Jody Stiger als ein Zeuge der Anklage
       ausgesagt, dass der weiße Ex-Beamte sein Knie mit dem Großteil seines
       Gewichts auf den Hals des Schwarzen gedrückt habe. Diese Position habe er
       für den gesamten Zeitraum der Festnahme beibehalten: also von jenem Moment,
       als die Polizisten den 46 Jahre alten Floyd zu Boden brachten, bis zum
       Eintreffen der Sanitäter. Nach Einschätzung der Staatsanwälte waren das
       etwa neuneinhalb Minuten.
       
       Chauvin habe zudem Floyds Finger gequetscht und eines von dessen
       Handgelenken zu den Handschellen hingezogen, hatte Stiger gesagt. Dabei
       handele es sich um eine Methode, um eine Person durch Schmerz gefügig zu
       machen. Sie sei aber auch dann noch angewandt worden, als Floyd sich längst
       nicht mehr wehren konnte.
       
       Zuvor hatte Chauvins Anwalt Eric Nelson erklärt, das Knie seines Mandanten
       sei aus seiner Sicht nicht während der ganzen Zeit auf Floyds Hals gewesen,
       sondern auf dessen Schulterblattgegend oder Halsansatz.
       
       Chauvin ist in dem Prozess der Tötung Floyds bei einer Festnahme am 25. Mai
       2020 angeklagt. [3][Videoaufnahmen] von dem Vorgang hatten im vergangenen
       Jahr teils gewaltsame Proteste in den USA, aber auch weit über deren
       Grenzen hinaus ausgelöst.
       
       9 Apr 2021
       
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