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       # taz.de -- Wahlausgang in Albanien: One-Man-Show geht weiter
       
       > Albaniens Premier Edi Rama kann weiterregieren. Er herrscht längst wie
       > ein Autokrat – sein Wahlsieg ist ein Desaster gerade für die junge
       > Generation.
       
   IMG Bild: Auf autokratischem Kurs in Albanien: Edi Rama regiert weiter
       
       Albanien ist inzwischen eine reine One-Man-Show. [1][Edi Rama] hat es in
       seinen zwei Amtszeiten geschafft, Posten und Kandidatenlisten mit treuen
       Gefolgsleuten zu besetzen und das Land tiefer und tiefer in einen Sumpf aus
       [2][Korruption und Misswirtschaft] versinken zu lassen. Auch die Opposition
       stellte trotz einer breiten Allianz verschiedener Parteien keine
       Alternative dar und hat es nicht geschafft, eine Mehrheit zu erringen, um
       eine dritte Amtszeit Ramas zu verhindern. [3][Nun kann er weiterregieren].
       
       Gründe dafür gibt es viele: Eine verpfuschte Wahlrechtsreform, strategische
       Fehler in der Vergangenheit, als die größte Oppositionspartei, die
       Demokratische Partei, die Parlamentsarbeit und die Kommunalwahlen
       boykottierte, oder dass der albanischen Diaspora die Stimmabgabe so
       schwergemacht wurde. Im Kosovo etwa setzte sich die Diaspora massiv für
       einen Führungswechsel ein, heute regiert dort der Reformer Albin Kurti.
       
       Gerade für die jungen Menschen sind vier weitere Jahre mit Edi Rama eine
       düstere Aussicht, weil er sich vor allem für Macht und teure
       Infrastrukturprojekte interessiert, nicht aber für die Zukunft der jungen
       Generation. Schon jetzt verlässt die junge Generation in großer Zahl das
       Land; allein im Jahr 2019 gingen 360.000 Menschen – fast 13 Prozent der
       Bevölkerung.
       
       Für sie sind die drängenden Probleme die hohe Arbeitslosigkeit und die
       schlechten Bildungsmöglichkeiten. Als Rama auch nach den großen
       Studierendenprotesten 2018 an den Universitäten kaum etwas verbessert hat,
       zeigte er seine Prioritäten deutlich. Ebenso wenn er vehement gegen die
       Gründung von Gewerkschaften kämpft.
       
       Das Wahlergebnis lässt auch den EU-Beitritt in weite Ferne rücken. Grünes
       Licht für Beitrittsgespräche gab es bereits – wenn Albanien noch
       Vorbedingungen erfüllt. Eine davon war jene Wahlrechtsreform, die sich Rama
       schließlich zu seinen Gunsten zurechtbog. Die „EU“ ist für Rama schon lange
       ein leeres Buzzword. Doch ein Hoffnungsschimmer bleibt. Ihren Boykott im
       Parlament wird die Opposition aufgeben. Dann hat vielleicht auch die
       One-Man-Show ein Ende.
       
       28 Apr 2021
       
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