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       # taz.de -- Prag weist Diplomaten aus: Enthüllung zur Prime Time
       
       > Tschechien hält es für erwiesen, dass der russische Geheimdienst hinter
       > der schweren Explosion im Jahr 2014 steht. Unklar ist, warum es jetzt
       > bekannt wird.
       
   IMG Bild: Vor der russischen Botschaft in Prag demonstriert eine Frau mit EU-Flagge
       
       Es kommt nicht oft vor, dass ein Regierungschef an einem Samstagabend zur
       Prime Time eine Pressekonferenz einberuft. Was Tschechiens
       Ministerpräsident Andrej Babiš an diesem Samstag so dringend zu berichten
       hatte, nimmt es allerdings locker mit jedem Agententhriller auf. Am Anfang
       stand dabei die Apokalypse. Denn dem, was sich im Herbst 2014 im Wald rund
       um das Örtchen [1][Vrbětice] im Nordosten des Landes abspielte, wird das
       Wort Explosion nicht gerecht.
       
       Erst 50 und dann noch mal 13 Tonnen an Waffen und Munition gingen dort in
       die Luft, zwei Menschen starben. Umliegende Ortschaften mussten kurzzeitig
       evakuiert werden, der betroffene Wald wurde noch sechs Jahre lang von
       Munitionssplittern gesäubert. Eines war schnell klar: Die Munition hatte
       sich nicht selbst entzündet. Der Rest blieb vernebelt.
       
       Bis Andrej Babiš am Samstag mit nervöser Miene erklärte, der sowjetische
       Militärgeheimdienst GRU sei für die Apokalypse im Munitionslager und darum
       herum verantwortlich. [2][Prag wies 18 russische Diplomaten aus], Moskau
       reagierte wiederum mit der Ausweisung von 20 tschechischen Diplomaten.
       
       Sekundiert wurde Babiš vom [3][Nachrichtenmagazin Respekt], bekannt für
       seine exzellenten Quellen beim tschechischen Verfassungsschutz BIS.
       Möglicherweise war es auch andersrum, denn Respekt hatte die Story der
       beiden GRU-Agenten, die um das Munitionslager kreisten, just bevor es
       hochging, längst fertig, bevor Babiš das Wort ergriff.
       
       Die Waffen im Lager waren für die Ukraine bestimmt, so das Motiv, die
       GRU-Agenten als dieselben identifiziert, die 2018 das Attentat auf
       [4][Sergej Skripal] begehen sollten. Der Fall scheint klar: Russland hat
       einen terroristischen Akt auf tschechischem Boden begangen. Die eigentliche
       Frage ist jedoch, ob es Zufall ist, dass die russische Verbindung jetzt
       bekannt wird.
       
       In Tschechien hat sich der Diskurs um das Verhältnis zu Russland in den
       letzten Monaten verschärft, es geht um Sputnik V, den Ausbau des AKW
       Dukovany und russischen Einfluss generell. Sechs Monate vor den Wahlen
       bieten die Explosionen vor sieben Jahren aktuellen Zündstoff.
       
       19 Apr 2021
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] https://www.youtube.com/watch?v=k8QzVSC0014
   DIR [2] /Tschechiens-Konflikt-mit-Russland/!5762013
   DIR [3] https://www.respekt.cz/respekt-auf-deutsch/uber-uns
   DIR [4] /Giftanschlag-auf-Sergej-und-Yulia-Skripal/!5495005
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Alexandra Mostyn
       
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