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       # taz.de -- Bidens Billionen-Programm: Rote Tücher für die Republikaner
       
       > Geld für neue Infrastruktur, neue Jobs und mehr Klimaschutz: US-Präsident
       > Joe Biden will 2,25 Billionen US-Dollar investieren.
       
   IMG Bild: „Das wichtigste Klimagesetz in der US-Geschichte“ nennt ein Thinktank Bidens Infrastruktur-Pläne
       
       Chiang Mai /Berlin taz | Wenn ihr den Klimaschutz streicht, stimmen wir
       eurem Infrastrukturpaket vielleicht zu – wirklich versöhnlich klingt der
       Kompromissvorschlag nicht, den US-Präsident Joe Biden und seine Demokraten
       da bekommen haben. „Das könnte ein einfacher Sieg sein, wenn das Weiße Haus
       daraus wirklich ein Infrastrukturpaket macht“, sagte der führende
       republikanische Senator Roy Blunt am Sonntag in einer Nachrichtensendung.
       
       Er wünscht sich eine „traditionellere Herangehensweise“. Rund 30 Prozent
       der von Biden vorgeschlagenen Billionen-Investitionen, etwa in Straßen,
       Brücken und Flughäfen, seien zustimmungsfähig. Damit kommt er dem
       Präsidenten immerhin weiter entgegen als der Fraktionschef der Republikaner
       im Senat, Mitch McConnell. Der hatte angekündigt, Bidens Plan „auf jedem
       Schritt“ bekämpfen zu wollen.
       
       Was beide vehement ablehnen: große Summen für Klimaschutz und Energiewende.
       Auch die sind Teil des Pakets, das Biden vergangene Woche unter dem Titel
       [1][„American Jobs Plan“] vorgestellt hatte. Es sieht Investitionen von
       rund 2,25 Billionen US-Dollar über acht Jahre vor. Dazu kommen
       Steuervergünstigungen von 400 Milliarden Dollar für erneuerbare Energien.
       Dies entspricht knapp einem Prozent des Bruttoinlandsprodukts dieser Jahre.
       
       „Ist er groß? Ja. Ist er kühn? Ja“, kommentierte Biden seinen eigenen Plan
       und prophezeite: „In 50 Jahren werden die Menschen zurückblicken und sagen:
       Das war der Moment, in dem Amerika die Zukunft gewann.“ Lob kam etwa auch
       von der progressiven Denkfabrik World Resources Institute: „Wenn dieser
       Vorschlag Gesetz wird, dann ist es das wichtigste Klimagesetz in der
       US-Geschichte.“
       
       ## Biden braucht die Republikaner
       
       Brisant ist zum Beispiel das Vorhaben einer bundesweit verpflichtenden
       Quote für erneuerbare Energien. Biden will sein Ziel, die Stromgewinnung
       der USA bis 2035 emissionsfrei zu machen, so in ein Gesetz gießen.
       
       Die größten klimarelevanten Posten sind außerdem 223 Milliarden für die
       Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden, 174 Milliarden für
       Elektroautos und Ladestationen und 100 Milliarden für den Ausbau der
       Stromnetze. Der Plan sieht aber auch Investitionen in Straßen und Brücken
       (115 Milliarden), den öffentlichen Verkehr (85 Milliarden) und das
       Schienennetz (80 Milliarden) vor.
       
       Weitere 300 Milliarden Dollar sind für die Industrie vorgesehen, nicht
       zuletzt für Forschung. Angesichts der Pandemie enthält der Plan außerdem
       400 Milliarden für die Pflege von alten und behinderten Menschen. Biden
       hofft, auf diese Weise „Millionen von gut bezahlten Jobs mit
       Gewerkschaftsvertretung“ zu schaffen.
       
       Bezahlt werden soll das Ganze zum Teil durch neue Steuern – noch ein
       [2][rotes Tuch für die Republikaner]. Biden will die Gewinnsteuer für
       Firmen von 21 auf 28 Prozent erhöhen und damit eine Steuersenkung seines
       Vorgängers Donald Trump teilweise zurücknehmen.
       
       Biden will zudem die Mindeststeuer für global agierende Konzerne von 10,5
       auf 21 Prozent erhöhen. Dabei verwies er darauf, dass der Versandhändler
       Amazon und 90 weitere Konzerne derzeit gar keine Gewinnsteuern bezahlen.
       
       Biden braucht die Zustimmung der Republikaner im Senat, einer der beiden
       Kammern im gesetzgebenden Kongress. In dem 100-köpfigen Organ haben die
       Demokraten zurzeit nur genau die Hälfte der Stimmen. Im Falle eines
       Gleichstands darf zwar die Vize-Präsidentin als Senatschefin mit abstimmen,
       aktuell also die Demokratin Kamala Harris, aber für reguläre Gesetze
       [3][sind 60 Stimmen nötig].
       
       Eine Notlösung wäre es, den Plan in den nächsten Haushalt zu integrieren,
       zu dessen Beschluss im Senat die einfache Mehrheit reicht.
       
       6 Apr 2021
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] https://www.whitehouse.gov/briefing-room/statements-releases/2021/03/31/fact-sheet-the-american-jobs-plan/
   DIR [2] /Investitionen-in-den-USA/!5763966
   DIR [3] /Weltklimaraetin-ueber-CO2-Emissionen/!5742894
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Christian Mihatsch
   DIR Susanne Schwarz
       
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