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       # taz.de -- Ostermärsche trotzen der Pandemie: Zehntausend für den Frieden
       
       > In rund 100 Orten hat sich die Friedensbewegung zu den traditionellen
       > Ostermärschen getroffen. Pandemiegerecht mit Maske und Abstand.
       
   IMG Bild: Mehrere hundert Ostermarschierer:innen demonstrierten in Berlin für eine friedlichere Welt
       
       Bochum taz | An bundesweit [1][rund 100 Orten] haben Menschen am
       Osterwochenende für Frieden und Abrüstung demonstriert, darunter in Berlin,
       Hamburg, Bremen und München. Aber auch am Atomwaffenstandort Büchel in der
       Eifel oder beim Ostermarsch Rhein Ruhr forderten die Teilnehmer:innen
       einen Beitritt der Bundesrepublik zum Atomwaffenverbotsvertrag der
       Vereinten Nationen, eine Senkung der Militärausgaben und den Stopp von
       Rüstungsexporten.
       
       Nachdem wegen der Corona-Pandemie im vergangenen Jahr fast ausschließlich
       online für Frieden geworben wurde, zählten die Organisator:innen in
       diesem Jahr insgesamt rund 10.000 Teilnehmer:innen auf der Straße.
       Außerdem gab es Onlinediskussionen und Livestreams. „Wir sind alle
       superzufrieden“, sagte Kristian Golla vom Netzwerk Friedenskooperative der
       taz. „Mit Maske, Abstand und Hygienekonzepten haben wir gezeigt, wie trotz
       Corona ein verantwortungsvoller und achtsamer Protest aussehen kann.“
       
       Allein beim Ostermarsch Rhein Ruhr zählten die Organisator:innen
       zwischen Düsseldorf und Dortmund rund 1.000 Friedensaktivist:innen. Heftig
       kritisiert wurden dort die deutschen Rüstungsausgaben, die nach
       Nato-Standards allein 2020 um 8,4 Prozent auf 51,6 Milliarden Euro
       gestiegen sind: Auch mehr als 30 Jahre nach Ende des Kalten Krieges fließt
       fast jeder zehnte deutsche Steuereuro ins Militär.
       
       „Mit 1,56 Prozent ist Deutschland trotzdem weit vom Nato-Ziel entfernt,
       nach dem die Mitgliedstaaten ihre Rüstungsausgaben bis spätestens 2024 auf
       2 Prozent ihres Bruttosozialprodukts erhöhen sollen“, sagte
       Ostermarsch-Mitorganisator Joachim Schramm von der Deutschen
       Friedensgesellschaft (DFG-VK). Je nach wirtschaftlicher Entwicklung müsste
       der Etat der Bundeswehr demnach auf 60 Milliarden Euro und mehr steigen, um
       das Nato-Ziel zu erfüllen.
       
       Dabei gaben die 30 Nato-Staaten 2020 zusammen bereits rund 1,1 Billionen
       US-Dollar (930 Milliarden Euro) fürs Militär aus. Zum Vergleich: China
       steckte laut Berechnungen des Internationalen Instituts für strategische
       Studien (IISS) 193,3 und Russland nur auf 60,6 Milliarden Dollar in die
       Rüstung.
       
       ## Für die Vernichtung aller Atomwaffenarsenale
       
       Eine weitere zentrale Forderung der Proteste war die nukleare Abrüstung. In
       Büchel, wo US-amerikanische Atombomben lagern und Piloten der deutschen
       Luftwaffe deren Abwurf trainieren, hatten die Behörden die Zahl der
       Demonstrant:innen coronabedingt zwar auf 75 beschränkt.
       Friedensaktivist Golla verwies aber auf eine von Greenpeace Deutschland
       veröffentlichte [2][repräsentative Umfrage]: Danach sprechen sich
       deutschlandweit mehr als 80 Prozent für die Vernichtung aller
       Atomwaffenarsenale aus.
       
       Rund 500 Friedensaktivist:innen demonstrierten am Montag in der
       Hamburger Innenstadt. Statt eines Protestzuges wurden parallel drei
       Kundgebungen unter Corona-Hygienebedingungen veranstaltet, die zum Teil von
       heftigem Schneetreiben begleitet wurden.
       
       Bereits am Karfreitag hatte es in Gronau und Jülich [3][Proteste gegen die
       deutsche Urananreicherung] gegeben, die vom Atomausstieg ausgenommen ist.
       „Wer die zur Urananreicherung nötige Zentrifugentechnik beherrscht, die
       hier in Jülich weiterentwickelt wird, besitzt den Schlüssel zur Atombombe“,
       sagt Marita Boslar von der Initiative Stop Westcastor.
       
       Auch in Gronau, wo die einzige Urananreicherungsanlage Deutschlands steht,
       hatten am Freitag rund 150 Menschen per Fahrraddemo gegen „Atomanlagen und
       Atomwaffen“ demonstriert. „Extrem wichtig“ sei, sagt der in Gronau lebende
       Sprecher des Bundesverbands Bürgerinitiativen Umweltschutz, Udo Buchholz,
       „Friedens-, Anti-Atom- und Klimaschutzbewegung weiter zu vernetzen“.
       
       5 Apr 2021
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] https://www.friedenskooperative.de/termine
   DIR [2] https://greenwire.greenpeace.de/system/files/2020-07/2020-07-07%20GPD%20Umfrage%20Atomwaffenverbotsvertrag_Frieden.pdf
   DIR [3] /Ostermaersche-der-Friedensbewegung/!5763962
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Andreas Wyputta
       
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