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       # taz.de -- Nach dem Tod von Daniel Prude: Keine Anklage gegen Polizisten
       
       > Im Fall des durch einen Polizeieinsatz gestorbenen Schwarzen
       > US-Amerikaners Daniel Prude gibt es keine Anklagen. Die Staatsanwältin
       > ist enttäuscht.
       
   IMG Bild: Demonstranten in Rochester am Dienstag
       
       New York afp | Im Fall des im vergangenen Jahr im US-Bundesstaat New York
       nach einem Polizeieinsatz gestorbenen Afroamerikaners [1][Daniel Prude]
       gibt es keine Anklageerhebungen. Das zuständige Geschworenengremium
       verzichtete am Dienstag auf Anklagen gegen Polizisten, wie die
       Generalstaatsanwältin des Bundesstaats, Letitia James, mitteilte.
       
       James zeigte sich „extrem enttäuscht“ von dieser Entscheidung. Doch habe
       die sogenannte Grand Jury das letzte Wort in dem Fall. Die
       Staatsanwaltschaft müsse die Entscheidung der Geschworenen respektieren.
       
       Ein im September veröffentlichtes [2][Video] des Vorfalls in Rochester
       hatte große Empörung ausgelöst. In der Stadt wie auch in der Metropole New
       York kam es wegen des Vorfalls zu Demonstrationen gegen Polizeigewalt und
       Rassismus.
       
       In den Aufnahmen ist zu sehen, wie der Afroamerikaner Daniel Prude nackt
       und unbewaffnet auf einer Straße liegt. Er wird zunehmend aufgeregter,
       nachdem die Beamten ihm Handschellen angelegt haben.
       
       ## Polizeichef von Rochester war zurückgetreten
       
       Weiter ist zu sehen, dass Prude eine Haube aufgesetzt wird, welche die
       Beamten gegen mögliche Spuckattacken schützen sollte. Ein Beamter drückt
       dann seinen Kopf auf den Boden. Der 41-Jährige verlor das Bewusstsein und
       starb eine Woche später im Krankenhaus. Die Autopsie kam zu dem Schluss,
       dass es sich um ein Tötungsdelikt gehandelt habe.
       
       Zu dem Einsatz gerufen worden war die Polizei von Prudes Bruder. Dieser
       sagte, er habe die Polizei wegen psychischer Probleme seines Bruders
       gerufen.
       
       Der Polizeieinsatz gegen Prude ereignete sich bereits am 23. März, wurde
       aber erst Anfang September durch das Video von der Körperkamera eines
       Polizisten bekannt. Der Vorfall führte zum [3][Rücktritt des Polizeichefs]
       von Rochester, La'Ron Singletary, der ebenfalls Afroamerikaner ist.
       
       In einem anderen Fall von tödlicher Gewalt gegen einen Schwarzen reichte
       die Mutter des Opfers am Dienstag eine Entschädigungsklage ein. Der
       25-jährige Ahmaud Arbery war am 23. Februar 2020 beim Joggen in einem
       Wohnviertel der Stadt Brunswick im Bundesstaat Georgia erschossen worden.
       
       ## Joggen gehen, ohne um sein Leben zu fürchten
       
       Die Mutter reichte ihre Klage genau ein Jahr nach dem Vorfall ein. Sie
       fordert eine Million Dollar (820.000 Euro) von für die tödlichen Schüsse
       verantwortlichen oder an den nachfolgenden Untersuchungen beteiligten
       Menschen.
       
       In der Klage werden drei weiße Männer genannt, die wegen des Falls unter
       Mordanklage stehen. Die Klage richtete sich aber auch gegen Polizisten und
       Staatsanwälte, denen die Mutter Vertuschungen des Verbrechens vorwirft. Die
       Ermittlungen zu Arberys Tod waren erst vorangetrieben worden, nachdem zwei
       Monate später ein Video der Tat im Internet aufgetaucht war.
       
       Das Video zeigt, wie Arbery um einen auf der Straße stehenden
       Kleintransporter der Verdächtigen laufen will. Daraufhin kommt es zu einer
       Auseinandersetzung mit einem der weißen Männer, der ein Gewehr in der Hand
       hält. Dann fallen mehrere Schüsse, und Arbery fällt zu Boden. Der
       Afroamerikaner war unbewaffnet.
       
       US-Präsident Joe Biden sagte zum Jahrestag von Arberys Tod: „Ein schwarzer
       Mann sollte joggen gehen können, ohne um sein Leben zu fürchten.“ Der seit
       Januar amtierende Biden hat sich die Bekämpfung des Rassismus auf die
       Fahnen geschrieben. Seinem Vorgänger Donald Trump wurde hingegen von
       Kritikern vorgeworfen, immer wieder rassistische Vorurteile und Emotionen
       angeheizt zu haben.
       
       Fälle von tödlicher Gewalt gegen Schwarze hatten im vergangenen Jahr in den
       USA über Monate hinweg Anti-Rassismus-Demonstrationen entfacht.
       Ursprünglicher Auslöser der Proteste war der Tod des Afroamerikaners George
       Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz Ende Mai in Minneapolis im
       Bundesstaat Minnesota. Am Rande der meist friedlichen Proteste kam es
       wiederholt zu Ausschreitungen.
       
       24 Feb 2021
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] /Festgenommener-Mann-erstickte/!5712352
   DIR [2] https://www.youtube.com/watch?v=b4DEFRFoqoU&bpctr=1614174890
   DIR [3] /Ruecktritt-von-Polizeichef-in-Rochester/!5713362
       
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