# taz.de -- Kosten der Coronakrise: Staatsdefizit kleiner als erwartet
> Deutschland hat im Krisenjahr 2020 deutlich mehr öffentliches Geld
> ausgegeben als eingenommen. Das zeigen Berechnungen des Statistischen
> Bundesamts.
IMG Bild: Der Berliner Ku'damm zu Coronazeiten: Teile der Wirtschaft standen 2020 zeitweise still
Berlin Reuters | Die Lücke ist groß, aber kleiner als gedacht: Der
Staatshaushalt weist für 2020 ein Minus von 139,6 Milliarden Euro auf, wie
das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Mittwoch mitteilte.
Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherung haben also deutlich mehr
Geld ausgegeben als eingenommen – durch die Coronapandemie kommt das aber
nicht unerwartet.
Erste Berechnungen der Behörde hatten sogar ein noch größeres Defizit von
158,2 Milliarden Euro ergeben. Trotzdem ist das Minus beachtlich.
„Das war das erste Defizit seit 2011 und das zweithöchste Defizit seit der
deutschen Vereinigung, nur übertroffen vom Rekorddefizit des Jahres 1995,
in dem die Treuhandschulden in den Staatshaushalt übernommen wurden“,
erklärten die Statistiker:innen.
## Bruttoinlandsprodukt um 4,9 Prozent geschrumpft
Die Summe entspricht einem Defizit von 4,2 Prozent des
Bruttoinlandsproduktes. Die europäischen Maastricht-Regeln sehen eigentlich
eine Obergrenze von drei Prozent vor. Die „Anwendung wurde jedoch für die
Jahre 2020 und 2021 ausgesetzt“, hieß es. Grund dafür ist die
Coronapandemie.
2020 war die deutsche Wirtschaft wegen der Coronapandemie so tief
abgestürzt wie seit der Finanzkrise nicht mehr. Das Bruttoinlandsprodukt
schrumpfte um 4,9 Prozent und damit erstmals seit elf Jahren. Um eine noch
gravierendere Rezession zu verhindern, hielt der Staat [1][mit massiven
Konjunkturhilfen] wie der zeitweisen Mehrwertsteuersenkung dagegen, was
Löcher in die Kasse riss.
24 Feb 2021
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