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       # taz.de -- Zulassung von Coronaselbsttests: Spucken, Gurgeln, Abstrich machen
       
       > Sie könnten zumindest eine Teillösung sein: Was muss man bei den
       > Coronaschnelltests beachten, die nun offiziell zugelassen werden sollen?
       
   IMG Bild: Moderne Präparate sollen die Handhabung zu Hause noch leichter machen: Coronaschnelltests
       
       Wer noch keine 80 Jahre alt ist, braucht noch etwas Geduld für eine
       Impfung, viele Bundesbürger*innen [1][dürften erst in den
       Sommermonaten ein Angebot erhalten.] Wer jedoch mit den wahrscheinlichen
       Lockerungen im März schon vor der Impfung mal wieder Verwandte oder
       Freund*innen sehen will, für den könnten Antigen-Schnelltests zumindest
       eine Teillösung sein: Kurz vor dem Treffen testen, um zu wissen, ob ich
       andere gefährde oder nicht – verantwortlicher Umgang vorausgesetzt –,
       könnte Infektionsketten stoppen.
       
       Der Erwerb dieser Schnelltests ist bislang eigentlich medizinischem
       Personal vorbehalten – mit der Begründung, nur geschulte Leute wüssten sie
       korrekt anzuwenden. Nun hat das Gesundheitsministerium erlaubt,
       Schnelltests auch für den Privatgebrauch zuzulassen. Denn neue Präparate
       auf dem Markt sind leichter anzuwenden. Dabei müssen Selbsttests in
       Deutschland ein spezielles Prüfverfahren etwa mithilfe des TÜVs oder der
       Dekra durchlaufen. Neben der Ergebnisqualität prüft man auch, ob die
       Anwendung dieser Tests wirklich für Laien verständlich ist. Erst dann
       werden sie in Deutschland für den Hausgebrauch zugelassen.
       
       Die Methode dieser neuen Schnelltests unterscheidet sich gar nicht so sehr
       von den bislang von den Profis angewandten Schnelltests: Anhand bestimmter
       Virusproteine wird über einen Teststreifen wie bei einem
       Schwangerschaftstest eine Infektion nachgewiesen. Die bisherigen
       Schnelltests brauchten jedoch einen Speichelabstrich, der mit einem
       Stäbchen tief aus der Nase oder aus dem Rachenraum entnommen werden musste.
       Für viele ist das unangenehm. Bei den neuen Selbsttests sind nun leichter
       anwendbare Produkte im Gespräch, [2][etwa Gurgel- und Spucktests] oder
       solche, mit denen Abstriche in der Nase weiter vorne entnommen werden
       können.
       
       Doch wie zuverlässig sind diese Tests, wenn der Tupfer im vorderen
       Nasenbereich entnommen wird statt tief im Rachenbereich? Die Berliner
       Charité hat zusammen mit der Uniklinik Heidelberg genau das untersucht.
       Beobachtet wurden laut Charité-Professor Frank Mockenhaupt nur minimale
       Unterschiede zwischen Selbsttest und Test durch einen Profi mit tiefem
       Nasenabstrich. Beim Selbsttest wurden laut der Studie 33 von 40 Infizierten
       erkannt, beim Einsatz von Fachpersonal waren es 34.
       
       ## Schnelltests bleiben eine Momentaufnahme
       
       Beim Gurgeltest, wie die Österreicher ihn bereits nutzen, wird mit einer
       speziellen Flüssigkeit eine halbe bis eine Minute gegurgelt, um Partikel
       aus dem Rachen zu lösen. Danach kommt alles in ein Proberöhrchen, die Probe
       wird eingeschickt und im Labor untersucht. In einer Pilotstudie mit mehr
       als 5.000 Schüler*innen und Lehrer*innen in Wien hatte das Gurgeln
       nach Angaben des Mikrobiologen und Studienleiters Michael Wagner von der
       Universität Wien mit dem Rachenabstrich vergleichbare Ergebnisse geliefert.
       
       Nachdem klar sei, dass das Gesundheitsministerium den Weg für die
       Selbsttests frei machen will, könnten die Unternehmen nun mit Hochdruck an
       der Zulassung solcher Tests arbeiten, sagt der Geschäftsführer des
       Verbandes der Diagnostica-Industrie, Martin Walger. Er rechnet mit der
       Zulassung zumindest einiger dieser neuen Tests noch im Februar.
       
       Experten weisen darauf hin, dass die Eigentests wie alle Schnelltests immer
       nur eine Momentaufnahme sind und vor allem bei Menschen mit hoher Viruslast
       gut anschlagen. Ein negativer Test muss nicht heißen, dass man das Virus
       nicht trotzdem in sich trägt, warnt die Bundesvereinigung Deutscher
       Apothekerverbände. Sie weist darauf hin, dass auf jeden positiven Test zu
       Hause sofort ein Anruf beim Hausarzt oder Gesundheitsamt erfolgen müsse.
       „Nur ein PCR-Test vom Labor kann das Ergebnis des Schnelltests sicher
       bestätigen und damit das Infektionsgeschehen präzise abbilden.“
       
       11 Feb 2021
       
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