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       # taz.de -- Ausstellungsempfehlung für Berlin: Flug übers Mauerwerk
       
       > Lässt Flattertiere aufsteigen und Backsteintürme wachsen: Die
       > Gruppenausstellung „Cross-Side Crystal; Hybrid Orbital“ in der Galerie
       > HVW8 in Mitte.
       
   IMG Bild: Masha Silchenko, „Bat Bowl“, 2020, ceramic, glaze, 9 × 26 cm
       
       Das Crossover zwischen Gebrauchsgegenstand und Kunstwerk ist derart
       entzückend bei Masha Silchenkos „Bat Bowl“ (2020), man weiß nicht, ob man
       sie gern beim Frühstück im Bett dabei hätte oder sie für immer in Berlins
       öffentlichen Sammlungen wissen möchte.
       
       Die glasierte Keramik, die derzeit als Teil der von Irene Carbonari
       kuratierten Gruppenausstellung [1][„Cross-Side Crystal; Hybrid Orbital“]
       bei HVW8 in der Linienstraße in Mitte zu sehen ist, ist Teil einer Serie.
       In Silchenkos „Dragon Bowl“ scheint sich ein Fußabdruck des feuerspeienden
       Schuppenwesens Blau in Weiß eingebrannt zu haben. Vielleicht sehen wir aber
       auch in den Abgrund eines Brunnens hinunter. War nicht Batman als Kind in
       einen solchen gefallen? Macht nichts, kleine Flattertiere und sonstige
       Flughunde können in jede Spalte fliegen und verlorene Knirpse mit
       Halbstarkpotenzial wieder hinausleiten. Außerdem ging Batman ja auch am
       Ende seine berühmte Allianz mit den Fledertieren ein.
       
       Weitere Kandidatin für speziesübergreifende Bündnisse ist Kristina Bekkers
       Wildschwein von 2018, das in der Raummitte auf seinem weißen Quader hockt.
       „Mother“ heißt die Skulptur aus Ton und Sterlingsilber. Mit Kippe im Maul
       und roter Nelke zu Füßen ist sie ready für den Arbeitskampf.
       
       Die Häuserwände dazu liefert Julia Eichler. Für Arbeiten wie „mass
       attraction“ (2019) nimmt die Künstlerin Negativabdrücke von Fassaden und
       anderen architektonischen Elementen, die sich samt Dreck und Staubresten in
       das Pappmaché pressen, das Eichler für ihren Prozess des Einprägens
       benutzt. Trotz des leichten Materials muss „viscious matrices“ (2019), ein
       runder Turm, von einem orangefarbenen Transportgurt in Form gehalten
       werden, so groß scheint die Spannung im Mauerwerk.
       
       [2][HVW8] in Mitte ist übrigens die Berliner Dependence der zunächst in
       L.A. eröffneten [3][HVW8 Art + Design Gallery], die auch einen [4][artist
       TV-Kanal] hat. Das Mashup von Kunst und Design ist also Motto. Wobei man
       genauso gut von Eichlers Backsteintürmen essen und Silchenkos reizende
       Fledermaus an die Wand hängen könnte. Oder eben mit ihr Müsli teilen.
       Rosinen mag sie bestimmt.
       
       22 Feb 2021
       
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   DIR [1] https://hvw8.com/2021/01/cross-side-crystal-hybrid-orbital/
   DIR [2] https://hvw8.com/2021/01/cross-side-crystal-hybrid-orbital/
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