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       # taz.de -- Echter Lockdown in Hannover: Straßenbahn auf Eis gelegt
       
       > Durch Frost verschobene Betonplatten legten Stadtbahnen für fünf Tage
       > lahm. Ersatzverkehr gab es nicht, Autos und Fahrräder steckten im Schnee
       > fest.
       
   IMG Bild: Für mehrere Tage blieben die Straßenbahnen im Depot
       
       Hannover taz | Man kennt das natürlich von der Deutschen Bahn und aus
       anderen Städten im Land: Fest gefrorene Weichen, Schneemassen im Gleis –
       wenn der Winter kommt, geht erst mal nichts mehr. Doch während man anderswo
       bloß warten muss, bis die Streu- und Räumkommandos endlich
       hinterhergekommen sind, ging in Hannover auch nach dem Ende der Schneefälle
       im öffentlichen Nahverkehr weiterhin gar nichts.
       
       Eine rätselhafte Plattenverschiebung hat dafür gesorgt, dass sämtliche
       Stadtbahnen tagelang im Depot bleiben mussten. Offenbar hat der Frost an
       vielen Fußgängerüberwegen die Betonplatten angehoben und sie dermaßen
       verschoben, dass die Gleise blockiert waren.
       
       In den lokalen Medien schossen prompt die Spekulationen ins Kraut: Ist es
       ein Zufall, das vor allem die barrierefreien Fußgängerüberwege hinter den
       niegelnagelneuen Hochbahnsteigen betroffen waren? Was ist das jetzt? Pfusch
       am Bau? Korruption? Nein, nein, wehrt die Üstra ab. Es seien auch ältere
       Überwege betroffen, kein Muster erkennbar. Für eine genauere Untersuchung
       müsse man aber warten, bis alles getaut sei.
       
       ## Diese Plattenverschiebungen gibt es nirgendwo sonst
       
       Fest steht: Auf unklaren Wegen haben sich Wasser und Eis im
       „Gleisnebenkörper“ gesammelt. Das Phänomen sei in noch keiner anderen Stadt
       aufgetaucht, berichtet die Hannoversche Allgemeine unter Berufung auf den
       Dachverband der Verkehrsunternehmen. Weil die Reparaturtrupps nicht
       hinterherkamen, entschied die Üstra, den Betrieb im gesamten Netz
       einzustellen – sorry, hieß es am Mittwoch. Ersatzverkehr gab es auch nicht,
       dafür reichten die Busse und Fahrer nicht.
       
       Der Aufschrei war groß, zumal es kaum Alternativen zur Bahn gab: Autos
       kamen nicht vom Fleck, weil sie erst freigeschaufelt werden mussten und
       sich dann auf ungeräumten Nebenstrecken oder Parkplätzen festfuhren,
       Radwege wurden ebenfalls nicht konsequent geräumt. „Sieht so die
       Verkehrswende aus, Herr Onay?“, empörten sich die Oppositionsparteien
       gegenüber dem grünen Stadtoberhaupt. Am Freitag nahm die Üstra immerhin
       drei Tunnelstrecken wieder in Betrieb.
       
       13 Feb 2021
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Nadine Conti
       
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