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       # taz.de -- Rücktrittsforderung gegen Senatorin: Scheeres muss weg – sagt die CDU
       
       > Größte Oppositionsfraktion hält das Hin und Her beim Thema Schulöffnung
       > für unverantwortlich und will eine Abstimmung am Donnerstag im Parlament.
       
   IMG Bild: Die CDU will sie wegen schlechten Corona-Managements weg haben: Schulsenatorin Scheeres (SPD)
       
       BERLIN taz | Die CDU-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus hält
       Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) für nicht mehr tragbar. „Wir
       fordern den Regierenden Bürgermeister auf, die Senatorin zu entlassen“,
       sagte der bildungspolitische Sprecher der Fraktion, Dirk Stettner, am
       Mittwochmorgen in einem Pressegespräch. Am Donnerstag soll dazu ein
       entsprechender Antrag auf der Tagesordnung des Landesparlaments stehen.
       Aktueller Anlass ist das Gezerre um die schließlich abgesagte Rückkehr zum
       Präsenzunterricht. Die CDU-Fraktion will im Parlament auch über den
       sofortigen Kauf von Luftfiltern und Schnelltests für Schulen entscheiden
       lassen.
       
       Senatorin Scheeres ist seit langem im Fokus der CDU-Kritik und musste schon
       mehrfach Rücktrittsaufforderungen über sich ergehen lassen. Zuletzt hatte
       sie der Landesvorsitzende der Christdemokraten, Kai Wegner, [1][im August
       2019] aufgefordert, ihr Amt abzugeben. Damals ging es um grundsätzliche
       Probleme an Berlins Schulen: Mangel an ausgebildeten Lehrern, Defizite bei
       der Qualität und Unterrichtsausfall. Weniger als acht Monate vorher hatte
       die heutige CDU-Europaabgeordneten Hildegard Bentele aus demselben Grund
       Scheeres' Rücktritt gefordert.
       
       Die aktuelle Forderung gründet sich auf dem Hin und Her bei der Frage der
       Schulöffnung trotz verschärfter Situation in der Corona-Pandemie. Die CDU
       schreibt dieses Hick-Hack Scheeres zu. Dabei hatte der rot-rot-grüne Senat
       vor einer Woche auf Vorlage von Scheeres beschlossen, dass ab dieser Woche
       die sogenannten „abschlussrelevanten Jahrgänge“, also die direkt auf den
       mittleren Schulabschluss und das Abitur hin arbeitenden Klassen 10, 11 und
       12, in halber Stärke im Wechselunterricht wieder in den Schulen sein
       sollten. Die Klassen 1 bis 3 sollten am 18. Januar folgen, die Klassen 4
       bis 6 eine Woche darauf.
       
       Noch am Donnerstag verteidigte Regierungschef Müller im Abgeordnetenhaus
       diese Linie, während der SPD-Koalitionspartner Linkspartei in der
       Parlamentsdebatte bereits eine Abkehr davon forderte. Freitag aber, als
       einzelne Schulleitungen Eltern gegenüber schon kommunizierten, dass sie bei
       der Öffnung nicht mitmachen würden, machte Müller eine Kehrtwende und
       [2][kippte den Plan für den Präsenzunterricht]. Zu Beginn dieser Woche
       räumte Müller ein, man habe „da einen Fehler gemacht in der Kommunikation“.
       
       ## Unklares Meinungsbild
       
       CDU-Bildungsexperte Stettner gestand der Senatorin zwar zu, dass die
       Meinungslage bei den Schulen vergangene Woche nicht eindeutig gewesen sei.
       Scheeres hatte auf vorangehende Gespräche mit Schulleitervereinigungen
       verwiesen, die grünes Licht für den Präsenzunterricht gegeben hätten.
       Diesen Eindruck hatte auch die Elternschaft erweckt: „Wir hätten die
       Schulen gern offen, und zwar im Teilungsmodell“, sagte deren Vorsitzender
       Norman Heise noch Anfang vergangener Woche im RBB-Inforadio.
       
       „Ja, es gab ein unklares Bild“, sagte Stettner, „das betrifft auch den
       Landeselternausschuss.“ Aber es sei nicht Aufgabe einer Senatorin, einem
       unklaren Meinungsbild hinterherzulaufen, sondern die Pandemielage
       einzuordnen. Am Mittwochmorgen deutete in den Koalitionsfraktionen trotz
       der Öffnungskritik von der Linksfraktion nichts darauf hin, dass der
       CDU-Antrag zur Entlassung Scheeres am Donnerstag im Parlament eine Mehrheit
       bekommt.
       
       In zwei weiteren Anträgen fordert die CDU-Fraktion, endlich Luftfilter für
       Schulräume zu bestellen und bei Schülern und Lehrern bei einer Rückkehr zum
       Präsenzunterricht mindestens zwei Mal pro Woche zu testen, ob sie
       ansteckend sind. „Wir müssen die Schulen sicherer machen“, sagt Stettner.
       Für den Einsatz von Filtern hatten sich vergangene Woche im
       Abgeordnetenhaus auch die Grünen ausgesprochen. Zuständig für die
       [3][Bestellung von Luftfiltern] sind allerdings die Bezirke.
       
       Die CDU-Fraktion hat nach eigenen Angaben mit drei Herstellern von
       Luftfiltern gesprochen und wisse daher, „dass wir ein paar tausend Filter
       schnell bekommen könnten“, sagte Stettner. Die Kosten dafür veranschlagte
       er mit 50 Millionen Euro. Als weiteren Baustein forderte die CDU-Fraktion
       Schnelltests in Schulen. Dafür hatte auch die Grüne Fraktionschefin Silke
       Gebel im Abgeordnetenhaus energisch geworben. Schnelltests würden laut
       Stettner 10 bis 20 Millionen Euro im Monat kosten. „Ja, das kostet Geld“,
       sagte der Abgeordnete. Aber hätte man Filter und Tests bereits bestellt,
       als die CDU das schon vor Monaten gefordert habe, die rot-rot-grüne
       Koalition aber nicht mitzog, „hätten wir jetzt nicht das Problem“.
       
       13 Jan 2021
       
       ## LINKS
       
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